mini| Fritz Klingbeil, 2012 Fritz Klingbeil (* 8. November 1936 in Berlin; † 4. Januar 2023 ebenda), aufgewachsen in Hameln, Niedersachsen, war ein deutscher Maler, Bildhauer und Objektkünstler der konkret-konstruktiven Kunst.
Leben und Werk Fritz Klingbeil begann 1959 ein Studium der Malerei an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart bei Professor Heinrich Wildemann. Nach dem dreijährigen Studium und einem Jahr in Paris zog er 1964 nach Düsseldorf, wo er bis 2001 lebte und arbeitete. Unmittelbar nach dem Aufenthalt in Paris begann Klingbeil mit seinen konsequent konstruktiven Arbeiten. Abstrahierte Figuren finden sich bereits in den frühen Gemälden aus der Studienzeit an der Kunstakademie Stuttgart, aber nun geht Klingbeil konsequent den Weg zu einer geometrischen Abstraktion. Sein Arbeitsprinzip ist die Reduzierung auf das Wesentliche.
Studien für seine Gemälde entwarf er u. a. auf Millimeterpapier. Sowohl für Bilder als auch für seine dreidimensionalen Objekte benutzte er Legosteine als Arbeitsmaterial. So können verschiedene Variationen, Formen und Formgruppen hergestellt und ausprobiert werden.
Seine Farbwahl reduzierte Klingbeil auf die Grundfarben Rot, Blau und Gelb und die Nichtfarben Schwarz und Weiß. Der Dreiklang Schwarz, Weiß und Rot sollte ab Mitte der 1960er Jahre schließlich sein Werk im Besonderen charakterisieren.
1968 hatte Klingbeil seine erste Einzelausstellung in der Galerie Reckermann in Köln. 1969 folgten die nächsten Einzelausstellungen in der Galerie Rive Droite von Jean Larcade in Paris und in der Galerie Denise René Hans Mayer in Krefeld. Die Größe der Arbeiten steigert sich bis zu über zweieinhalb Meter hohen schlanken Säulen aus Plexiglas. Ende der 1970er Jahre nahm Klingbeil Einflüsse der Land-Art auf. Es entstanden Installationen in Landschaften mit Objekten aus Holz und Kunststoff.
1980 hatte Klingbeil eine Studioausstellung in der Galerie Christel in Stockholm, die damals von Axel Knipschild geleitet wurde. Ein Jahr später übernahm Knipschild die Galerie und gründete daraus zusammen mit Monica Urwitz (damals Thunwall) die Galerie Konstruktiv Tendens. 1983 fand dort eine Einzelausstellung Klingbeils statt. In den 1990er Jahren konnte Klingbeil seine Arbeiten wieder in Frankreich im Rahmen der Ausstellungstätigkeit der von Eva-Maria Fruhtrunk initiierten Vereinigung Repères (Association de soutien aux arts plastiques contemporains) zeigen.
An den Variationen seines Themas arbeitete der Künstler, der 2001 nach Berlin zog, bis zu seinem Tod.
Fritz Klingbeil war Mitglied im Westdeutschen Künstlerbund, an dessen Übersichtsausstellungen er seit 1979 achtmal teilgenommen hat, zuletzt 2019 im Osthaus Museum Hagen.
Galerie
Einzelausstellungen 1968 Galerie Reckermann, Köln 1969 Galerie Rive Droite, Paris 1969 Galerie Denise René Hans Mayer, Krefeld 1970 Denise René Hans Mayer, Kunstmarkt für Grafik und Objekte, Düsseldorf 1972 Galerie Reckermann, Köln 1972 Galerie Jesse, Bielefeld 1973 Galerie Reckermann, Köln 1976 Galerie Reckermann, Köln 1976 Galerie Jesse, Bielefeld 1977 Galerie an der Neupforte, Aachen 1978 Galerie december, Düsseldorf 1982 Galerie Am Schloßwall, Osnabrück 1982 Galerie im Zentrum, Berlin 1983 Galerie Linie, Moers 1983 Galerie Konstruktiv Tendens, Stockholm 1987 Galerie Maier-Hahn, Düsseldorf 1991 Kunstzimmer Toni Mörger, Düsseldorf
Arbeiten in öffentlichen Sammlungen/Museen Landesversicherungsanstalt (LVA) Rheinprovinz (heute: Deutsche Rentenversicherung Rheinland) Sammlung Deutsche Bank Kunstmuseum Düsseldorf im Ehrenhof (heute: Museum Kunstpalast) Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt Kunstmuseum Stuttgart, Stuttgart Kunstmuseum Reutlingen Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am Rhein Leopold-Hoesch-Museum, Düren (Hubertus Schoeller Stiftung) Museum gegenstandsfreier Kunst, Otterndorf Museum van Hedendaagse Kunst Antwerpen, Belgien Mondriaanhuis, Amersfoort, Niederlande Musée des Ursulines, Mâcon, Frankreich (Sammlung Repères) Musée de Cambrai, Frankreich (Sammlung Eva-Maria Fruhtrunk) Ernest Zmeták Art Gallery in Nové Zámky, Slowakei Lidice Art Collection, Lidice, Tschechische Republik
