Die Rote Liste der Brutvögel Deutschlands ist eine Rote Liste der in Deutschland gefährdeten Brutvögel. Sie wird vom Nationalen Gremium Rote Liste Vögel im Auftrag des Deutschen Rats für Vogelschutz herausgegeben und liegt aktuell in der 6. Fassung vom 30. September 2020 vor.

Gremium Das „Nationale Gremium Rote Liste Vögel“ ist ein vom Deutschen Rat für Vogelschutz e. V. (DRV) eingesetztes Gremium, welches die Rote Liste der Vögel Deutschlands eigenständig erstellt. Es setzt sich aus Vertretern des DRV, der Länderarbeitsgemeinschaft der Staatlichen Vogelschutzwarten (LAG-VSW), der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft e. V. (DOG), des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten e. V. (DDA), der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Vogelwarten und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zusammen.

Rote Liste der Brutvögel Deutschlands (2020) mini|300px|Kategorisierung des BfN zur Erstellung einer Roten Liste für Gebiete in Deutschland

Die sechste Fassung der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands wurde am 30. September 2020 fertiggestellt, erschien im Juni 2021 und ersetzt die Vorgängerliste aus dem Jahr 2015. Seit 2007 wird hierfür die „Methodische Anleitung zur Erstellung Roter Listen gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze“ genutzt.siehe Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands#Kategorisierung

Von den 259 Brutvogelarten der Kategorie IB („Einheimische Vogelarten, die regelmäßig, d. h. in mindestens fünf aufeinander folgenden Jahren und ohne Zutun des Menschen in Deutschland gebrütet haben (einheimische etablierte Brutvogelarten)“) werden 133 Arten schlechter als in der Kategorie * (Ungefährdet) eingestuft. Da jedoch die Kategorie V (Vorwarnliste) nicht regulärer Teil der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands ist, werden auf ihr 112 Arten, also 43,2 % in eine Gefährdungskategorie eingestuft.

Kategorie 0 – Ausgestorben oder verschollen mini|Im 17. Jahrhundert starben die Waldrappe in Mitteleuropa aufgrund intensiver Bejagung aus, werden aber in einer Reihe von Programmen ausgewildert.

Rothuhn Zwergtrappe Mornellregenpfeifer Steinwälzer (zuvor Kategorie 2 „Stark gefährdet“) Doppelschnepfe Rosenseeschwalbe Papageitaucher Waldrapp Gänsegeier Schlangenadler Blauracke Würgfalke Schwarzstirnwürger Steinsperling

Kategorie 1 – Vom Aussterben bedroht mini|Die beiden bedeutendsten Brutkolonien der Brandseeschwalbe in der Deutschen Bucht befinden sich auf der unbewohnten Hallig Norderoog und der Insel Trischen mini|Die seit etwa 50 Jahren immer kleiner werdenden Brutvorkommen des Rotkopfwürgers in Mitteleuropa sind mittlerweile weitgehend erloschen.

Auerhuhn Knäkente (zuvor Kategorie 2 „Stark gefährdet“) Moorente Großtrappe Wachtelkönig (zuvor Kategorie 2 „Stark gefährdet“) Triel (zuvor Kategorie 0 „Ausgestorben“) Goldregenpfeifer Sandregenpfeifer Seeregenpfeifer Brachvogel Uferschnepfe Kampfläufer Alpenstrandläufer Bekassine Bruchwasserläufer Lachseeschwalbe Raubseeschwalbe Brandseeschwalbe Zwergseeschwalbe Küstenseeschwalbe Schreiadler Kornweihe Sumpfohreule Raubwürger (zuvor Kategorie 2 „Stark gefährdet“) Rotkopfwürger Beutelmeise (zuvor Kategorie * „Ungefährdet“) Haubenlerche Seggenrohrsänger Sperbergrasmücke (zuvor Kategorie 3 „Gefährdet“) Steinrötel (zuvor Kategorie 2 „Stark gefährdet“) Steinschmätzer Brachpieper Zippammer

Kategorie 2 – Stark gefährdet mini|Kiebitze sind Bodenbrüter; ihre Eier galten früher als Delikatesse. 2015 wurde die Art auf die Internationale Rote Liste gefährdeter Vogelarten gesetzt.

