Hundheim ist ein Stadtteil von Külsheim im Main-Tauber-Kreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.Hundheim – Altgemeinde~Teilort. Landesarchiv Baden-Württemberg, 2022. Auf Leo-BW.de, abgerufen am 11. Juni 2022.
Geographie mini|260px|Die Gemarkung Hundheim im Jahre 1898 mit dem Dorf Hundheim und den Wohnplätzen Tiefentaler Hof und Birkhof
Hundheim steht als unregelmäßig gebautes Haufendorf auf einer mit Löss bedeckten Buntsandsteinhochfläche und ist über das Haufendorf hinaus in den Gewannen Tal am Gäßlein und Bangert angewachsen. Zur Gemarkung der ehemaligen Gemeinde Hundheim gehören außer dem Dorf Hundheim () die Höfe Birkhof () und Tiefental(erhof) () sowie der Wohnplatz Denkmalsiedlung ().
Geschichte Mittelalter Das Dorf wurde erstmals im Jahre 1214 urkundlich mit den Worten In Territorio Huntheim erwähnt. Der Ortsname stammt wohl entweder von einem Personennamen oder von einer fränkischen Amtsbezeichnung ab. Die Gründung des Dorfes dürfte bis in die Merowingerzeit zurückreichen. Ab dem 13. Jahrhundert gehörte Hundheim stets zum kurmainzischen Amt und zur Zehnt Külsheim.
Neuzeit 1803 fiel der Ort im Zuge der Säkularisation durch den Reichsdeputationshauptschluss vom Bistum Würzburg an das Fürstentum Leiningen, bevor er im Jahre 1806 durch die Bestimmung der Rheinbundakte badisch wurde. Ab 1813 gehörte Hundheim zum Stadt- und Ersten Landamt Wertheim, ab 1840 zum Bezirksamt Tauberbischofsheim. 1849 wechselte die Zuständigkeit zum Bezirksamt Wertheim.
Während des Deutschen Kriegs zwischen Preußen und Österreich fand am 23. Juli 1866 im Rahmen des Mainfeldzuges das Gefecht bei Hundheim statt.Joseph Gabriel Zöller: Nach 30 Jahren!: die Gefechte bei Hundheim, Tauberbischofsheim & Werbach am 23. und 24. Juli 1866; mit einem geschichtlichen Rückblick; mit einer Ansicht von Tauberbischofsheim und den Denkmalen bei Tauberbischofsheim und Werbach, 1896.Meinhold Lurz: »Das dankbare Vaterland den Tapfern«. Die Denkmäler für die 1866 in den Kämpfen bei Hundheim und Werbach gefallenen Angehörigen der badischen Armee. In: Jahrbuch 1984 des Historischen Vereins für Württembergisch Franken, S. 153–178.
Ab dem Jahre 1938 gehörte Hundheim wieder zum Bezirksamt und späteren Landkreis Tauberbischofsheim. Nachdem der Landtag von Baden-Württemberg bereits am 7. März 1968 mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden die Weichen für eine Gemeindereform gestellt hatte, schloss sich Hundheim als eine der ersten fünf Gemeinden des Landkreises Tauberbischofsheim am 1. Juli 1971 mit ihrer Nachbargemeinde, in diesem Fall mit der Stadt Külsheim, zusammen. Auch danach reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig, bis der Landkreis Tauberbischofsheim schließlich am 1. Januar 1973 durch die baden-württembergische Kreisreform im neu gebildeten Main-Tauber-Kreis aufging.
Einwohnerentwicklung Die Hundheimer Bevölkerung entwickelte sich wie folgt: Jahr Bevölkerung 1852 714Beiträge zur Statistik der Inneren Verwaltung des Großherzogthums Baden, hg. v. Statistischen Landesamt, 1. Heft (Die Volkszählung im Dezember 1852), Tabelle I, Karlsruhe 1855, S. 1–6, S. 7–239; Volkszählung in Württemberg (CD), Zollvereinsstatistik 1852. Aufnahme der Bevölkerung für Zwecke des Zollvereins in den Obervogteiämtern Achberg und Trochtelfingen sowie in den Oberamtsbezirken Glatt, Straßberg, Gammertingen, Haigerloch, Hechingen, Ostrach, Sigmaringen, und Wald; StA Sigmaringen Ho 235 T 4-5 Pr. Reg. Sigmaringen, Nr. 460-469. 1871 766 1880 779 1890 759 1900 752 1910 741 1925 759 1933 749 1939 731 1950 1006LeoGraph-BW.de: Bevölkerungsentwicklung: Hundheim. Online unter www.leograph-bw.de. Abgerufen am 10. Dezember 2019. 1956 819 1961 809Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 6. Juni 1961 (Gemeindeverzeichnis). 1970 741Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 27. Mai 1970 (Gemeindeverzeichnis). 2019 670Fortgeschriebene Daten der Stadt Külsheim anhand der Volkszählung in der Europäischen Union 2011 (Zensus).
