mini|Werbeschild für Tell-Schokolade

Die Schokoladenherstellung hat in Dresden eine lange Tradition. Die erste Schokoladenfabrik Jordan & Timaeus entstand 1823 in Dresden-Neustadt. Diese Firma hat ab 1839 die erste Milchschokolade (unter Verwendung von Eselsmilch) hergestellt. Die Erfindung der Milchschokolade durch Jordan & Timaeus (abgerufen am 5. Januar 2020) In den folgenden Jahren begannen weitere Schokoladenhersteller in Dresden zu produzieren, z. B. die Firma Petzold & Aulhorn. Adreßbuch für Dresden und Vororte von 1915, S. 160 (abgerufen am 13. Dezember 2019) Daraus resultierte die Ansiedelung weiterer Firmen zur Herstellung von Schokoladenformen und Schokoladenmaschinen, einschl. der entsprechenden Verpackungsmaschinen, z. B. die Maschinenfabrik J. M. Lehmann und die Firma Anton Reiche AG zur Herstellung von Schokoladenformen und Blechemballagen. Manche Firmen existierten nur kurze Zeit, während andere über einen längeren Zeitraum z. T. bis zur Zerstörung im Jahr 1945 aktiv waren. Der VEB Dresdner Süßwarenfabriken Elbflorenz entstand nach 1945 durch Enteignung der großen Schokoladenfabriken (u. a. der Firma Hartwig & Vogel) und ging nach 1990 in Liquidation, sodass gegenwärtig keine größere Firma in dieser Branche mehr existiert.

Im Verband deutscher Schokoladenfabrikanten waren bei seiner Gründung im Jahr 1877 in Frankfurt a. M. 20 Firmen vertreten, davon 5 aus Dresden. Vorsitzende waren u. a. Otto Rüger und Heinrich Vogel.

Liste von aktiven Schokoladenfabriken in und um Dresden Name Adresse Bestehen Bemerkung Waffelfabrik Haubold & Richter Radebeul, Kolbestraße 2–4 1907–1992/93, seit 1990 gegr. 1907, 1933–1939 arisiert, 1946 enteignet und 1990 reprivatisiert, kurz darauf von Bahlsen übernommen und großteils 1992/1993 stillgelegt. Verbleibender Betriebsteil heute als Otto Beier Waffelfabrik Wilsdruff GmbH aktiv Vadossi, Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co. KG Radebeul, Kötitzer Straße 29 / Fabrikstr. 4 1920–1972, seit 1995 gegr. 1920 von Karl Friedrich Lischka (1890–1949) in Dresden-Plauen, ab 1924 in Radebeul, ab 1972 Betriebsteil des VEB Dresdner Süßwarenfabriken Elbflorenz, wird seit 1995 weitergeführt. Nutzt auch die Marke Elbflorenz

Liste von ehemaligen Schokoladenfabriken in und um Dresden Name Adresse Bestehen Bemerkung Jordan & Timaeus Dresden-Neustadt, Alaunstr. 73 / Förstereistr. und NL Bodenbach (Děčín-Podmokly), Zbrojnická 10 1823–1931 1830 erste Dresdner Schokoladenfabrik, 1839 erste Milchschokolade, gegr. von Gottfried Jordan (1791–1860) und August Friedrich Timaeus (1794–1875) Die Chocoladen- und Cichorien-Fabrik von Jordan und Timäus in Dresden ; ab 1853 eine Niederlassung in Bodenbach (Děčín-Podmokly) Syrová, Tereza: Čokoládovny v oblasti Podmokel pod vedením saských průmyslníků (1853-1918) (Schokoladenindustrie in Bodenbach von 1853 bis 1918), Diplomarbeit Vysoká škola ekonomická v Praze (Wirtschaftsuniversität Prag), Prag, 2011, 106 S., siehe unter VSKP als PDF-Datei 28113_xsyrt00.pdf (abgerufen am 19. Februar 2020) , jetzt als tschechisches Unternehmen Jordan & Timaeus s.r.o. in Děčín, OT Boletice nad Labem (Politz) wieder existent; siehe auch alte Timaeus-Villa in Dresden-Neustadt, Alaunstraße 71b, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09214359 und neue Timaeus-Villa in Dresden-Neustadt, Nordstraße 6, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09218862 C. C. Petzold & Aulhorn AG, Schokoladenfabrik Dresden-Plauen, Bienertstr. 