Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) ist eine Vereinigung der in Forschung und Lehre tätigen Psychologen und Psychologinnen als wissenschaftliche Fachgesellschaft für das Fach Psychologie. Sitz der DGPs ist Berlin, wo sich auch die Geschäftsstelle befindet. Die Rechtsform ist die eines rechtsfähigen eingetragenen Vereins.Satzung der DGPs vom 28. September 1962 in der Fassung vom 28. November 2022, abgerufen am 13. Juni 2023 Aktuelle Präsidentin ist Eva-Lotta Brakemeier.
Ziele und Mitgliedschaft Die DGPs, die sich als wissenschaftliche Fachgesellschaft versteht, verfolgt gemeinnützige Zwecke insbesondere durch: Veranstaltung von Fachkongressen in der Regel alle zwei Jahre Förderung der intradisziplinären Kommunikation innerhalb des Gesamtgebietes der Psychologie (innerhalb der Psychologie werden verschiedene Disziplinen als Grundlagen- und Anwendungsfächer unterschieden) Anregung von psychologischen und interdisziplinären Forschungsprogrammen Förderung von Fachpublikationen (dabei besondere Berücksichtigung von Open Science) Sicherung und Erweiterung der Stellung der Psychologie an Hochschulen, in Forschungsinstituten und sonstigen wissenschaftlichen Einrichtungen, im Schulunterricht und anderen Ausbildungsbereichen sowie in der Öffentlichkeit. Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der Psychologie (Unterstützung postgradualer wissenschaftlicher Qualifizierungen als auch die frühzeitige Förderung des internationalen wissenschaftlichen Austausches). Mitwirkung bei der Regelung des psychologischen Ausbildungs- und Prüfungswesens (Empfehlung der DGPs zu Inhalt und Ablauf von Bachelor- und Masterstudiengängen sowie der Benennung der Abschlüsse) Mitwirkung an der Fort- und Weiterbildung für graduierte Psychologen, insbesondere an dem wissenschaftlichen Teil solcher Programme. Benennung von Sachverständigen sowie Gutachtern für Forschungsförderungs- und sonstige Institutionen. Vorbereitung von Stellungnahmen zu wissenschaftlichen Fragen der Psychologie. Zusammenarbeit mit psychologischen Berufsverbänden, mit Nachbardisziplinen und mit anderen wissenschaftlichen Vereinigungen. In derartigen Kooperationen vertritt die DGPs die wissenschaftlichen Belange der Psychologie. Mitarbeit in internationalen wissenschaftlichen Vereinigungen und Verbänden. Information der Öffentlichkeit über Stand und Entwicklung der Psychologie.
Die DGPs bildet seit 1964 zusammen mit dem Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e. V. (BDP) die Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen als Vertretung für alle Fragen, die Wissenschaft, berufliche Praxis sowie internationale Vertretungen (z. B. International Union of Psychological Science) betreffen.
Das offizielle Organ der DGPs ist heute die Psychologische Rundschau. Diese Fachzeitschrift erscheint seit 1949 vierteljährlich im Hogrefe-Verlag und sie erhalten alle Mitglieder ohne Extrakosten. Erstes offizielles Organ war die Zeitschrift für Psychologie bis 1945, sie wurde von Kurt Gottschaldt erst 1954 als allgemeine psychologische Fachzeitschrift wiederbegründet.
Die Gesellschaft hat mit Stand Juli 2025 über 5'800 Mitglieder. Ordentliches Mitglied kann werden, wer promoviert und darüber hinaus eine wissenschaftliche Arbeit vorgelegt hat. Bevor diese Bedingungen erfüllt sind, kann man assoziiertes Mitglied werden, wenn man wissenschaftlich tätig ist. Studierende in Master of Science-Studiengängen der Psychologie oder äquivalenten Studiengängen können studentische Mitglieder werden. Eine Aufnahme als studentisches, assoziiertes oder als ordentliches Mitglied erfordert eine Empfehlung von zwei Mitgliedern der DGPs und die Zustimmung des Vorstandes. Ein Ehrengericht ist das Disziplinarorgan der DGPs.
Die DGPs wird von einem siebenköpfigen Vorstand präsidiert, ein Vertreter der Jungmitglieder ist seit 2014 darunter. Die Wahlperiode beträgt 2 Jahre, Wahlen sind mit den Mitgliederversammlungen verbunden.
