Saint-Thomas-en-Argonne ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Marne in der Region Grand Est (bis 2015 Champagne-Ardenne). Sie gehört zum Arrondissement Châlons-en-Champagne und zum Gemeindeverband L’Argonne Champenoise.
Geografie Die Gemeinde Saint-Thomas-en-Argonne liegt etwa 43 Kilometer westlich von Verdun am rechten Ufer des Flusses Aisne. Die Aisne bildet nicht nur die westliche Gemeindegrenze von Saint-Thomas-en-Argonne, sondern trennt auch die Landschaft der Argonnen im Osten von der „Trockenen Champagne“ im Westen. Das Gebiet der 4,41 km² umfassenden Gemeinde erstreckt sich vom Ufer der Aisne auf 125 m über dem Meer nach Nordosten auf die waldreichen Ausläufer der Argonnen. Im äußersten Nordosten wird mit 185 m über Meereshöhe der höchste Punkt in der Gemeinde erreicht. Hier wurde ein Soldatenfriedhof angelegt. Im Norden hat die Gemeinde einen Anteil am Naturschutzgebiet des großen Waldes Forêt Domaniale de Servon-Melzicourt. Im Süden der Gemeinde mündet das Flüsschen Biesme in die Aisne. Das Dorf Saint-Thomas liegt auf einem Plateau nahe der steilen Kante, die das Gelände um 25 Höhenmeter zum Aisnetal abfallen lässt. Umgeben wird Saint-Thomas-en-Argonne von den Nachbargemeinden Servon-Melzicourt im Westen und Norden, Vienne-le-Château im Osten und Süden sowie Vienne-la-Ville im Südwesten.
Geschichte mini|links|Schützengraben 1917 bei Saint-Thomas Das im Jahr 1096 gegründete Priorat Saint-Thomas war von der Abtei Saint-Remi in Reims abhängig; die Privilegien des Priorats wurden 1182 von Papst Lucius III. bestätigt. Das Klosterleben endete um 1530 und im 18. Jahrhundert war das Priorat die Kirche des Pfarrers der Nachbargemeinde Vienne-le-Château; Die Klostergebäude wurden um 1633 zerstört und das letzte Inventar 1792 verkauft. Die heutige Pfarrkirche gehört zum Dekanat Cernay-en-Dormois in der Diözese Reims.Geschichtsabriss auf culture.gov.fr (französisch)
Während der Französischen Revolution trug die Gemeinde die Namen Bel-Air-sur-Aisne und Mont-Aisne. Erst im Jahr 1921 bekam Saint-Thomas den Namenszusatz -en-Argonne.Ortsnamen auf cassini.ehess.fr
Das Dorf wurde im Ersten Weltkrieg vollständig zerstört. Der Wiederaufbau von Saint-Thomas erfolgte in den 1920er Jahren; das Rathaus- und Schulgebäude wurde 1923 mit Hilfe der nahe Paris gelegenen Stadt Courbevoie errichtet.Wiederaufbau auf culture.gov.fr (französisch)
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012 2022 Einwohner 83 84 78 59 53 51 44 38 37 Im Jahr 1861 wurde mit 212 Bewohnern die bisher höchste Einwohnerzahl ermittelt.Saint-Thomas-en-Argonne auf cassini.ehess.frDossier complet Commune de Saint-Thomas-en-Argonne (51519), auf insee.fr
Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Thomas, 1823 errichtet, im Ersten Weltkrieg zerstört, 1925 wiederhergestellt (nur eine Treppe der alten Kirche ist erhalten geblieben) Nationale Nekropole (Soldatenfriedhof) Kapelle Poilus Calvaire
Wirtschaft und Infrastruktur In Saint-Thomas-en-Argonne sind ein Landwirtschaftsbetrieb (Getreideanbau) und ein Forstbetrieb ansässig.Landwirtschaftsbetrieb auf annuaire-mairie.fr (französisch)Forstbetrieb auf annuaire-mairie.fr (französisch)
Saint-Thomas-en-Argonne ist durch Nebenstraßen mit den benachbarten Gemeinden verbunden. In der zwölf Kilometer südlich gelegenen Kleinstadt Sainte-Menehould besteht ein Anschluss an die Autoroute A 4 von Paris nach Straßburg.
Belege
Weblinks
Saint-Thomas auf argonnechampenoise.fr (französisch) Fotos der Kapelle Poilus
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