1 / Tharandter Str. 65 1843–1945 1855–1898 Schokoladenfabrik Petzold & Aulhorn, Zwickauer Str. 22 ; Marken: Pea und Deutschmeister, im April 1945 zerstört; siehe auch Aulhorn-Villa, Elsa-Brändström-Straße 13, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09213814 Otto Rüger, Schokoladenfabrik Sobrigau bei Dresden, Lockwitzgrund 123b und Dresden-Lockwitz, Lockwitzgrund 62 (Kakaomühle) und NL Bodenbach-Rosawitz (Děčín-Rozbělesy), Dělnická 9-11 1858–1938 Otto Rüger (1831–1905) wurde 1881 zum Vorsitzenden des Verbandes der deutschen Schokoladenfabrikanten gewählt. Fabriken in Dresden und ab 1896 auch eine Niederlassung in Bodenbach, Marke: Hansi-Schokolade. 1905, Inhaber: Conrad Max Rüger (1863–1944) und Conrad Alexander Rüger (1867–1918). Gebäude unter Denkmalschutz ID-Nr. 09278849; siehe auch Villa Rüger in Dresden-Niedersedlitz, Lockwitztalstraße 35, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09215859 Otto Rüger, Schokoladenfabrik im Lockwitzgrund (abgerufen am 22. November 2019) Hartwig & Vogel AG Dresden-Altstadt, Rosenstr. 32, Ammonstraße 86 und Freiberger Straße 25–29 und NL Bodenbach-Rosawitz (Děčín-Rozbělesy), Ústecká 93-95 1870–1946 ab 1870 Cacao-, Chocoladen-, Confecturen-, Marzipan- und Waffelfabriken, Fabriken in Dresden und ab 1893 auch eine Niederlassung in Bodenbach (Marke Diana, siehe ). Marke: Tell-Schokolade, z. B. der Tellapfel ab 1903 bis etwa 1970, 1946 enteignet und ab 1948 als VEB Dresdner Süßwarenfabriken Elbflorenz weitergeführt; Weiterführung als Kant-Hartwig & Vogel in Einbeck Günter Bleisch: Schokoladenstadt Dresden - Süßigkeiten aus Elbflorenz, Stadtmuseum Dresden, 2013, S. 102 Riedel & Engelmann, Schwerter Schokoladenfabrik Dresden-Plauen, Würzburger Str. 14 1888–1972 gegr. von Oswald Heinrich Riedel († 1910) und Karl Rudolf Johannes Engelmann († 1915); Marke: Schwerter-Schokolade (bis 1991), ab 1972 Betriebsteil des VEB Dresdner Süßwarenfabriken Elbflorenz. Gebäude unter Denkmalschutz ID-Nr. 09216040; siehe auch Riedel-Villa, Langebrück, Jakob-Weinheimer-Straße 22, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09284738 Richard Selbmann Dresden-Neustadt, Eschenstr. 11 / Dammweg / Schönbrunnstr. 