Ute Remus (* 1941 in HamburgSibylle Plogstedt: Ute Remus – Bloß nicht auf Sand bauen. Rezension vom 12. Juni 2013 auf AVIVA-Berlin.de – Online-Magazin und Informationsportal für Frauen, abgerufen am 1. Mai 2020.) ist eine deutsche Schauspielerin, Radiomoderatorin und -redakteurin sowie Vorleserin und Schriftstellerin. Sie arbeitete unter anderem in der Redaktion der WDR 2-Radiosendung daheim und unterwegs und war Redaktionsleiterin des frauenpolitischen Hörfunk-Magazins Abwasch auf WDR 5.
Leben Ute Remus wurde als drittes Kind ihrer Mutter Klara und ihres Vaters Ferdinand als „Nachzüglerin“ 1941 in Hamburg geboren. Ihr Vater starb 1951, als sie zehn Jahre alt war, und sie besuchte das neusprachliche Gymnasium in Hamburg-Rahlstedt. Sie verließ die Schule noch vor dem Abitur, um in Frankreich als Au-pair zu arbeiten und Französisch zu lernen. Zurück in Deutschland finanzierte sie ihr dreijähriges Schauspielstudium in Hamburg mit einem Stipendium der Hansestadt Hamburg sowie Fabrik- und Bürojobs.
Nach einer Ausbildung zur Schauspielerin hatte sie Engagements an Theatern in Hamburg („Theater am Mundsburger Damm“), Karlsruhe und Baden-Baden. Beim dortigen Südwestfunk sammelte sie parallel erste Hörfunkerfahrung als Sprecherin, im Hörspiel und im Bereich Reportage, bevor sie 1976 als Hörfunkredakteurin mit Moderationsaufgaben zum WDR wechselte und ihren Lebensmittelpunkt nach Köln verlagerte. Sie konzipierte und leitete ab 1974 die neue Hörfunkreihe Alltagskonflikte im WDR 2, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde – 1989 für eine Folge über deutsch-türkische Liebesbeziehungen mit dem Civis Hörfunkpreis für besondere Programmleistungen. Im selben Jahr sorgte eine Sendung über den § 218 für eine Beschwerde von Abtreibungsgegnern beim Rundfunkrat, der teilweise stattgegeben wurde.
Politisch engagierte sich Remus auf vielfältige Weise, unter anderem war sie ab 1972 im Vorstand des Republikanischen Clubs in Köln, unterstützte die feministische Zeitschrift Courage und setzte sich später für die Verbesserung der Situation von Frauen in Medienberufen ein.
Nach Beginn ihres Ruhestands als Hörfunkjournalistin produzierte sie im Eigenverlag ein Hörbuch zu der Künstlerin Emma Gertrud Eckermann und eine Hommage an die Künstlerin Lou Straus-Ernst auf CD. Nach längerer Recherche publizierte Remus 2013 einen „Roman in Fragmenten“ inklusive Hörbuch über ihre eigene Familiengeschichte.
In ihrem Wohnort Brühl engagiert sie sich für das Max-Ernst-Museum, im örtlichen Kunstverein und seit 2015 auch in der Flüchtlingshilfe, in vielen Fällen als Teilnehmerin an Lesungen.
Ute Remus ist Mutter eines Sohnes. Sie war bis zu ihrem Renteneintritt Mitglied des Journalistinnenbundes.
Auszeichnungen 1976: Kurt-Magnus-Preis für Hörfunknachwuchs 1989: Civis Hörfunkpreis – Sonderpreis für besondere Programmleistungen für „Alltagskonflikte – Mit so einem gehst Du? – Deutsch-türkische Liebe“ (WDR)
Werke (Auswahl)
Literatur Nicole Schaffer: Wachsam in den Alltag – Ute Remus. In: Birgit Buchinger, Renate Böhm, Ela Großmann (Hrsg.): Kämpferinnen. Mandelbaum, Wien 2021, ISBN 978-3-85476-984-2, S. 137–153.
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Einzelnachweise
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