mini|hochkant|Eine Gedenktafel in Sesto San Giovanni erinnert auch an Liborio Baldanza Die Liste der Stolpersteine in Sizilien listet alle Stolpersteine, die in Sizilien verlegt worden sind. Die Stolpersteine liegen in der Regel vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers und erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden vom Kölner Künstler Gunter Demnig konzipiert und werden im Regelfall von ihm selbst verlegt.
Der erste Stolperstein in dieser Region wurde am 7. April 2019 in Geraci Siculo verlegt.
Verlegte Stolpersteine
Caltanissetta
In Caltanissetta wurden sechs Stolpersteine an zwei Adressen verlegt. Stolperstein ÜbersetzungVerlegeort Name, Leben HIER WOHNTEGIUSEPPE COSTAGEBOREN 1892VERHAFTET 29.8.1944DEPORTIERTDACHAUERMORDET 31.1.1945Corso Umberto ICaltanissetta (1892–1945) IN CALTANISSETTA LEBTEALFONSO GRACIGEBOREN 1914DEPORTIERT 1943DACHAUERMORDET 19.3.1944OERTELSBRUCK-BUCHENWALDCorso Umberto ICaltanissetta (1914–1944) IN CALTANISSETTA LEBTELUCIO LACAGNINAGEBOREN 1911DEPORTIERTGUSEN-MAUTHAUSENERMORDET 26.1.1945Corso Vittorio Emanuele IICaltanissetta (1911–1945) IN CALTANISSETTA LEBTELUCIO PERNACIGEBOREN 1900DEPORTIERTGUSEN-MAUTHAUSENERMORDET 27.6.1944Corso Vittorio Emanuele IICaltanissetta (1900–1944) IN CALTANISSETTA LEBTECARMELO RIZZOGEBOREN 1913DEPORTIERTMITTELBAU-DORAERMORDET 13.7.1944Corso Vittorio Emanuele IICaltanissetta (1913–1944) IN CALTANISSETTA LEBTEMICHELE TARANTINOGEBOREN 1896DEPORTIERTGUSEN-MAUTHAUSENERMORDET 2.2.1945Corso Umberto ICaltanissetta (1896–1945)
Geraci Siculo
In Geraci Siculo wurde folgender Stolperstein verlegt: Stolperstein ÜbersetzungVerlegeort Name, Leben120px HIER WOHNTELIBORIO BALDANZAGEBOREN 1899VERHAFTET 14.3.1944DEPORTIERTMAUTHAUSENERMORDET 3.4.1945HINTERBRÜHLVia Vento gegenüber Nr. 7 wurde am 2. August 1899 in Geraci Siculo geboren. Mit 16 begann er in der Werft Cantieri Navali Riuniti in Palermo zu arbeiten. Er besuchte zusätzlich die Technische Abendschule. Nach einem Jahr musste er abbrechen, da er zum Wehrdienst einberufen wurde. 1918 wurde er zur Marine eingezogen, wo er 34 Monate diente. Nach seiner Zeit bei der Marine ging er nach Mailand. Dort war er in verschiedenen Firmen tätig. 1925 begann er für die Metallverarbeitungsfirma Ercole Marelli in Sesto San Giovanni zu arbeiten. 1925 verbot Benito Mussolini die Sozialistische Partei und andere antifaschistische Bewegungen, ein Führerkult entstand. Italien wurde zu einer Diktatur. Libero begann seinen antifaschistischen Kampf, traf sich mit Freunden und Kollegen, die seine Ansichten teilten und organisierte Sabotageakte. 1929 heiratete er Anna Perret, die seine Ideale teilte. Sieben Jahre später wurde sein Sohn Dimitri geboren. Baldanza wurde mehrfach auf Grund seiner antifaschistischen Aktivitäten verhaftet. 1931 verlor er deswegen seinen Job bei Ercole Marelli. Er wurde mehrfach vom Sondergerichtshof verurteilt, saß in Gefängnissen in Frankreich und in der Schweiz Haftstrafen ab. 1935 begann er für die Maschinenbaufirma Breda zu arbeiten. 1943 begannen die Fabriken in Sesto San Giovanni zu streiken, auch Fabriken in Mailand und Brianza beteiligen sich schließlich am Streik. Baldanza beteiligte sich. Baldanza organisierte im März 1944 weitere Streiks diese dauerten acht Tage, hunderte Arbeiter wurden festgenommen und deportiert. Am 13. März 1944 wurde auch Baldanza verhaftet. Er wurde zuerst ins Polizeipräsidium nach Mailand gebracht, danach wurde er, wie zahlreiche Mitstreikenden, in ein eigens eingerichtetes Auffanglager nach Bergamo in die Caserma Umberto I gebracht.Bergamo. Gedenkorte Europa; abgerufen am 25. Dezember 2019 Von dort wurde er am 17. März 1944 in das KZ Mauthausen deportiert, der Zug kam dort drei Tage später an. Liborio Baldanza befand sich in der Folge unter anderem im KZ Gusen, im KZ-Außenlager Schwechat und im KZ-Außenlager Hinterbrühl. Liborio Baldanza verlor am 3. April 1945 sein Leben auf dem Todesmarsch von Hinterbrühl ins KZ Gusen.
1974 erhielt er von der Gemeinde Sesto San Giovanni die Goldmedaille „per l’impegnata estrema difesa della libertà sostenuta sino al sublime olocausto della vita“ („für höchsten Einsatz bei der Verteidigung der Freiheit bis zum äußersten Opfer des eigenen Lebens“) verliehen.Liborio Baldanza 1899–1945. Gedenkstaetten.at, Raum der Namen; abgerufen am 25. Dezember 2019
Palermo
In Palermo wurden folgende Stolpersteine verlegt: Stolperstein ÜbersetzungVerlegeort Name, Leben120px HIER ARBEITETELIBORIO BALDANZAGEBOREN 1899VERHAFTET 1944SESTO SAN GIOVANNIDEPORTIERTMAUTHAUSENERMORDET 3.4.1945HINTERBRÜHL Via S. Guli, 75 , siehe oben.120px HIER WOHNTEMARIA DI GESÚGEBOREN 1902VERHAFTET 1944PULADEPORTIERTAUSCHWITZBEFREIT Via Turrisi Colonna, 7 wurde 1902 geboren. Sie wurde 1944 in Pula verhaftet und in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. In den letzten Tagen der NS-Herrschaft wurde sie in das Konzentrationslager Ravensbrück überstellt. Sie konnte das NS-Regime überleben und wurde befreit. Danach lebte Maria Di Gesù bis zu ihrem Tod in Palermo.Giornata della memoria, a Palermo tante iniziative per non dimenticare. Quotidiano di Sicilia; abgerufen am 13. März 2020.Giornata della Memoria, posa di due pietre d’inciampo a Palermo. La Repubblica; abgerufen am 13. März 2020.Palermo. Pietre d’inciampo in memoria di Liborio Baldanza e Maria Di Gesù. Libertà Sicilia; abgerufen am 13. März 2020.
Verlegedaten 7. April 2019: Geraci Siculo 22. Januar 2020: Palermo 27. Januar 2022: CaltanissettaCaltanissetta giovedì poserà le sue prime “pietre d’inciampo” in memoria di 6 deportati nisseni, abgerufen am 1. März 2022
Weblinks Stolpersteine.eu, Demnigs Website
Einzelnachweise
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