|} mini|Zuckerfabrik in Maʿsarat Samalut, von Fives-Lille 1871–1872 errichtet (Feldbahnloks am linken und rechten Bildrand) Die Feldbahnen der Daira Saniyya waren ein mehr als 250 km langes Schmalspurbahnnetz in Ägypten auf den etwa 340.000 Hektar großen, von der Daira Saniyya verwalteten Landgütern des Khediven Ismail Pascha, einschließlich der Feldbahn der Provinz al-Minya, 250 km südlich von Kairo am westlichen Ufer des Nil.

Geschichte Zum Transport des Baumaterials für die Zuckerfabriken und für den Transport des Zuckerrohrs und der Zuckerprodukte ließ der Khedive Ismail Pascha 1867–1875 von den französischen Firmen Cail und Fives-Lille etwa 14 Zuckerfabriken bauen, die die Grundlage und die technische Infrastruktur für die moderne Rohrzuckerindustrie in Mittel- und Oberägypten bildeten. Weitere Zuckerfabriken wurde von britischen Firmen errichtet. Die schlüsselfertigen Bauvorhaben wurden inklusive der Maschinen jeweils von einem europäischen Generalunternehmer aus vorgefertigten eisernen Fachwerkstrukturen nach einem Konzept errichtet, das später auch in anderen Regionen der Welt angewendet wurde.Ralph Bodenstein: Sugar and Iron: Khedive Ismail’s sugar factories in Egypt and the role of French engineering companies (1867–1875).

Um 1878 betrieb die Daira Saniyya genannte Verwaltung der Landgüter des Khediven etwa 15 Zuckerfabriken, 250 Kilometer lange Eisenbahnstrecken, 50 Lokomotiven und 1500 Waggons. Die ägyptischen Zuckerfabriken konnten 100.000 Tonnen Rohzucker pro Jahr erzeugen und hatten jeweils eine Destille, um Alkohol zu brennen. Die Zuckerfabriken konnten pro Standort jeweils bis zu 1500 t Zuckerrohr pro Tag verarbeiten, die nach der Ernte mit der Feldbahn innerhalb weniger Stunden von den Feldern zu den Fabriken transportiert wurden.Adam Mestyan: A garden with mellow fruits of refinement. S. 56: Al-Dāʾira al-Saniyya (die Verwaltung der staatlichen Domainen) and al-Dāʾira al-Khāṣṣa oder Dāʾira-ı Khāṣṣa (Ismāʿīl’s private Verwaltung) wurden nicht klar voneinander getrennt.

Um 1900 gab es noch neun von der Daira Saniyya verwaltete Zuckerfabriken, die Rohzucker für die Raffinerie im Ausland, Melasse für den lokalen Markt und Alkohol herstellten. In einem vom ägyptischen Generalkonsul Lord Cromer aufgrund der hohen internationalen Verschuldung entworfenen Deal wurden die Zuckerfabriken und Feldbahnen der Daira Saniyya, aber nicht die Grundstücke der Plantagen, an die Société Générale des Sucreries et de la Raffinerie d’Egypte verkauft, die bereits zuvor zwei vergleichsweise moderne Zuckerfabriken in der Gegend betrieb. Diese geriet 1905 nach dem Selbstmord ihres Geschäftsführers Ernest Cronier in finanzielle Schwierigkeiten, woraufhin sie das Eisenbahnnetzwerk an den Staat verkaufte.Roger Owen: The Study of Middle Eastern Industrial History: Notes on the Interrelationship between Factories and Small-Scale Manufacturing with Special References to Lebanese Silk and Egyptian Sugar, 1900–1930. In: International Journal of Middle East Studies. Band 16, Nr. 4, November 1984, S. 479–481. Cambridge University Press.Uri M. Kupferschmidt: Henri Naus Bey: Retrieving the Biography of a Belgian Industrialist in Egypt. S. 44–46. Der 1905 durchgeführte Verkauf von 470 km Bahngleisen, 65 Lokomotiven und 2092 Wagen an den ägyptischen Staat brachte der Société Générale de Sucreries einen Erlös 400.000 E£.

Einzelnachweise

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