Der Bergbau im Limousin kann bis ins 5. vorchristliche Jahrhundert zurückverfolgt werden, als die keltischen Gallier im Limousin bereits nach Gold schürften – belegt durch zahlreiche Abbaufronten, Abraumhalden und Holzstützbalken. Neben Gold wurden im Limousin später auch Kaolin, Steinkohle und im 20. Jahrhundert vor allem Uran für die französischen Atomkraftwerke gefördert.
Wie das restliche Massif Central ist auch das seinen Nordwestteil einnehmende Limousin recht reich an mineralischen Rohstoffen. Der industrielle Bergbau konzentrierte sich auf das 19. und 20. Jahrhundert und ist jetzt so gut wie zum Stillstand gekommen. Die sehr unterschiedlichen Abbauaktivitäten trugen dazu bei, den einstigen Landschaftscharakter sowie die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Identität dieser vorwiegend rural geprägten Region nachhaltig zu verändern.
Goldbergbau Antike mini|Bohrkern und goldhaltiges Handstück, ausgestellt in Le Chalard
Mehrere Quellen berichten vom Goldreichtum Galliens, wobei jedoch das jetzige Limousin nie ausdrücklich erwähnt wird. Sein Goldreichtum kann aber anhand von zahlreichen Toponymen rekonstruiert werden – Beispiele sind der Fluss Aurence und die Gemeinde Auriat in der Nähe von Limoges, die Ortschaften Laurière im Département Haute-Vienne und im Département Corrèze oder auch der Stadtteil Beaune-les-Mines von Limoges. Präventivgrabungen, wie beispielsweise entlang der Autobahn A 89 im Jahr 1999, konnten ebenfalls Zeugnisse des einstigen Bergbaus zu Tage fördern. Zahlreiche eisenzeitliche Lagerstätten wie z. B. das Goldbergwerk Lauriéras wurden dann in der Neuzeit wieder ausgebeutet. Mehrere Untersuchungen erlauben den Schluss, dass das Territorium des gallischen Stammes der Lemoviken einst zu rund 10 Prozent von Goldschurfen bedeckt war – was immerhin gut 250 Bergwerken und 1200 bis 2000 Einzelschurfen entspricht. Béatrice Cauuet scheidet insbesondere zwei Distrikte aus, welche einen äußerst regen Goldabbau kannten: den Distrikt von Saint-Yrieix-la-Perche und den Distrikt der Monts d’Ambazac. Der Distrikt von Saint-Yrieix umfasst Vorkommen, die von Meilhards im Osten bis nach Saint-Priest-les-Fougères im Westen reichen.
Die Vielzahl der Aufschlüsse gestattet es, sich ein gutes Bild von den damaligen Abbaumethoden zu machen. So hatten die Gallier den Gangquarz offensichtlich durch Feuereinwirkung geschwächt, um dessen Abbau zu erleichtern. Der Abbau schritt im Freien von der Oberfläche aus voran, ging aber dann in tieferen Bereichen bereits in teils holzgestützte Schächte über. Der Abraum wurde unmittelbar gegenüber der Abbaufront entsorgt. In direkter Nähe befand sich auch ein Platz, an dem das geborgene Erz aufbereitet und zerkleinert wurde.
Die Gallier hatten es aber nicht nur auf Gold abgesehen, sondern förderten auch Zinn in den Monts de Blond, Eisen bei Ussel und Bort-les-Orgues und Silber als Nebenprodukt des Goldbergbaus.
Diese bereits sehr stattliche Bergbauproduktion der Gallier verschwand jedoch mit der Eroberung Galliens durch die Römer im ersten Jahrhundert v. Chr. und fiel der Vergessenheit anheim.
Neuzeit Die Wiederentdeckung dieser reichen bergbaulichen Vergangenheit durch den Bergbauingenieur François Ernest Mallard im ausgehenden 19. Jahrhundert führte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem neu entfachten Interesse am Goldbergbau im Limousin. Die ersten Prospektionen waren noch sehr chaotisch, wurden jedoch nach dem Ersten Weltkrieg wesentlich zielsicherer und ergebnisreicher. Manche Bergwerke wie beispielsweise Lauriéras wurden an derselben Stelle eröffnet, an der bereits die keltischen Vorfahren ihre Goldschurfe angelegt hatten. Die nur wenige Kilometer nördlich von Saint-Yrieix gelegenen Bergwerke von Cheni, Douillac und Nouzilleras samt ihren Arbeitersiedlungen zeugen von einer regen bergbaulichen Aktivität nach dem Ersten Weltkrieg, welche aber schon nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Niedergang erlebte. Im Jahr 1988 übernahm dann die Société des Mines du Bourneix – ein Tochterunternehmen der Cogema – die Leitung der letzten drei noch bestehenden Goldbergwerke – Le Bourneix, Lauriéras und Les Renardières. Als letztes Goldbergwerk schloss sodann das 1982 gegründete Le Bourneix im Jahr 2002.
