Ernst Christian Dziobek (auch Dziobeck, Dziobek I oder Dziobeck I; * 28. Mai 1795 in Lyck; † 26. April 1845 Köln) war ein Ingenieuroffizier der Preußischen Armee und Militärschriftsteller.
Leben Dziobeck trat im Januar 1813 als freiwilliger Jäger ins spätere Grenadier-Regiment König Friedrich I (4. Ostpreußisches) Nr. 5 ein, mit dem er an den Befreiungskriegen gegen Frankreich teilnahm. Er erhielt am 23. Juli 1813 seine Beförderung zum Portepee-Fähnrich und am 27. November 1813 zum Seconde-Lieutenant. Anfang Dezember 1815 kehrte er mit dem Füsilierbataillon des Regiments in seine neue Garnison nach Bromberg zurück, wurde am 29. Juni 1816 der 1. Ingenieur-Brigade in Berlin aggregiert und dort am 27. Dezember 1817 zum 2. Adjutanten des Oberbrigadiers ernannt. Es folgte am 15. März 1818 seine Beförderung zum Premier-Lieutenant, mit gleichzeitiger Einrangierung in die Brigade, und am 27. Mai 1820 zum Stabskapitän (Hauptmann 2. Klasse). Am 29. September 1820 erhielt er seine Abkommandierung zum Fortifikationsdienst in der Festung Köln, wurde am 15. März 1823 zur 3. Ingenieur-Inspektion und am 29. September 1828 als 1. Adjutant des Generalleutnants Ernst Ludwig von Aster, der zu dieser Zeit Kommandant der Festung Koblenz und Ehrenbreitstein war, versetzt. Am 29. April 1836 wurde er zum Hauptmann 1. Klasse befördert und zum Fortifikationsdienst zurück in die Festung Köln kommandiert. Dziobek litt an der Wassersucht, hielt sich deshalb öfters in der Kaltwasseranstalt Marienberg in Boppard auf und musste letztlich bereits mit 46 Jahren am 30. Oktober 1841 seinen Dienst als Major quittieren. Anschließend erteilte er in Köln Privatunterricht in den Kriegswissenschaften und in den Grundsätzen der Baukunst. Der pensionierte Major Ernst Christian Dziobek verstarb am 26. April 1845 in Köln.
Familie Dziobeck entstammte einer ostpreußischen Pastorenfamilie. Sein Großvater Johann Viktor hatte seine letzte Pfarrstelle in Mierunsken. Sein Vater Johann Christian, verheiratet mit Caroline Breitenberg, war seit 1784 als Kantor an der Provinzialschule in Lyck tätig, erhielt am 22. Januar 1796 seine Ordination und wurde am 21. Februar 1796 Diakon in Bialla, wo er im Kummer niedergedrückt 1810 Selbstmord beging.Kellermann, S. 1. Dziobeck heiratete nach königlicher Genehmigung vom 29. September am 20. November 1823 in Köln Philippine Gertrud Josephine Schmitz, (* 15. Februar 1795 in Düsseldorf; † 26. Juni 1872 in Remagen pdf-Seite 9) eine Tochter des Kölner Appellationsrats Anton Schmitz und der Jakobine Tils.
Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor:
Maria Jakobine (* 30. August 1824 in Köln; † 26. September 1865 in Trier). Emilie Philippine (* 8. Dezember 1825 in Köln; † 31. Oktober 1858 in Montigny-lès-Metz Bild 158). Ernst Anton (* 2. Februar 1827 in Köln; † 7. April 1883 in Köln) war um 1872 als Notariatssekretär in Köln tätig, ledig. Anna Josephine Augusta (* 3. Juni 1828 in Köln; † 31. März 1891 in Lüttich).
Alle drei Schwestern wanderten aus Preußen aus: Maria lebte seit 1847 in Colmar, Emilie und Anna traten 1850 als Novizinnen in die katholische Mädchenschule Sacré-Cœur in Kientzheim bei Colmar ein.
Wirken als Militärschriftsteller Dziobeks erste bekannte Schrift entstand während seiner Zeit in Köln, wo er bis 1826 eine Kriegs- und Befestigungsgeschichte der Stadt Köln am Rhein ausarbeitete. Nach seinem Wechsel nach Koblenz schrieb er von 1830 bis 1834 eine Kriegs- und Befestigungsgeschichte von Coblenz und Ehrenbreitstein, in der er die diversen Stadtbefestigungen von der römischen Zeit bis 1834, dem Jahr der Fertigstellung der Festung, beschreibt. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst veröffentlichte Dziobek bis zu seinem Tod diverse Aufsätze zu militärischen Themen. 1844 erschien als bedeutendstes Werk das Taschenbuch für den preussischen Ingenieur. Eine Sammlung von Notizen zum Gebrauch in Krieg und Frieden bei Karl Baedeker in Koblenz (eine zweite Auflage erschien posthum 1853). Das Ernst Ludwig Aster gewidmete Buch wurde im Leipziger Repetitorium der deutschen und ausländischen Literatur vom 14. Juni 1844 sehr positiv besprochen. Ein überarbeiteter Auszug seiner Kriegs- und Befestigungsgeschichte von Coblenz und Ehrenbreitstein wurde 1845 unter dem Namen M. Dziobek in der Zeitschrift Archiv für die Officiere der Königlich Preußischen Artillerie- und Ingenieur-Korps veröffentlicht. Die "5. Periode" seiner Befestigungsgeschichte von Koblenz, Coblenz u. Ehrenbreitstein unter preuß. Herrschaft 1814–1834, wurde bis 1905 vom Militär weiter fortgeführt. Beide Teile stellen heute eine detailreiche und wertvolle Quelle zur Baugeschichte der Festung Koblenz dar.
Werke (Anm.: In zwei Exemplaren im Historischen Archiv der Stadt Köln, Signaturen 3E V 3 und 534, erhalten.) (Anm.: Das Original wurde vermutlich 1945 bei der Zerstörung des Potsdamer Heeresarchivs vernichtet bzw. gilt als verschollen, Abschriften sind im Landeshauptarchiv, im Mittelrhein-Museum und im Stadtarchiv (alle Koblenz) erhalten.)
Literatur
Einzelnachweise
Weblinks (Zeichnung aus: Kriegs- und Befestigungsgeschichte der Stadt Köln am Rhein).
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