Die DGPs hat ihren Gesellschaftssitz in Berlin, wo 4 Personen angestellt sind (Büroleitung und wissenschaftliche Referentin, Pressereferentin, 2 Personen für Mitglieder und Finanzen).
Gremien der DGPs bzw. mit Beteiligung der DGPs Folgende Kommissionen und Arbeitsgruppen sind 2025 aktiv: Ethikkommission (Prüfung und Stellungnahme zur ethischen Vertretbarkeit der Ziele und Verfahrensweisen psychologischer Forschungsvorhaben) Kommission Open Science (seit 2019; Konzepte zum Thema Open Science in der Lehre entwickeln, über neue Entwicklungen informieren und motivieren, Open Science zu praktizieren). Kommission Psychologie und Psychotherapie (Interessen der DGPs bei der Novellierung des Psychotherapeutengesetzes vertreten). Das im September 2020 in Kraft getretene neue Psychotherapeutengesetz stellt Anforderungen an das Bachelor- und Masterstudium (Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie, Abschluss eine zusätzliche staatliche Approbationsprüfung) Kommission Studium und Lehre (Handlungsempfehlungen für Studium und Lehre und deren Qualitätssicherung erarbeiten) Kommission „Anreizsystem, Machtmissbrauch und wissenschaftliches Fehlverhalten“ (Handreichung verfassen, die Vorschläge enthält, wie strukturelle Anreize zum Machtmissbrauch in der Wissenschaft verringert werden können) Kommission Psychologie in den Lehramtsstudiengängen Arbeitsgruppe „Förderung der Verbundforschung“ Kommission zur Prüfung der Anträge auf Akkreditierung von Weiterbildungsstudiengängen in Psychologischer Psychotherapie Kommission Steuerungsgruppe Leitlinien (Leitlinien für die Behandlung psychischen Störungen bei Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen). Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz: Wie kann Künstliche Intelligenz (KI) gewinnbringend in der Schule eingesetzt werden? Welche Chancen und Risiken gibt es beim Einsatz von KI in der Arbeitswelt? Wie wird KI psychotherapeutische Diagnostik und Interventionen verändern Arbeitsgruppe CoARA (Coalition for Advancing Research Assessment - Initiative, die sich für eine faire, transparente und qualitative Weiterentwicklung der Bewertung wissenschaftlicher Forschung einsetzt). Seit 2020 verfügt die Deutsche Gesellschaft für Psychologie über ein zentrales Ombudsgremium. Dieses beschäftigt sich mit Fragen der guten wissenschaftlichen Praxis, wissenschaftlichem Fehlverhalten, sowie mit Fehlverhalten am Arbeits- und Studienplatz an psychologischen Instituten in Deutschland.
Daneben gibt es folgende Föderative Kommissionen (DGPs und Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen): Fachgremium Rechtspsychologie Föderative Richtlinienkommission Ethik Diagnostik- und Testkuratorium (DTK) Nationale Anerkennungskommission EuroPsy (NAK) Leitlinien Sozialrechtliche Begutachtung Psychologie an Schulen
Weitere Kommissionen unter Teilnahme der DGPs außerhalb der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen sind der Gesprächskreis der Psychotherapeutenverbände (GK-II) Zusammenschluss von 35 psychotherapeutischen Verbänden in Deutschland, 3 Vertreter der DGPs, die Jury zur Vergabe des „Deutschen Psychologiepreises“ (DGPs, BDP, Bundespsychotherapeutenkammer und Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID) als Trägerorganisationen)Deutscher Psychologie Preis auf psychologie-preis.de
Die Jungmitgliedervertretung setzt sich aus einem Mitglied im Vorstand sowie Jungmitgliedervertretungen in jeweiligen Fachgruppen (Vertreter und Stellvertreter) Dies soll studentischen Mitgliedern sowie Mitgliedern, die bisher keine ordentliche Professur innehaben, eine offizielle Plattform geben.