Kaolinabbau mini|Marcognac bei Saint-Yrieix – hier wurde erstmals 1767 Kaolin abgebaut
Die mehr oder weniger zufällige Entdeckung im Jahr 1767 eines Kaolinvorkommens bei Marcognac in der Nähe von Saint-Yrieix-la-Perche durch den Arzt Jean-Baptiste Darnet war der Ausgangspunkt der später so berühmten Porzellanmanufaktur von Limoges, die ab dem 19. Jahrhundert während der Industriellen Revolution einen immensen Aufschwung nahm. Das Vorkommen wurde 1769 von Ludwig XV. aufgekauft. Es bildet aber nicht das einzige ausgebeutete Kaolinvorkommen im Limousin. Daneben bestehen noch zahlreiche andere, von denen aber nur einige wenige auch dauerhaft für die Porzellanherstellung verwendet wurden. Hauptvorkommen liegen um Saint-Yrieix, in den Monts d’Ambazac (vor allem bei La Jonchère-Saint-Maurice), auf dem Plateau von Bénévent-l’Abbaye, bei Allassac und in den Monédières im Département Corrèze.
Die Freiluftlagerstätte Marcognac wurde ab den 1780er Jahren intensiv abgebaut. Im Jahr 1786 ging sie dann in den Besitz von François Alluaud über, Ingenieur und Geograph des Königs Ludwig XVI. und Direktor der königlichen Manufaktur in Limoges sowie späterem Bürgermeister von Limoges. Am Anfang des industriellen Zeitalters zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte der Kaolinabbau nach wie vor manuell mit Pickel und Hacke, Frauen entsorgten hierbei den Aushub in Körben, die sie auf dem Kopf wegtrugen. Nachdem das Vorkommen erschöpft war, wurde das für die Porzellanherstellung benötigte Kaolin aus anderen Regionen Frankreichs (wie beispielsweise aus der Bretagne) oder aus dem Ausland (Portugal) importiert. Ab 1825 entwickelten sich neben Limoges noch andere Produktionszentren wie z. B. die Porzellanmanufaktur des Marquis de Bonneval in Coussac-Bonneval, die das Kaolin aus nahegelegenen Lagerstätten bezogen (Lagerstätten Marsac und Marsaguet).
Zur Porzellanherstellung wird neben dem Kaolin aus Pegmatiten stammender Feldspat benötigt. Beide Rohstoffe sind an das Vorkommen von Graniten gebunden. Feldspat wurde an vielen Stellen im Limousin abgebaut, vorwiegend in den Monts d’Ambazac und in den Monts de Châlus.
Kohlebergbau mini|Waschanlage des Bergwerks von Lavaveix-les Mines
Im Limousin wurde schon früh mit dem Abbau von Kohle begonnen, verschiedene Quellen belegen ihre Verwendung bereits im 17. Jahrhundert, möglicherweise auch schon ab dem 15. Jahrhundert.
Mehrere stattliche Flöze waren entdeckt worden, zu Beginn vor allem im Département Corrèze bei Yssandon, Varetz, Saint-Pantaléon-de-Larche und Maussac. Die Kohle aus der Corrèze war vor allem bei den Waffenmanufakturen in Tulle sehr gefragt, die sie zur Stahlerzeugung verwendeten. Die ersten richtigen Bergwerke wurden ab 1769 eröffnet – zuerst in Cublac und in Le Lardin-Saint-Lazare, gefolgt von Lapleau und Argentat. Der Kohlebergbau wurde in der Corrèze 1921 eingestellt. Seine Jahresproduktion hatte immerhin bis zu 2000 Tonnen erreicht.
Ab 1764 wurden Kohlevorkommen auch im Département Creuse gefunden, zuerst in Bosmoreau-les-Mines, in Lavaveix-les-Mines und sodann im gesamten restlichen Kohlebecken von Ahun-Lavaveix. Erste Konzessionen wurden bereits 1777 dem Bergwerk Chantaud bei Lavaveix erteilt. Ab 1808 wurde dann das gesamte Kohlebecken unter derselben Konzession systematisch erforscht. Mitte des 19. Jahrhunderts waren allein bei Fourneaux acht Bergwerke in Betrieb. Der tiefste Schacht Saint-Augustin erreichte eine Teufe von 117 Meter.