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) 1962 das junge Hameln ’62, Studio des Kunstkreises Hameln 1962 50. Herbstausstellung niedersächsischer Künstler, Kunstverein Hannover 1966 Große Kunstausstellung München 1966, Haus der Kunst, München 1967 Vom Konstruktivismus zur Kinetik 1917 bis 1967, Galerie Denise René Hans Mayer, Krefeld (Eröffnungsausstellung) 1968 Galerie Reckermann in Kassel während der documenta (Accrochage) 1968 Neue Monumente Deutschland, Juli 1968, Galerie René Block, Berlin 1968 Deutscher Kunstpreis der Jugend 1968, Plastik, Kunsthalle Mannheim 1970 Kölner Kunstmarkt 1970, Galerie Reckermann 1971 Düsseldorf – Stadt der Künstler, Neue Messe, Düsseldorf 1973 between 7, Städtische Kunsthalle Düsseldorf / Some 260 miles from here, Gallery House London (in Räumen des Goethe-Instituts London) 1974 Multiples – Ein Versuch die Entwicklung des Auflagenobjektes darzustellen, Neuer Berliner Kunstverein in den Räumen der Kunstbibliothek, Berlin 1976 Nachbarschaft, Städtische Kunsthalle Düsseldorf 1976 Art 7 ’76 Basel, Galerie Jesse 1977 03 23 03 – Premières rencontres internationales d’art contemporain, Galerie Nationale du Canada, Ottawa 1977 Ausschnitte 1, Städtische Kunsthalle Düsseldorf 1977 Konstruktion – Funktion – Reduktion, Galerie an der Neupforte, Aachen 1978 9 Német Művész 1978, Józsefvárosi Kiállítóterem, Budapest („Neun deutsche Künstler“, Grafikausstellung) 1978 Künstler arbeiten im Kunstverein Gelsenkirchen, Städtisches Museum und Sommerfest Schloss Berge (Aktionen) 1980 Studioausstellung, Galerie Christel, Stockholm 1982 Studioausstellung, Galerie Konstruktiv Tendens, Stockholm 1982 ARTEDER ’82, Muestra Internacional de Obra Gráfica (International Exhibition of Graphic Arts), Bilbao, Spanien 1982 Geometrisk Abstraktion I 1920 – 1982, Galerie Konstruktiv Tendens, Stockholm 1983 Stockholm International Art Expo, Galerie Konstruktiv Tendens 1984 Stockholm Art Fair, Galerie Konstruktiv Tendens 1984 Neue Konkrete Kunst in Deutschland, Galerie Schoeller, Düsseldorf 1984 Art Cologne 1984, Galerie Maier-Hahn 1984 Heinrich Wildemann und Schüler – Beispiel einer Malklasse, Staatliche Akademie der bildenden Künste Stuttgart 1986 Die 60er Jahre – Kölns Weg zur Kunstmetropole – Vom Happening zum Kunstmarkt, Kölnischer Kunstverein, Köln 1986 die ecke the corner le coin, Edition & Galerie Hoffmann, Friedberg 1991 Hommage à Imre Kocsis 1937 – 1991, REPERES au Chȃteu de Courtry, Sivry-Courtry, Frankreich 1992 REPERES PARIS dix ans pour l’Art Construit 1982 – 1992, Stiftung für konkrete Kunst, Reutlingen 1994 REPERES Propositions pour l’Art Construit, Centre d’Art Contemporain de Saint-Priest, Frankreich 1997 Donation Repères, Art Construit – Art Concret, Musée des Ursulines, Mâcon, Frankreich 2005 Art construit – Art concret, Donation Eva-Maria Fruhtrunk, Musée de Cambrai, Frankreich 2006 Über Kopf, 20 Jahre Kunst bei Flottmann, Flottmann-Hallen, Herne 2007 Große Kunstausstellung NRW Düsseldorf 2006/07, museum kunst palast, Düsseldorf 2009 Wechselwirkungen – Der Westdeutsche Künstlerbund in der Galerie KOBRO der Władyslaw-Stremiński-Kunstakademie, Łódź, Polen 2016 30HOCH – 30 Jahre Kunst bei Flottmann, Flottmann-Hallen, Herne 2019 art KARLSRUHE 2019, Galerie Albrecht 2020 Ausblicke, Galerie Albrecht, Berlin (kuratiert von Harald F. Theiss) 2024 „Das Quadrat muss den Raum beherrschen!“ Aurélie Nemours und Zeitgenossen, Kunstmuseum Reutlingen | konkret 2024 Farbrausch. Werke aus der Sammlung Kemp, Kunstpalast, Düsseldorf 2025 „Reduktion auf das Wesentliche“ – Schenkung Fritz Klingbeil und Sammlung des MgK, Museum gegenstandsfreier Kunst, Otterndorf
Literatur
Gerald Just (Hrsg.): Galerie december, 1973–1979. In: New Observations. Nr. 23, Juni 1984. New Observations Publications Inc., New York 1984.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied im Westdeutschen Künstlerbund Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Künstler der Konkreten Kunst Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1936 Kategorie:Gestorben 2023 Kategorie:Mann