Jürgen Peters (* 1931 in Wittstock/Dosse; † 23. Februar 2009 in Berlin) war ein deutscher Designer, der für die Formgestaltung vieler Industrie- und Konsumprodukte in der DDR verantwortlich war.
Leben Peters wuchs im mecklenburgischen Goldberg auf. Dort lernte er von 1947 bis 1950 das Handwerk des Schmieds. Anschließend studierte er an der Fachschule für angewandte Kunst in Wismar. 1953 wechselte er an die Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee. Bereits als Student legte er Gestaltungsentwürfe für Konsumgüter vor, die auch produziert wurden. 1958 schloss er das Studium in Weißensee als Diplom-Industriegestalter ab.Horst Kamke: Raus aus der Anonymität. In: Schweriner Volkszeitung, 13. August 2014.
Anschließend arbeitete er am Design von Lokomotiven und technischen Konsumgütern. Mit seinen funktionalistischen Entwürfen wurde Peters in eine Neuauflage der Formalismusstreits verwickelt: Karl-Heinz Hagen veröffentlichte im ND im Oktober 1962 einen Verriss der Designausstellung auf der Fünften Deutschen Kunstausstellung in Dresden. Zu den namentlich kritisierten Gestaltern gehörte auch Peters mit seinem Phonogerät-Entwurf Stereo 72, den Hagen als kalt, und eher für ein Labor als für eine Wohnung geeignet charakterisierte. Stereo 72 wurde nicht produziert.Katharina Pfützner: „But a home is not a laboratory“ : The Anxieties of Designing for the Socialist Home in the German Democratic Republic 1950—1965. In: Robin Schuldenfrei (Hrsg.): Atomic Dwelling : Anxiety, Domesticity, and Postwar Architecture. Routledge, Oxon 2012, ISBN 978-0-415-67609-0, S. 158–163.
1965 wurde Peters Abteilungsleiter „Wohnen“ am Zentralinstitut für Gestaltung, das 1972 zum Amt für industrielle Formgestaltung (AIF) wurde. Von 1972 bis 1981 war Peters Abteilungsleiter „Technische Konsumgüter“ im AIF. 1981 erhielt er als Teil eines Kollektivs des Amtes für industrielle Formgestaltung den Designpreis der DDR.Designpreis DDR 1981. In: form+zweck, 13. Jahrgang, Heft 6/1981, , S. 3–4. Bis 1990 arbeitete er am AIF, zuletzt als Leiter der Abteilung „Design-Strategie“.
mini|BEBO-SHER-Elektrorasierapparat Typ 014, Jürgen Peters, 1962 (mit Verpackung im Hintergrund)
Entwürfe Fernsehgerät Alex, Stern-Radio BerlinFernsehgerät "Alex" in der Sammlung des Museums Pankow 1957 Spiegelreflexkamera Pentina, VEB Pentacon Dresden, Produktion ab 1960 (Diplomarbeit von Peters von 1958) Schreibmaschine E 14/15, erstes Modell mit Plastverkleidung, Entwurf 1961 zusammen mit Gerhard Schöne, 1964 als Gute Form ausgezeichnet Diesellok V 180, Beteiligung an Gestaltung 1961 Rasierapparat bebo sher Junior, Produktion ab 1962, Goldmedaille für hervorragende Formgebung 1962Goldmedaillen für Industrieformer. In: Neues Deutschland, 14. September 1962. Diesellok V 200 mit Karosserieteilen aus GFK (1965)TEMPO 1965 auf form-gestaltung-ddr.de Radio Olympic Fernsehgerät Weißensee Diesellok V 100
Literatur Heinz Hirdina: Gestalten für die Serie : Design in der DDR (1949–1985). Verlag der Kunst, Dresden 1988, ISBN 978-3-364-00042-8. (Veröffentlichung des Amtes für Industrielle Formgestaltung und des Bauhauses), S. 385 Günter Höhne: Ein Pionier der ostdeutschen Guten Form : Zum Ableben von Jürgen Peters. In: Rundschreiben 02/2009, Industrieform DDR. Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 699/700
Einzelnachweise
Kategorie:Industriedesigner Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1931 Kategorie:Gestorben 2009 Kategorie:Mann