Fakultätentag Psychologie Der am 18. Mai 2015 in Frankfurt am Main gegründete Fakultätentag Psychologie vereint Stand Juli 2025 64 universitäre Institute aus Deutschland und 3 assoziierte Mitgliedsinstitute aus dem Ausland. Er ist „Ansprechpartner bei Gesprächen auf politischer Ebene, um die Interessen der psychologischen Institute deutscher Universitäten zu vertreten. Er soll außerdem der Kommunikation zwischen den Instituten dienen, wenn es um die Diskussion und Abstimmung von Fragen z. B. der Organisation von Studium und Lehre, der Inhalte von Studiengängen oder der Schwerpunktsetzungen geht“. Er hat den Status einer Fachgruppe der Gesellschaft, die Geschäftsstelle der DGPs in Berlin betreut auch den Fakultätentag. Vorsitzender des Fakultätentages ist der Göttinger Professor Stefan Schulz-Hardt.
Angebote der DGPs Für die Mitglieder und die Öffentlichkeit werden verschiedene Dienstleistungen angeboten. Dazu gehören: Epertendatenbank, wo Ansprechpersonen zu verschiedenen Themen ür Interviews, Hintergrundgespräche, wissenschaftliche Stellungnahmen etc. zur Verfügung stehen. Studienführer Psychologie für Interessenten an einem Psychologiestudium (Hauptfach, andere Studiengänge) Es werden auch verschiedene Self Assessments aufgeführt, wo man ermitteln kann, ob ein Psychologiestudium das Richtige für jemanden ist. Qualitätssiegel für psychologische Studiengänge, die in Bezug auf Struktur und Inhalt den Empfehlungen der DGPs folgen und die gewisse Mindeststandards der Wissenschaftlichkeit und Forschungsorientierung einhalten. Zentrum für wissenschaftlich-psychologische Dienstleistungen (DGPs) der TransMIT GmbH macht psychologische Dienstleistungen verfügbar. Beauftragt von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, stützen sich die Dienstleistungen auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Forschung. Die Weiterbildung Rechtspsychologie ist bereits etabliert. Studieneignungstest für den Bachelorstudiengang Psychologie BaPsy-DGPs. Seit 2023 können Interessierte ihre Chancen für die Zulassung mit der Teilnahme am bundeseinheitlichen Studieneignungstest BaPsy-DGPs erhöhen. Der Test ist freiwillig und kann im NC-Fach Psychologie zusätzliche Punkte für die Zulassung bringen. Mitglieder können Stellenangebote beim Stellenportal PsychJob des Hogrefe Verlages kostenlos aufgeben und werden per Rundmail über neue Stellenangebote informiert.
Fachgruppen der DGPs Die verschiedenen Teildisziplinen der Psychologie sind in Fachgruppen organisiert. Fachgruppen haben aus ihren Reihen Experten benannt, die Auskunft zu speziellen Themen geben können. Die meisten davon unterhalten eine eigene Homepage mit spezifischen Informationen:
Allgemeine Psychologie: Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Denken, Sprache, Lernen, Gedächtnis, Motivation und Emotion Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie: Wechselbeziehungen zwischen Arbeits- und Organisationsbedingungen und menschlichem Erleben und Verhalten Biologische Psychologie und Neuropsychologie: Anatomische und physiologische Grundlagen menschlichen Verhaltens und Erlebens sowie physiologische Effekte psychologischer Prozesse; Neuronale Bedingungen psychologischer Prozesse Differentielle Psychologie, Persönlichkeitspsychologie und psychologische Diagnostik: Individuelle Besonderheiten und interindividuelle Unterschiede – Anwendung psychologischen Wissens auf den Einzelfall, Beschreibung, Erklärung und Prognose von Verhalten Entwicklungspsychologie: Veränderungsprozesse über die Lebensspanne inklusive Gerontopsychologie – Besonderheiten psychischer Funktionen im höheren Alter Geschichte der Psychologie: Historische Entwicklung der Psychologie als eigenständige Wissenschaft Gesundheitspsychologie: Personale, soziale und strukturelle Einflussfaktoren für die körperliche und seelische Gesundheit Ingenieurpsychologie: gegründet 2018 (Beschluss der Mitgliederversammlung der DGPs vom 19. September 2018) Klinische Psychologie und Psychotherapie: Bedingungen von Krankheit und Gesundheit sowie Entwicklung von verhaltens- und erlebensverändernden Interventionen inklusive Rehabilitationspsychologie: Anwendung psychologischer Kenntnisse in der Rehabilitation Medienpsychologie: Menschliches Erleben und Verhalten im Zusammenhang mit der Nutzung von Medien