5 1879–1923 gegr. 1879 in der Victoriastraße 27, Russisch Brot seit 1886, mit über 400 Geschäften in Deutschland F. Richard Selbmann, Chocoladen- und Zuckerwaarengeschäft (abgerufen am 22. November 2019) Ferdinand Lobeck & Co, Chocoladen- und Kakaofabrik Dresden-Löbtau, Löbtauer Str. 63–71 1838–1945 gegr. 1838 im Lockwitzgrund, seit 1860 in Dresden, 1897 Inhaber: Paul Emil Lobeck und August Raimund Lobeck, Verwendung des Schokoladenmädchens als Markenzeichen, im Februar 1945 zerstört Lohbeck Mühle im Lockwitzgrund (abgerufen am 22. November 2019) Gerling & Rockstroh (Gero), Schokolade-, Kakao-, Zuckerwaren-, Biscuit- und Honigkuchen-Fabrik Dresden-Altstadt, Freiberger Str. 43, Rosenstraße 16–18 und Frankenbergstraße 25 / Waldheimer Straße 16 1891–1948 gegr. von August G. Hermann Gerling (* 18. April 1859) und Albert Benno Rockstroh (* 1. November 1869 in Hildburghausen), Marke: Gero, 1948 enteignet und als Werk „Gero“ vom VEB Dresdner Süßwarenfabriken Elbflorenz übernommen Calberlasche Zuckersiederei Dresden-Altstadt, am Theaterplatz 1817–1836 gegr. durch Heinrich Conrad Wilhelm Calberla (1774–1836) J. G. Kynast, Kakao-, Schokolade- und Zuckerwarenfabrik Dresden-Altstadt, Zwickauer Str. 72–74 1885–1953 1953 enteignet und vom VEB Dresdner Süßwarenfabriken Elbflorenz übernommen Guth & Birnbaum Dresden vor 1877 Mitglied im Verband deutscher Schokoladenfabrikanten W. Hromadka & Jäger Nachf. Dresden-Plauen, Hofmühlenstr. 14–16 / Kaitzer Straße 92–94 1877–1942 gegr. von Richard Vollmann und Wenzel Hromadka als „Original Wiener Waffel-, Hohlhippen-, Bisquit- etc. Special-Fabrik“, ab 1959 als Dr. Quendt GmbH & Co. KG in Dresden, Kaitzer Str.; jetzt in Dresden-Gittersee Jörg Brune: Das alte Dresden in Bildern (abgerufen am 18. Dezember 2019) Berger & Böhme Waffelfabrik Dresden-Plauen, Kaitzer Straße 92–94 1937–1972 Marke Berbö, 1972 verstaatlicht und als VEB Rubro weitergeführt. Holger Starke: Schokoladenstadt Dresden - Süßigkeiten aus Elbflorenz, Stadtmuseum Dresden, 2013, S. 62 Emil Staudigel KG, Chocoladen & Zuckerwaaren Dresden-Johannstadt, Trinitatisstr. (Fiedlerstr.) 42 1885–1930 Nach Angaben des CAMONDAS Schokoladenmuseum Dresden, Schloßstrasse Holzamer & Co, Esta - Schokoladen- und Zuckerwaren Dresden-Johannstadt, Trinitatisstr. 46 (Fiedlerstr. 46) Eginhard Lippold, Schokoladenfabrik Dresden-Löbtau, Am Weißeritzmühlgraben 14 (Fabrikstr. 48–50) 1888–1943 Gebäude am Weißeritzmühlgraben, urspr. Spiegelschleife, nach 1813 Spinnmühle, seit 1887 Schokoladenfabrik Lippold Bruno Clauß Dresden-Johannstadt, Hopfgartenstraße 28 / Stephanienstraße 49 1917–1953 gegr. 1917 von Bruno Clauß (1872–1930), ab 1930 Fortführung durch den Sohn Walter Clauß, 1953 enteignet, siehe auch Villa Clauß in Dresden-Wachwitz, Pillnitzer Landstraße 157, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09211862 Gemit – Genussmittelwerke GmbH Kakao- und Schokoladenfabrik Dresden-Löbtau, Freiberger Str. 118 1912–1945 Gemit - Fabrik feiner Schokoladen, Kakaos und Pralinen, Inh. Wilhelm Robert Loeben Max Gerhardt, Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik Dresden-Trachau, Hubertusstr. 29; später Wilder-Mann-Str. 11–13 1896–1974 Gebr. Hörmann AG, Kakao- Schokolade- und Kekswerke Dresden-Mickten, Kötzschenbroder Str. 38–40 / Sternstraße 35 1895–1972 gegr. von Robert Leo Hörmann (1870–1907) und Max Ludwig Hörmann (1866–1919) in Dresden, Liliengasse; Russisch Brot seit 1898, nach 1945 enteignet und als Betriebsteil des VEB Waffelfabrik Radebeul weitergeführt, von 1972 bis 1992 VEB Dauerbackwaren Dresden; siehe auch Villa Hörmann in Dresden-Trachau, Wilder-Mann-Straße 29, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09217615 Eugen König Dresden-Altstadt, Rosenstr. 