Haselhuhn Birkhuhn (zuvor Kategorie 1 „Vom Aussterben bedroht“) Rebhuhn Spießente (zuvor Kategorie 3 „Gefährdet“) Turteltaube Kiebitz Flussuferläufer Rotschenkel (zuvor Kategorie 3 „Gefährdet“) Dreizehenmöwe Flussseeschwalbe Nachtreiher Wiesenweihe Grauspecht Feldschwirl (zuvor Kategorie 3 „Gefährdet“) Braunkehlchen Weißrückenspecht Wiesenpieper Ortolan (zuvor Kategorie 3 „Gefährdet“)

Kategorie 3 – Gefährdet mini|Die Feldlerche bewohnt nicht zu feuchte, weiträumige Offenflächen mit niedriger und gerne lückenhafter Vegetation aus Gräsern und Kräutern. In Mitteleuropa ist sie weitgehend an landwirtschaftlich genutzte Flächen gebunden, die Hauptbruthabitate sind gedüngte Wiesen, Weiden und Äcker.

mini|Der Bestand des Stares nahm bis Mitte des 20. Jahrhunderts zusammen mit dem Grünland und Obstkulturlandschaften zu. Seitdem geht er wegen der Reduktion von Weideflächen, dem vermehrten Pestizideinsatz und klimatischen Ursachen zurück.

Löffelente Krickente Gänsesäger (zuvor Kategorie V „Vorwarnliste“) Nachtschwalbe Kuckuck (zuvor Kategorie V „Vorwarnliste“) Kleines Sumpfhuhn Tüpfelsumpfhuhn Schwarzhalstaucher (zuvor Kategorie * „Ungefährdet“) Trauerseeschwalbe (zuvor Kategorie 1 „Vom Aussterben bedroht“) Rohrdommel Zwergdommel (zuvor Kategorie 2 „Stark gefährdet“) Fischadler Wiedehopf Wendehals (zuvor Kategorie 2 „Stark gefährdet“) Kleinspecht (zuvor Kategorie V „Vorwarnliste“) Baumfalke Feldlerche Mehlschwalbe Star Trauerschnäpper Halsbandschnäpper Bluthänfling Ziegenmelker Zitronenzeisig Zaunammer

Kategorie R – Arten mit geografischer Restriktion in Deutschland

Alpenschneehuhn Steinhuhn Pfeifente Bergente Zwergsumpfhuhn Ohrentaucher (zuvor Kategorie 1 „Vom Aussterben bedroht“) Zwergmöwe Weißbart-Seeschwalbe Weißflügel-Seeschwalbe Trottellumme Tordalk Eissturmvogel Basstölpel Löffler Purpurreiher Silberreiher (zuvor kein Brutvogel) Steinadler Habichtskauz Alpendohle Grünlaubsänger Mauerläufer Schneesperling Alpenbraunelle

Kategorie V – Vorwarnliste

Wachtel Tafelente (zuvor Kategorie * „Ungefährdet“) Wasserralle Teichhuhn Säbelschnäbler (zuvor Kategorie * „Ungefährdet“) Flussregenpfeifer (zuvor Kategorie * „Ungefährdet“) Waldschnepfe Silbermöwe (zuvor Kategorie * „Ungefährdet“) Weißstorch (zuvor Kategorie 3 „Gefährdet“) Wespenbussard (zuvor Kategorie 3 „Gefährdet“) Steinkauz (zuvor Kategorie 3 „Gefährdet“) Pirol Heidelerche Rauchschwalbe (zuvor Kategorie 3 „Gefährdet“) Grauschnäpper Sprosser (zuvor Kategorie * „Ungefährdet“) Zwergschnäpper Feldsperling Baumpieper (zuvor Kategorie 3 „Gefährdet“) Karmingimpel (zuvor Kategorie * „Ungefährdet“) Grauammer

Kategorie * – Ungefährdet

In der 6. Fassung der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands sind neun Arten, die zuvor mindestens in Kategorie V geführt wurden, nun ungefährdet.

In der 5. Fassung noch in Kategorie R „Extrem selten“: Singschwan Alpensegler Steppenmöwe Felsenschwalbe

In der 5. Fassung noch in Kategorie V „Vorwarnliste“:

Rotmilan Uferschwalbe Gartenrotschwanz Haussperling Goldammer

Vorherige Fassungen Rote Liste0123RV*Quellen2. Fassung, 1996162524212718125 PDF 1,9 MB3. Fassung, 20021626281129311134. Fassung, 20071630241426211295. Fassung, 2015132919273018125 PDF 1,2 MB6. Fassung, 2020143318242321126

Andere Rote Listen Neben der Liste der Brutvögel wurde eine allgemeinere Rote Liste der Vögel erstmals 1971 aufgestellt. Diese geht auf eine Idee des Braunschweiger Ornithologen Rudolf Berndt zurück.

Einzelnachweise

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