Afrostyrax lepidophyllus ist eine Pflanzenart aus der Gattung Afrostyrax innerhalb der Familie der Huaceae aus West- und Zentralafrika. Sie ist im Englischen auch bekannt als Bush Onion oder Country Onion.Pankaj Kumar Chaurasia, Shashi Lata Bharati, Sunita Singh: The Chemistry Inside Spices & Herbs: Research and Development. Volume 4, Bentham Books, 2024, ISBN 978-981-5196-84-9, S. 149. Die Samen und Borke werden als Gewürz und medizinisch genutzt.
Beschreibung Vegetative Merkmale Afrostyrax lepidophyllus wächst meist als immergrüner Baum bis etwa 20–25 Meter hoch. Selten wächst sie nur als kleiner Strauch. Der Stammdurchmesser erreicht etwa 40–50 Zentimeter. Der Stamm ist an der Basis leicht geriffelt. Die bräunliche Borke ist im Alter abblätternd. Der Baum riecht nach Knoblauch.
Die einfachen und wechselständigen, papierigen Laubblätter sind kurz gestielt. Der kurze, bis etwa 1–1,5 Zentimeter lange Blattstiel ist kurz bräunlich und schuppig-behaart. Die ganzrandigen, eiförmigen bis -lanzettlichen oder elliptischen, länglichen bis verkehrt-eiförmigen, -eilanzettlichen Blätter sind bespitzt bis zugespitzt oder geschwänzt, 7,5–26,5 Zentimeter lang und 3–9 Zentimeter breit. Oberseits sind sie leicht glänzend bis matt, kahl und teils „bereift“, unterseits sind sie anfänglich dicht grau-bräunlich, rehbraun bis rostig, sehr kurz und schuppig-behaart. Sie verkahlen und sind dann olivgrün. Die Nervatur ist gefiedert mit bogigen Seitenadern. Die kleinen Nebenblätter sind früh abfallend.
Generative Merkmale Die Blüten erscheinen in Büscheln von bis (10–15) achselständig oder ramiflor (astblütig). Die fünfzähligen, gestielten und gelben bis orange-gelben, kleinen Blüten sind zwittrig mit doppelter Blütenhülle. Es sind kleine, meist abfallende Trag- und Vorblätter vorhanden. Der 8–13 Millimeter lange Blütenstiel und außen der 3,5–4 Millimeter lange Kelch sind braun schuppig-behaart und der innen weißliche, kahle Kelch reißt 3–5-lappig auf und außen besitzen die Sepalen jeweils 1–2 Drüsen. Die 4–5 Millimeter langen, länglichen, leicht fleischigen Petalen sind außen dicht, kurz schuppig-behaart und innen fein behaart. Es sind 8–10 kurze, freie Staubblätter vorhanden. Die Antheren haben ein minimales spitzes Anhängsel. Der dicht behaarte, einkammerige Fruchtknoten ist oberständig mit sehr kurzem, kahlem und konischem Griffel mit minimaler Narbe.
Es werden kleine, 3–3,5 Zentimeter große und sehr fein, dunkelbraun behaarte, eiförmige bis rundliche, meist ein- bis zweisamige, schwach fünfrippige, -eckige Steinfrüchte mit Kelchresten und dünner, brüchiger und fester Schale gebildet. Die halblose enthaltenen, glatten Samen sind braun, etwa 2 Zentimeter groß und riechen nach Knoblauch.
Taxonomie Die Erstbeschreibung erfolgte 1913 durch Johannes Mildbraed in Bot. Jahrb. Syst. 49: 556.online bei biodiversitylibrary.org.
Verwendung Die getrockneten Samen werden in West- und Zentralafrika als Gewürz verwendet. Sie werden häufig geröstet und anschließend gemahlen, um sie geschmacklich aufzuwerten. Sie enthalten verschiedene schwefelhaltige Verbindungen, die für ein an Zwiebeln oder Knoblauch erinnerndes Aroma sorgen.
Die Borke wird in Saucen oder als Gewürz verwendet. In der traditionellen Medizin wird ein aus der Borke und Wurzel hergestellter Aufguss gegen Erbrechen, Harnwegsinfekte, Verdauungsstörungen und Schlangenbisse eingesetzt, zudem dient er als Wurmmittel und Einlauf. Zerstoßene und aufgegossene Blätter werden als Mundspülung bei Karies und Zahnschmerzen oder gegen Hämorrhoiden bei Frauen angewendet. Eine antikarzinogene Wirkung der ätherischen Öle wird diskutiert.
Ein wässriger Auszug der abgeschabten Rinde wird zur Behandlung von Augeninfektionen eingesetzt. Abgeschabte Rinde wird bei Gliederschwellungen einmassiert. Bei Fieber wird über dem Feuer pulverisierte Rinde einmassiert.Annika Wieckhorst: Die Verwendung von Pflanzen in der traditionellen Medizin bei drei Baka Gruppen in Südost Kamerun. Magisterarbeit Uni Köln, Diplomica, 2002, ISBN 978-3-8324-6435-6, S. 99, 106, 121, 132, 139, .
Literatur K. Kubitzki: The Families and Genera of Vascular Plants. Vol. IX: Flowering Plants Eudicots, Springer, 2007, ISBN 978-3-540-32214-6, S. 191 ff. Quentin Meunier, Carl Moumbogou, Jean-Louis Doucet: Les arbres utiles du Gabon. Presses Agronomiques de Gembloux, 2015, ISBN 978-2-87016-134-0, S. 202 f, . Flore du Gabon. Vol. 38, 2009, ISBN 978-3-8236-1562-0, S. 22 f. Arthur M. Spanier, Fereidoon Shahidi, Thomas H. Parliment u. a.: Food Flavors and Chemistry: Advances of the New Millennium. RSC, 2001, ISBN 0-85404-875-8, S. 268–273.
Weblinks
Afrostyrax lepidophyllus bei Botanic Garden Meise, The Digital Flora of Central Africa (Illustration). Afrostyrax lepidophyllus bei gardenbreizh.org (Bilder).
Einzelnachweise
Kategorie:Sauerkleeartige Kategorie:Oxalidales Kategorie:Baum Kategorie:Rindengewürz Kategorie:Blattgewürz