1888–1891 Carl Polster Dresden-Johannstadt, Reißigerstr. 22 1888–1921 Santosa Kakao- & Schokoladengesellschaft GmbH Dresden-Neustadt, Königsbrücker Str. 68 1877–1933 Richard Scheibenhauer Dresden-Neustadt, Königsbrücker Str. 63 1875–1930 Wilhelm Jentzsch, Kakao und Schokoladen Werk Dresden-Neustadt, Großenhainer Str. 29 1900–1974 Marke ENO EMERKA Schokoladenfabrik, später Manß, Richter & Kuntz Schokoladenfabrik Dresden-Niedersedlitz, Bismarckstraße 66 um 1915 Gebäude unter Denkmalschutz ID-Nr. ID-Nr. 09215977; siehe auch Villa Manß in Dresden-Niedersedlitz, Bismarckstraße 23, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09215844 M. Jähnigen Söhne, Schokoladenfabrik „Majasso“ Freital 1922–1949 Das süße Herz Deutschlands – Sachsens Schokoladenseite, Sächsisches Industriemuseum Chemnitz, 2012, S. 41–42 Johannes K. Schluckwerder Dresden-Altstadt, Dürerstr. 1930–1939 Dresdner Bisquitfabrik Schneider & Co. Dresden-Neustadt, Hechtstr. 27 1908–1972 Alexander Schörke Radebeul 1895–1900 Dr. med. Sperber Schokoladen- und Nährmittelfabrik GmbH Dresden-Striesen, Bergmannstr. 46 1922–1948 1948 enteignet und vom VEB Dresdner Süßwarenfabriken Elbflorenz übernommen Urban, Stein & Richter, Kakao- und Schokoladenfabrik Dresden-Cotta, Hörigstraße 25 1920–1928 Marke Ustri Weinhold & Albrecht, Schokoladenfabrik Dresden-Plauen, Bamberger Str. 20 1926–1933 Herbert Wendler Dresden-Altstadt, Rosenstr., nach 1945 Dresden-Klotzsche, Max-Hünig-Straße 13 1937–1972 und 1990–1996 1936 Dominosteine erfunden, von Herbert Wendler (1912–1998) Waffelfabrik Haubold & Richter Radebeul, Kolbestraße 2–4 1907–1992/93, seit 1990 gegr. 1907, 1933–1939 arisiert, 1946 enteignet und 1990 reprivatisiert, kurz darauf von Bahlsen übernommen und großteils 1992/1993 stillgelegt. Verbleibender Betriebsteil heute als Otto Beier Waffelfabrik Wilsdruff GmbH aktiv W. Vollmann Dresden-Plauen, Hohe Str. 1896–1972 Gustav Teubner, Kakao- und Schokoladenfabrik Freital um 1926 Krumbach & Sohn, Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik Dresden, Bünaustr. 28 1919–1949 Vadossi, Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co. KG Radebeul, Kötitzer Straße 29 / Fabrikstr. 4 1920–1972, seit 1995 gegr. 1920 von Karl Friedrich Lischka (1890–1949) in Dresden-Plauen, ab 1924 in Radebeul, ab 1972 Betriebsteil des VEB Dresdner Süßwarenfabriken Elbflorenz, wird seit 1995 weitergeführt Dresdner Süßwarenfabriken Elbflorenz Dresden-Altstadt, Freiberger Straße 37 1948–1991 entstanden 1948 nach der Enteignung der Firmen Hartwig & Vogel, Gerling & Rockstroh und Sperber. (abgerufen/repariert am 30. Juni 2026.) Heute eine der Marken der Sächsischen und Dresdner Back- und Süßwaren in Radebeul

Liste von ehemaligen Zulieferfirmen für die Schokoladenindustrie in Dresden