mini|Plan des Tempels (s. Text) Der Keishun-in () ist einer der 48 Untertempel des Zen-Tempels Myōshin-ji in Japans Hauptstadt Kyōto. Er ist bekannt für seinen bemerkenswerten Garten, der öffentlich zugänglich ist.
Geschichte Der Tempel wurde 1598 von Oda Hidenori (; ?–1625) gegründet. Dieser war der zweite Sohn Oda Nobutadas (; 1557–1582) und damit der Enkel des mächtigen Feudalherren Oda Nobunaga. Ursprünglich hieß der Tempel Kenshō-in (), wurde aber 1632 von seinem Förderer Ishikawa Sadamasa (; 1575–1657), der aus einer wohlhabenden Familie in der Provinz Mino stammte, anlässlich des 50. Todestages seines Vaters Ishikawa Mitsumasa (), in Keishun-in umbenannt.
Gebäude Man betritt den Tempel von Westen her durch ein kleines Tempeltor (Omote-mon, 1 im Plan). Die Abtsresidenz (; 2) wurde 1631 errichtet. Dieses Gebäude hat ein Krüppelwalmdach und ist mit Ziegeln () gedeckt. Innen in der Mitte befindet sich der Andachtsraum mit der Hauptkultfigur, einem Yakushi-Buddha, und ein weiterer Raum. Sämtliche Schiebetüren () wurden von Kanō Sansetsu, Sansetsus Meisterschüler, mit Landschaftsbildern bemalt. In der Mitte sieht man auf den Schiebetüren eine Landschaft mit kahlen Bäumen und Raben, einer Anlegestelle für Boote, dazu Mönche. Im Raum im Osten sieht man eine Landschaft mit landenden Wildgänsen, im Raum im Westen alte Kiefern und einen umrankten Wasserfall. Die Komposition auf Schiebetüren „Dreitage-Mond und Kiefern auf Goldgrund“ () war ursprünglich ein Wandbild hinter dem Altar.
Gartenanlage Der kleine Shōjō-Garten () – Garten der Reinheit – ist als Trockengarten (Kare-san-sui) im Innenhof nördlich der Abtresidenz angelegt, im Zwischenbereich zum Shōin. Es gibt dort eine Quelle und in der Nordwest-Ecke einen trockenen Wasserfall, gestaltet mit großen und ungewöhnlichen Steinen aus der Präfektur Wakayama. Der Shii-Garten (; C) – Garten der Gedanken – befindet sich östlich der Abtsresidenz. Dort stehen 16 Arhat-Steine auf zwei künstlichen Erhebungen. Der grundlegende Stein in der Mitte ist als Meditationsstein des Zen gedacht. Zusammengesehen macht der Garten den Eindruck eines Märchenlandes. Der Shinnyo-Garten (; D) – Garten der absoluten Wahrheit – südlich der Abtsresidenz ist auf der Böschung gleichförmig mit beschnittenen Azaleen-Sträuchern bedeckt und auf der tiefer liegenden Ebene mit Ahorn-Bäumen bepflanzt. Der Boden ist mit dichtem Moos bedeckt. Dort liegen 15 Steine in einer 7-5-3-Anordnung. Sie weisen auf den Vollmond hin, der nach dem alten Mond-Kalender am 15. Tag des Monats zu sehen ist. Eine Hecke grenzt den Garten nach Süden zum dortigen Wabi-Garten ab. Der Wabi-Garten (; B) – Garten der Schlichtheit als Schönheit und Unvollkommenheit – ist im Bereich östlich des Shōin ein RojiRoji () bedeutet eigentlich nur schmaler Weg, der Weg zum Teehaus., ein Teegarten. Ein aus Steinplatten bestehender Weg führt durch den Garten nach unten. Das Baiken-Tor () und eine Gartenpforte () trennen den äußeren und den inneren Bereich voneinander ab. Der Garten senkt sich dann noch weiter ab und geht schließlich in den Bereich südlich des Shinnyo-Gartens über. Im Südost-Bereich "sitzen" sieben Steine wie Buddhas, es gibt eine Wasserquelle und den Grünen Drachenteich (). Der Garten wird 1799 in einer Beschreibung von Kyōto lobend erwähnt; und die Gesamtheit aus den vier Gärten erhielt 1931 die Einstufung als historische Stätte von besonderer landschaftlicher Schönheit (wörtlich "schöne Geschichtsspur").
Teeraum Der Teeraum Kihaku-an () „Fastweiße Klause“, liegt versteckt hinter der Nordostecke des Shoin (), also den privaten Räumen des Abts. Der Teeraum soll im Jahr 1631 von der Burg Nagahama zusammen mit dem Shoin hierhergekommen sein. Er ist nicht öffentlich zugänglich.
Bilder
Anmerkungen
Literatur Faltblätter des Tempels zum Garten, japanisch, englisch Kyoto-fu rekishi isan kenkyukai (Hrsg.): Keishunin. In: Kyoto-fu no rekishi sampo (jo). Yamakawa Shuppan, 2011. ISBN 978-4-634-24626-3. S. 251.
Weblinks
Kategorie:Buddhistischer Tempel in Kyōto Kategorie:Zen Kategorie:Landschaftlich Schöner Ort in der Präfektur Kyōto Kategorie:Historische Stätte Japans