mini|hochkant=2.3| Das Kugelstoßen der Frauen bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2006 wurde am 11. und 12. August 2006 im Ullevi-Stadion der schwedischen Stadt Göteborg ausgetragen.

Europameisterin wurde die Belarussin Natallja Charaneka. Die Deutsche Petra Lammert errang die Silbermedaille. Bronze ging an die amtierende Weltmeisterin Olga Rjabinkina aus Russland.

Bestehende Rekorde Weltrekord 22,63 m Natalja Lissowskaja Moskau, Sowjetunion (heute Russland) 7. Juni 1987, sport-record.de (englisch), abgerufen am 6. Februar 2023 Europarekord Meisterschaftsrekord 21,69 m EM in Budapest, Ungarn 20. August 1998 Der bestehende EM-Rekord geriet bei diesen Europameisterschaften zu keiner Zeit in Gefahr. Die größte Weite erzielte die belarussische Europameisterin Natallja Charaneka im Finale mit 19,43 m, womit sie 2,26 m unter dem Rekord blieb. Zum Welt- und Europarekord fehlten ihr 3,20 m.

Doping Mit der Russin Nadseja Astaptschuk gab es in dieser Disziplin einen Dopingfall. Die Athletin wurde in ihrer Laufbahn mehrfach des Dopingbetrugs überführt mit entsprechenden Konsequenzen unter anderem in Form der Aberkennung erzielter Resultate. Dazu gehörten ihr Titel bei den Weltmeisterschaften 2005, ihr zweiter Rang bei den Europameisterschaften hier in Göteborg und ihr Olympiasieg 2012.Olympics 2012: Nadzeya Ostapchuk Loses Gold Medal Following Failed Doping Test bleacherreport.com 13. August 2012 (englisch), abgerufen am 6. Februar 2023

Leidtragende waren vor allem drei Athletinnen: Olga Rjabinkina, Russland – Sie erhielt ihre Medaille erst deutlich verspätet und war bei der eigentlichen Siegerehrung nach dem Wettkampf nicht dabei. Laurence Manfrédi, Frankreich – Sie hatte in der Qualifikation als eigentliche Zwölfte das Recht auf die Finalteilnahme erworben, durfte jedoch nicht dabei sein, weil sie wegen des noch nicht geahndeten Dopingbetrugs zunächst als Dreizehnte eingestuft war. Krystyna Zabawska, Polen – Als eigentlich Achtplatzierte des Vorkampfs im Finale hätten ihr drei weitere Versuche zugestanden.

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: DOP wegen Dopingvergehens disqualifiziert – verzichtet x ungültig

Qualifikation

11. August 2006, 10:10 Uhr

Obwohl nur siebzehn Athletinnen gemeldet waren, fand eine Qualifikation statt, die allerdings nicht in zwei Gruppen ausgetragen wurde. Alle Kugelstoßerinnen traten gemeinsam an und ermittelten die zwölf Besten für das Finale am darauffolgenden Tag. Die Qualifikationsweite für den direkten Finaleinzug betrug 17,75 m. Sieben Sportlerinnen übertrafen diese Marke (hellblau unterlegt). Das Finalfeld wurde mit den drei nächstplatzierten Teilnehmerinnen auf zwölf Kugelstoßerinnen aufgefüllt (hellgrün unterlegt). So mussten schließlich 17,15 m für die Finalteilnahme erbracht werden. Zu den Finalistinnen gehörte auch die später wegen Dopingbetrugs disqualifizierte Russin Nadseja Astaptschuk, die so einer Athletin, der Französin Laurence Manfrédi, den Finalplatz wegnahm. Platz Name Nation Bestweite (m) 1. Versuch (m) 2. Versuch (m) 3. Versuch (m) Anmerkung1 Nadine Kleinert 18,75 18,75 – – 2 Olga Rjabinkina 18,45 18,45 – – 3 Krystyna Zabawska 18,20 18,20 – – 4 Natallja Charaneka 18,14 18,14 – – 5 Chiara Rosa 18,05 18,05 – – 6 Petra Lammert 18,02 18,02 – – 7 Assunta Legnante 17,64 17,64 x 17,24 8 Irina Chudoroschkina 17,58 17,29 17,58 17,09 9 Magdalena Sobieszek 17,54 16,97 17,54 x 10 Cristiana Checchi 17,48 x 17,48 x 11 Oksana Gaus 17,15 17,06 16,95 17,15 12 Laurence Manfrédi 16,95 16,94 16,74 16,95 eigentlich für das Finale qualifiziert13 Denise Kemkers 15,98 15,32 15,47 15,98 14 Jana Kárníková 15,79 15,69 x 15,79 15 Filiz Kadoğan 15,78 15,26 15,78 15,09 16 Helena Engman 15,77 15,60 x 15,77 DOP Nadseja Astaptschuk 17,90 x 17,90 – für das Finale zugelassen Finale 12. August 2006, 13:35 Uhr Platz Name Nation Resultat (m) 1. Versuch (m) 2. Versuch (m) 3. Versuch (m) 4. Versuch (m) 5. Versuch (m) 6. Versuch (m)1 Natallja Charaneka 19,43 18,43 18,86 18,65 19,43 x x2 Petra Lammert 19,17 18,45 19,06 18,26 x 18,31 19,173 Olga Rjabinkina 19,02 x 18,44 18,25 x 19,02 x4 Assunta Legnante 18,83 18,32 18,10 x 18,67 18,51 18,835 Nadine Kleinert 18,47 18,47 18,35 x 18,14 x x6 Irina Chudoroschkina 18,44 17,81 17,79 18,44 x x 18,017 Chiara Rosa 18,23 18,15 18,10 18,23 x x 17,858 Krystyna Zabawska 17,99 x 17,99 17,77 eigentlich zu drei weiteren Stößen berechtigt9 Oksana Gaus 17,59 17,59 16,97 17,57 nicht im Finale derbesten acht Athletinnen10 Cristiana Checchi 17,42 x 17,42 x11 Magdalena Sobieszek 16,17 x x 16,17DOP Nadseja Astaptschuk 19,42 18,15 x x 18,87 19,42 x Im ersten Versuch ging Nadine Kleinert in Führung, konnte sich aber danach nicht mehr steigern. Petra Lammert übernahm mit 19,06 m im zweiten Durchgang die Spitze. Im Endkampf wurde sie von der amtierenden Hallenweltmeisterin Natallja Charaneka aus Belarus überholt, behauptete jedoch bis zum Schluss den Silberrang. Nadine Kleinert wurde schließlich Fünfte. In einem an Höhepunkten armen Wettbewerb – was sicherlich auch durch das Wetter bedingt war – übertraf einzig die viertplatzierte Italienerin Assunta Legnante ihre persönliche Jahresbestleistung.

Weblinks Göteborg European Championships, european-athletics.org, abgerufen am 6. Februar 2023 Women Shot Put European Championship 2006 Göteborg (SWE), todor66.com, abgerufen am 6. Februar 2023 European Championships - Statistics Handbook Athletics, 20th European Athletics, Championships, Göteborg SWE 07–13 AUG 2006, Ullevi Stadium, Women Shot Put, S. 668, englisch (PDF, 30.741 KB), downloads.european-athletics.com, abgerufen am 6. Februar 2023 Track and Field Statistics, XIX European Championship, Göteborg 2006, trackfield.brinkster.net (englisch), abgerufen am 6. Februar 2023

Einzelnachweise und Anmerkungen

Kategorie:Wettbewerb der Leichtathletik-Europameisterschaften 2006