Politik Im Külsheimer Gemeinderat, der für fünf Jahre gewählt wird, werden durch Unechte Teilortswahl mindestens zwei Sitze an Gemeinderäte aus Hundheim vergeben.vgl. Stadt Külsheim: Mai 2019.pdf Sitzverteilung Gemeinderatswahl 2019; abgerufen am 5. Dezember 2019.
Das Hundheimer Wappen ist zweigeteilt: Es zeigt auf weißem Grund das Mainzer Rad und auf blauem Grund einen springenden Hund. Dieses Wappen wurde der damals noch selbstständigen Gemeinde Hundheim anlässlich eines Heimatfestes im Jahr 1964 genehmigt.Stadt Külsheim: Hundheim. Online unter www.kuelsheim.de. Abgerufen am 6. Dezember 2019.
Religion Die Külsheimer Kirchengemeinde wurde um das Jahr 1500 erstmals erwähnt, bestand jedoch möglicherweise schon davor als mittelalterliche Pfarrei unter Kollatur des Stiftes Aschaffenburg. Zum Hundheimer Pfarrsprengel gehörten das angrenzende Steinbach, der Ernsthof und seit dem 19. Jahrhundert die Wertheimer Ortschaft Sonderriet.
Die evangelischen Gläubigen gehören zu evangelischen Kirchengemeinde Külsheim.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmale
Pfarrkirche St. Margareta In der Ortsmitte befindet sich die römisch-katholische Pfarrkirche St. Margareta von 1887. Dabei handelt es sich um einen barocken Saalbau mit Eingangsturm und polygonalem Chor.LEO-BW.de: kath. Pfarrkirche St. Margareta (Wertheimer Straße 51, Külsheim). Online unter www.leo-bw.de. Abgerufen am 5. Dezember 2019. Die Kirche liegt im ummauerten Kirchhof zwischen den beiden alten Kernen der Siedlung.
Bildstöcke, Denkmale und Steinkreuze mini|hochkant|Denkmal für die im Gefecht bei Hundheim am 23. Juli 1866 gefallenen badischen Soldaten Um den Ort befinden sich mehrere Bildstöcke, Steinkreuze und sonstige Denkmale. Ein bekanntes Denkmal für die im Gefecht bei Hundheim am 23. Juli 1866 gefallenen badischen Soldaten ist namengebend für den Wohnplatz Denkmalsiedlung. Weitere Denkmale für das Gefecht bei Hundheim befinden sich im Friedhof.
Freilandkreuzweg zur Birkenkapelle Im Schönertsbachtal zwischen Hundheim und Steinbach beginnt ein vierzehn Stationen umfassenden Freilandkreuzweg,Dorfgemeinschaft Hundheim: Online unter dghundheim.de. Abgerufen am 6. Dezember 2019. der bis zur Birkenkapelle führt.Hardheim.info: Kapelle in der Birke. (PDF; 613 kB). Online unter www.hardheim.info. Abgerufen am 6. Dezember 2019.
Rad- und Wanderwege Hundheim liegt am Radweg Liebliches Taubertal – der Sportive.
Wirtschaft und Infrastruktur Bildung Die ehemalige Grundschule in Hundheim wurde zum Ende des Schuljahres 2008/2009 geschlossen. Die Kinder besuchen seitdem die Pater-Alois-Grimm-Schule in Külsheim.Fränkische Nachrichten: Schließung der Grundschule beschlossen. 29. April 2009. Online unter www.fnweb.de. Abgerufen am 5. Dezember 2019.
Verkehr
Persönlichkeiten
Vereine FC Hundheim/Steinbach (Fußball, Dart, Tischtennis, Theater, Turnen)
Literatur Elmar Weiss, Irmtraut Edelmann, Helmuth Lauf: Geschichte der Brunnenstadt Külsheim. Zwei Bände. Hrsg.: Stadt Külsheim. FN Druck, Tauberbischofsheim 1992. Band 1. Mit Beiträgen von Dieter Frank, Walter Dietz, Pfarrer Franz Gehrig, Herwig John, Fritz Krug. Band 2. Mit Beiträgen von Pfarrer Franz Gehrig, Herwig John, Günther Kuhn. Heinz Bischof: Hundheim. 1964.
Weblinks
Hundheim auf der Website der Stadt Külsheim unter www.kuelsheim.de Hundheim auf der Website www.taubertal.de
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Külsheim Kategorie:Ort im Main-Tauber-Kreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Main-Tauber-Kreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1214