Die Miniature Railway der Exposition internationale du Nord de la France in Roubaix war eine 1911 mit einer Dampflokomotive betriebene Parkeisenbahn mit einer Spurweite von 381 mm (15 Zoll).Exposition internationale du Nord de la France, Roubaix, 1911.

Geschichte Die Internationale Ausstellung von Nordfrankreich fand vom 30. April bis zum 6. November 1911 in Roubaix statt. Zwei Jahre vor der Ausstellung beschloss der Stadtrat von Roubaix unter der Leitung von Eugène Motte am 19. März 1909, dass die Gemeinde an einer internationalen Veranstaltung teilnehmen sollte.Hubert Ledoux: La cité de la laine à l’apogée de sa puissance. Cent ans de vie dans la région, Band 1, 1900–1914: Un train d’enfer, La Voix du Nord, 17. November 1998, S. 82–84. Diese Veranstaltung, die im Barbieux-Park und dessen Umgebung stattfand, sollte die Vormachtstellung der Stadt Roubaix auf dem Gebiet der Textilherstellung demonstrieren und zeigen, dass „Kapital“ und „Arbeit“ koexistieren können.Robert Vandenbussche: Les grands événements du Nord de 1900 à nos jours. De Borée, 2014, ISBN 978-2-8129-0990-0. S. 52–53. Sie fand am Höhepunkt der wirtschaftlichen Entwicklung von Roubaix statt, das einige Jahre später durch den Ersten Weltkrieg völlig ruiniert wurde.

Die Veranstalter wandten sich an die Stammgäste von großen Ausstellungen, insbesondere Industriefirmen und Handelskammern aus den Kolonien und dem europäischen und weltweiten Ausland. Sechs Länder waren offiziell vertreten: Italien, Argentinien, Belgien, die Niederlande, Australien und Neuseeland. Auf dem Gelände befanden sich verschiedene Pavillons z. B. der Kolonien, der neuen Berufe und Techniken, der Nationen, aber auch jene des Roten Kreuzes. Zahlreiche Attraktionen sollten Besucher anlocken und verführen: ein französisches Restaurant, ein flämisches Dorf, ein senegalesisches Dorf, ein Luna Park genannter Vergnügungspark, ein Casino, eine Ausstellung moderner Kunst, ein Stadion, bis hin zu einem kleinen Flugplatz auf nahe gelegenem Land.Exposition internationale de Roubaix 1911.

Der Zugang zur Ausstellung erfolgte durch ein monumentales Portal am Ende des Boulevard de Paris (heute Boulevard De Gaulle). Insgesamt waren 3300–3500 Aussteller auf der Messe vertreten. Die Veranstaltung zog laut unterschiedlichen Berichten zwischen 800.000 und 1.700.000 Besucher aus ganz Frankreich, aber auch aus dem benachbarten Belgien und Großbritannien an.

Streckenverlauf Die Schmalspurbahn verlief entlang der Avenue Le Nôtre und der Avenue Jussieu.Philippe Waret: Chroniques de l’Exposition Internationale du Nord de la France Roubaix 1911.

Lokomotive Bei der Lokomotive handelte es sich wohl um eine vom Hersteller auch in Köln, Breslau und Budapest eingesetzte Liliput-Lokomotive der von Wenman Joseph Bassett-Lowke gegründeten Firma Miniature Railways of Great Britain Ltd in Northampton.Brighton Toy and Model Museum: The Bassett-Lowke Story, by Roland Fuller.Roland Fuller: The Bassett-Lowke Story. Sie war eine Atlantic-Schlepptender-Dampflokomotiven mit der Achsfolge 2’B1’, also mit einem vorauslaufenden Drehgestell, zwei Kuppelachsen und einer Laufachse, die beweglich im Rahmen gelagert war.

Scénic Railway Die Scénic Railway war eine hölzerne Achterbahn im Lunapark (Parc de Attractions) auf der gleichen Ausstellung.Luna Park, la perle de l’Exposition, le Scénic Railway, Laffineur-Samin, Collotype, 1911, Exposition Internationale reimagined.

Siehe auch Chemin de Fer de l’Exposition du Nord de la France (1904)

Einzelnachweise

Kategorie:Schienenverkehr (Frankreich) Kategorie:Parkeisenbahn