Butterfly – Alle meine Farben (Originaltitel Butterfly) ist eine britische Miniserie, die am 14. Oktober 2018 auf dem Sender ITV ihre Premiere feierte. In ihr geht es um die 11-jährige Maxine, die realisiert, dass sie trans ist. Aus diesem Grund will sie eine geschlechtsangleichende Maßnahme beginnen, bevor sie in die Pubertät kommt. Die Serie schildert den Umgang ihres privaten und schulischen Umfelds sowie der Behörden mit ihrem Wunsch.
Die Idee zur Serie stammt von dem Dramatiker Tony Marchant, der bereits in der Vergangenheit Gender-Themen in seinen Werken behandelte. Die deutschen Ausstrahlungsrechte der Produktion liegen bei RTL Passion, wo die Serie seit dem 21. Januar 2020 zu sehen ist.
Handlung Die junge Maxine ist trans und wollte schon mit fünf Jahren als Mädchen auftreten. Ihre Mutter Vicky ließ sie zwar zuhause feminine Kleidung tragen, verbot ihr dies aber in der Öffentlichkeit, während ihr Vater Stephen von der Familie getrennt lebt, als er einmal während eines Wutanfalls Maxine ohrfeigte, weil sie sich in seinen Augen zu feminin benahm. Im Alter von elf Jahren leidet Maxine unter einer Geschlechtsidentitätsstörung und entwickelt deswegen selbstverletzendes Verhalten. Maxine möchte mit einer geschlechtsangleichenden Maßnahme beginnen, bevor sie in die Pubertät kommt und sich ihr Körper in den eines jungen Mannes entwickelt. Während ihre Mutter Vicky und ihre Schwester Lily Maxine vollkommen unterstützen, stehen Stephen, ihre Großmutter Barbara und ihr Großvater Peter ihrem Vorhaben zunächst skeptisch gegenüber. Die Serie fokussiert sich nicht nur auf die langsam wachsende Akzeptanz ihrer Familienmitglieder, sondern auch auf Vorurteile, die Maxine sowohl in der Schule als auch im Alltag begegnen, als auch auf behördliche Hürden, die sie überwinden muss, bevor sie mit der Maßnahme anfangen kann.
Produktion Die Idee zur Serie stammt von dem britischen Dramatiker und Drehbuchautor Tony Marchant, der bereits im Jahr 1996 das Drehbuch für den Film Der kleine Unterschied verfasste, in dem die Hauptfigur ebenfalls trans ist. Laut Marchant hätte ihn die „Erkundung von (genderqueeren) Geschlechtsidentitäten“ immer schon angesprochen. Für die Serie beriet er sich mit Susie Green, der Leiterin der britischen Organisation Mermaids, die sich für minderjährige trans Personen einsetzt. Zudem weist die Hauptfigur auch Ähnlichkeiten mit Greens Tochter Jackie auf, die mit 16 Jahren als bisher jüngste Person in Großbritannien eine geschlechtsangleichende Operation erhielt.
Marchant beriet sich beim Schreiben des Drehbuchs unter anderem mit Familien, die von Mermaids unterstützt werden. Laut Marchant wollte er mit der Serie zwei Mythen über minderjährige trans Personen „zerstören“. Diese seien die Identifizierung als trans, um als „modisch“ zu gelten, und der vermeintlich einfache Zugang zu GnRH-Analoga, die für die geschlechtsangleichende Maßnahme wichtig sind.
Die Dreharbeiten begannen im Januar 2018 und dauerten ungefähr zwei Monate. Eigentlich sollte die Hauptrolle mit einer trans Darstellerin besetzt werden, allerdings riet Green hiervon ab, da eine derartige Rolle für eine entsprechende Darstellerin „wahrhaft schwierig und schmerzhaft“ sei, zudem sei es besser, wenn minderjährige trans Personen anonym blieben. Aus diesem Grund wurde schließlich der Kinderdarsteller Callum Booth-Ford für die Hauptrolle engagiert, der cisgender ist. Die Rollen der Eltern wurden mit Anna Friel und Emmett J. Scanlan besetzt, die ebenfalls zur Vorbereitung mit Familien von trans Kindern sprachen.
Besetzung Die Synchronisation der Serie wurde bei der Taunusfilm nach einem Dialogbuch und unter der Dialogregie von Heike Kospach erstellt. Rolle DarstellerSynchronsprecher Maxine DuffyCallum Booth-FordArthur Wolfgang Mai Vicky DuffyAnna FrielManja Doering Stephen DuffyEmmett J. ScanlanBastian Sierich Lily DuffyMillie GibsonJohanna Schmoll Barbara PannellAlison SteadmanTraudel Sperber PaulaLorraine BurroughsMarie-Isabel Walke GemmaAmy HubermanEsra Vural Peter DuffySeán McGinleyMichael Tietz MollyLola OgunyemiLina Rabea Mohr
Episodenliste
Rezeption In der Internet Movie Database erhielt die Serie eine Bewertung von 6,3 aus zehn Sternen basierend auf 1473 abgegebenen Stimmen. Auf Rotten Tomatoes betrug die Kritikerwertung 93 Prozent, der Zuschauer-Wert 60 Prozent.
Sean O’Grady vom Independent bewertete die Serie mit vier von fünf Sternen. Sie sei „unglaublich berührend“, dabei hob er vor allem die Darstellung des Hauptdarstellers Callum Booth-Ford hervor. Er beschrieb Butterfly als „bahnbrechende ITV-Produktion“, als Beispiel hierfür führte er unter anderen eine Szene an, in der Lily Maxine als ihre Schwester bezeichnet.
Von Lucy Mangan erhielt die Serie im Guardian ebenfalls vier von fünf Sternen. Die Produktion sei „wunderbar zärtlich“, die Figuren würden durch „einheitlich brillante Darstellungen vollständig verwirklicht“.
Gabriel Tate bewertete die Serie im Daily Telegraph mit drei von fünf Sternen. Sie sei zwar „fesselnd“ und ein „fein justierter Widerstand gegen faule Vorurteile“. Allerdings kritisierte Tate Klischees in der Handlung, auch wirkten einige Passagen wie ein „öffentlicher Aufklärungsfilm“, zudem würde Alison Steadman in ihrer Rolle den Text „herunterleiern“.
Die Geschlechtsidentität-Abteilung des National Health Service kritisierte die Sequenz, in der die Hauptfigur einen Suizidversuch unternimmt. Diese sei „nicht hilfreich“, da sich Elfjährige sehr selten unter Überlebenden von versuchten Selbstmorden befinden würden, zudem hätten nicht einmal ein Prozent der Patienten der Abteilung versucht, sich das Leben zu nehmen, weswegen die Szene unrealistisch sei. ITV kommentierte, die Serie sei die „fiktive Geschichte einer einzelnen Familie“. Laut einem Bericht der Sunday Times hätten Produzenten des Programms die Klinik zu Recherchezwecken aufgesucht, die Zusammenarbeit aber aufgrund von „Differenzen“ beendet.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Fernsehserie der 2010er Jahre Kategorie:Fernsehserie (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Miniserie Kategorie:Fernsehserie (ITV) Kategorie:Transgeschlechtlichkeit im Film