In Bosmoreau-les-Mines wurde von 1784 bis 1958 Kohle gefördert. Anfangs erfolgte die Förderung noch über mehrere kleine Schächte, die aber ab der Mitte des 19. Jahrhunderts vom großen Zentralschacht Marthe abgelöst wurden, welcher einer Familie von Porzellanfabrikanten aus Limoges gehörte. Eine Dampfmaschine betrieb den Förderkorb über ein Fördergerüst und in den Gängen waren Gleisanlagen und Wasserleitungen verlegt. Die Lobbytätigkeit des Abgeordneten Martin Nadaud und der Anschluss ans Eisenbahnnetz im Jahr 1883 (im Kohlebecken von Ahun-Lavaveix bereits im Jahr 1864) bewirkten eine weitaus wirkungsvollere Vermarktung der Kohle aus dem Département Creuse. Gleichzeitig wurden in sämtlichen Kohlebergwerken der Creuse Waschanlagen installiert, die eine Weiterbehandlung der abgebauten Kohle auf Rohgas und Koks ermöglichten. Die Zahl der Bergleute stieg von 50 im Jahr 1855 auf 195 im Jahr 1922. Dies schlug sich auch in den Produktionsziffern nieder, welche sich zwischen 1896 und 1922 verfünffachten und 1922 40.000 Tonnen Jahresleistung erreichten. Im gesamten Kohlebecken von Ahun-Lavaveix betrug die Spitzenjahresförderung im Jahr 1874 354.000 Tonnen.
Nach einer ersten Unterbrechung der Kohleförderung im Jahr 1922, bedingt durch die Erschöpfung des Schachts Marthe, wurden in Bosmoreau-les-Mines durch Zufall drei neue Vorkommen entdeckt, die überdies nur in geringer Tiefe lagen. Es wurde daher zum Tagebau übergegangen, der von der Firma Travaux du Sud-Est (TSE) intensiv mechanisiert abgebaut wurde. Die Förderleistung war sehr hoch und erreichte allein im Jahr 1951 unter Einsatz von 359 Bergleuten 264.000 Tonnen Kohle.
Bedingt durch das Aufkommen neuer hydroelektrischer Abbaumethoden, dem allgemeinen Siegeszug des Erdöls und dem wachsenden Interesse an der Kernkraft – insbesondere am Uranbergbau in der Haute-Vienne – kam es zum Niedergang und schließlich im Jahr 1958 zum Ende des Kohlebergbaus in Bosmoreau-les-Mines. Das Werksgelände wurde 1968 verkauft und dann im Jahr 2003 von der Gemeinde Bosmoreau erworben, um das Bergbaumuseum Musée de la Mine de Bosmoreau-les-Mines einzurichten. Im Jahr 1960 wurde der letzte Förderschacht (Corbarioux 4) im Kohlebecken von Ahun-Lavaveix geschlossen. Insgesamt hatte das Kohlebecken 12 Millionen Tonnen Kohle geliefert. Im Gegensatz zu anderen französischen Kohlebecken wurden in der Creuse vorwiegend einheimische Bergleute beschäftigt.
Uran Entdeckung mini|Autunit aus dem Bergwerk Vénachat bei Compreignac
Seit der Französischen Revolution vorgenommene Untersuchungen konnten in Frankreich drei prinzipielle Uranerze feststellen: den im Jahr 1800 im Département Saône-et-Loire entdeckten Autunit, den im Jahr 1852 im Département Aveyron entdeckten Torbernit (Chalkolith) und den im Jahr 1927 bei Saint-Rémy-sur-Durolle im Département Puy-de-Dôme gefundenen Uraninit (Pechblende). Letzterer wurde zwischenzeitlich vor dem Zweiten Weltkrieg abgebaut. Der Ausgang des Zweiten Weltkriegs und der Beginn des Kalten Krieges bewogen den französischen Staat, Frankreich in den Rang einer Nuklearmacht zu erheben und gleichzeitig die Kernenergie zur friedlichen Elektrizitätserzeugung einzusetzen.
Oft wird vermutet, dass schon Pierre und Marie Curie – bekannt für ihre wissenschaftlichen Arbeiten über Radioaktivität und Mitentdecker des Radiums und des Poloniums im Jahr 1898 – zu Beginn des 19. Jahrhunderts Untersuchungen im Limousin durchführten. In Wirklichkeit wurde aber der erste Pechblendegang im Jahr 1949 in den Monts d’Ambazac von Prospektoren des neu gegründeten Commissariat à l'énergie atomique gefunden.
Am 21. Februar 1949 stellte eine regionale Tageszeitung die Frage, ob die Uranlagerstätte von Saint-Sylvestre nicht das reichste Uranvorkommen darstellt, das jemals auf der Welt entdeckt worden war. Der Aufruf des Bürgermeisters von Saint-Sylvestre an Arbeiter der Straßenmeisterei, endlich mit dem Abbau zu beginnen, löste in der damaligen Presse ein enormes Echo aus.
Aufschwung