Die Duco AG war ein mit der Herstellung von Lacken befasstes Unternehmen in Berlin-Spindlersfeld, das insbesondere für seine „Ducolux“-Lacke bekannt war.
Geschichte Die Duco AG entstand aus der Gebrüder Mosebach AG in Riesa. Die Anteile an der Gebrüder Mosebach AG hielt überwiegend die Kokswerke und Chemische Fabriken AG (Schering).Wlasich, Die Schering AG in der Zeit des Nationalsozialismus. Berlin 2011, ISBN 978-3-9814203-1-9, S. 93 f.
Die Gebrüder Mosebach AG firmierte im Jahr 1929 zur Duco AG um und verlegte ihren Sitz von Riesa nach Berlin-Spindlersfeld auf den westlichen Teil des Geländes des Unternehmens W. Spindler, das zuvor von der Schering AG übernommen wurde.HistoMap Berlin, Historische Karte von 1932 Mit der Umfirmierung änderte sich auch die Beteiligung. Die Anteile an der Duco AG hielten zunächst überwiegend die Kokswerke und Chemische Fabriken AG (Schering) und DuPont. Die Anteile von DuPont gingen später wieder an die Schering AG. Laut einem Dokument des US-Kongresses von 1942 durfte die Duco AG in der Zeit des 2. Weltkriegs jedoch weiter die Produkte von DuPont vermarkten, solange sichergestellt war, dass DuPont auch weiter 25 % der Aktien an der Duco AG hielt.United States. Congress. Senate. Committee on Patents: Patents: Hearings Before the Committee on Patents, United States Senate, Seventy-seventh Congress, Second Session, Teil 5, U.S. Government Printing Office, 1942, S. 2314 Die Duco AG stellte Kunstharzlacke, Nitrozelluloselacke, Öllacke und Abbeizmittel her. Das Unternehmen existierte bis ins Jahr 1949 in Berlin-Spindlersfeld.Wlasich, Die Schering AG in der Zeit des Nationalsozialismus. Berlin 2011, ISBN 978-3-9814203-1-9, S. 236–239. Im Jahr 1949 gingen der technische Mitarbeiterstab, die Herstellungs- und Verfahrensrechte an den Lacken sowie das Wissen an das Unternehmen Hermann Wiederhold Lackfabriken.Hermann Wiederhold, Lackfabriken. Hilden 1952, S. 27. Damit wurden die Hermann Wiederhold Lackfabriken zu einem der Pioniere in der Herstellung von ungesättigten Polyester in Deutschland.Rainer Drewello, Glasklar und stabil – ein früher, ungesättigter Polyester als Schutzlack auf der Wandmalerei der Konstantinbasilika, S. 62 f. Die Hermann Wiederhold Lackfabriken und „Ducolux“ wurden 1975 von Imperial Chemical Industries und 2008 von AkzoNobel übernommen.
Die Duco AG wurde zeitweise von Konrad Weil geleitet. Konrad Weil war ein Schüler von Adolf Windaus.Wlasich, Die Schering AG in der Zeit des Nationalsozialismus. Berlin 2011, ISBN 978-3-9814203-1-9, S. 92 f. Hans Berckemeyer und Wilhelm Borner waren Mitglieder des Aufsichtsrats der Duco AG.War Department Pamphlet No. 31-1515. 1940, S. 61, 63.
Innovation und Bekanntheit In den Vereinigten Staaten stellte DuPont ab dem Jahr 1925 innovative Nitrozelluloselacke unter den Namen „Duco“ und „Dulux“ her. Auf dem deutschsprachigen Markt stellte die Duco AG daran anknüpfend ab dem Jahr 1929 als Joint Venture von DuPont und der Kokswerke und Chemische Fabriken AG (Schering) die Nitrozelluloselacke „Ducolux“ her, für die sie bekannt wurde.
Die „Ducolux“-Lacke wurden als „überragende Erfindung für das Anstrichwesen“ beschrieben. Die Trocknungsdauer sank gegenüber Öllacken von mehr als 24 Stunden auf drei Stunden. Ergiebigkeit, Deckkraft und die Haltbarkeit waren deutlich höher als bei Öllacken. Die Qualität war aufgrund der synthetischen Herstellung gleichbleibend.Rainer Drewello, Glasklar und stabil – ein früher, ungesättigter Polyester als Schutzlack auf der Wandmalerei der Konstantinbasilika, S. 63. Die Wortmarke „Ducolux“ wurde erstmals am 1. Juni 1939 beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragenDeutsches Patent- und Markenamt, Registernummer 512055. und besteht fort.Deutsches Patent- und Markenamt, Registernummer 39928244.
Eine Vielzahl von Lastkraftwagen war in Deutschland mit der Aufschrift „Ducolux“ versehen.
Weitere Duco AG Von 1961 bis 1978 gab eine Duco AG in Bergkamen als Tochter der Schering AG, die ab 1963 die Holding-Gesellschaft für die ausländischen Töchter der Schering AG war.Karsten Hoyer: Internationales Personalmanagement: Entwicklungsstrategien zur Vergütungs- und Einsatzgestaltung, Springer-Verlag, 2005 S. 162 Kein Berlin-Abschlag mehr: Die Schering AG arbeitet mit Bayer zusammen, Die Zeit 24/1964 vom 12. Juni 1964
Literatur Zentrales Archiv antiquarischer Bücher: DUCO AG, BERLIN SPINDLERSFELD (zvab.com) Farben- und Lackfabrik Duco AG, Berlin-Spindlersfeld; Firma Springer Lack GmbH, Dresden; Gummiwerke "Elbe" AG, Kleinwittenberg; Firma Neisch, Dresden (Deutsche Digitale Bibliothek) Hearings Before the Committee on Patents, United States Senate, Seventy-seventh Congress, Second Session, on S.2303, a Bill to Provide for the Use of Patents in the Interest of National Defense Or the Prosecution of the War, and for Other Purposes, Teile 3-5, Seite 2314
Weblinks
Akten der Duco AG im Schering-Archiv in der Datenbank geschützter Kulturgüter der deutschen Bundesregierung
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Berlin) Kategorie:Ehemals börsennotiertes Unternehmen (Deutschland) Kategorie:Gegründet im 20. Jahrhundert Kategorie:Aufgelöst 1949 Kategorie:Chemieunternehmen (Deutschland) Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Berlin) Kategorie:Ehemalige Aktiengesellschaft in Deutschland