Regina Fleck (* 26. Dezember 1937 in Leipzig) ist eine deutsche Bildhauerin.

Leben Regina Fleck studierte von 1956 bis 1960 an der Fachschule für angewandte Kunst Leipzig bei Hellmuth Chemnitz, Karl Miersch und Georg Quenzel. Bis 1965 setzte sie das Studium der Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste Dresden bei Walter Arnold, Hans Steger und Gerd Jaeger fort. Von 1963 bis 1966 hatte sie bei Walter Arnold eine Aspirantur.

Von 1966 bis 1979 war sie freischaffend tätig in Frankfurt (Oder). Dort gehörte sie zu einem Kreis von Künstlern um den Kirchenmusiker Peter E. Rompf und die Maler Michael Voll (* 1948) und Jürgen Jentzsch (* 1944). Der an künstlerischen Themen interessierte Freundeskreis wurde von 1976 bis 1980 im Operativen Vorgang „Kreis“ von insgesamt 48 Stasi-Offizieren und 81 Inoffiziellen Mitarbeitern observiert und zersetzt.

Studienreisen führten sie in die Sowjetunion, die Tschechoslowakei, nach Bulgarien, Polen und Rumänien. 1980 ging sie nach Dresden, wo sie von 1987 bis 1998 einen Lehrauftrag an der Hochschule für Bildende Künste innehatte. Bis 1992 war sie in der Abteilung „Abendstudium“ tätig, anschließend im Fachbereich „Grundstudium der Bildhauerei“. Seit 1990 lebt Fleck in Schmannewitz.

Stil

Im Zentrum von Flecks bildhauerischem Werk steht die lebensgroße Figur in ihrer Beziehung zum Raum. Neben den ganzfigurigen Menschendarstellungen entstehen auch Tierplastiken. Die formbildende Kraft der Künstlerin zeigt sich in modellierten Plastiken ebenso wie in der Bildhauerei aus Sandstein. Besondere Beachtung fanden zudem ihre Bildhauerzeichnungen. Skulpturen im öffentlichen Raum befinden sich u. a. in Dresden, Frankfurt (Oder), Schwedt und Eisenhüttenstadt.

Werkbeispiele alternativtext=Fleck Sitzende|mini|Sitzende (1962), Beton, Stübelallee Dresden mini|Weiblicher Akt von Regina Fleck, Frankfurt (Oder), Ziegenwerder 1962: Sitzende, Beton, Stübelallee Dresden 1969: Weiblicher Akt, Bronze, Frankfurt (Oder) 1970: Nashorn, Bronze, H: 57 cm, Städtischer Kunstbesitz Schwedt, Lindenallee 31–45 Große Stehende mit Tuch, Beton, Eisenhüttenstadt 1973: Sich Streckende, Bronze, Höhe 63 cm; Kunstarchiv Beeskow 1974: Weiblicher Akt, Bronze, Höhe 40 cm 1975: Atlant (männliche Aktstudie), Sandstein, H: 106,5 cm, B: 35,0 cm, T: 36,0 cm, Staatliche Kunstsammlungen Dresden Skulpturensammlung 1975/76: Weiblicher Torso, Sandstein, 50 cm, Frankfurt (Oder), Galerie Junge Kunst 1975/1976: Gebeugter männlicher Torso, Sandstein, 61,5 cm, Nationalgalerie Berlin 1977: Sitzende, Zement

Ausstellungen (unvollständig) Einzelausstellungen 1975: Galerie im Kraftwerk, Hagenwerder 1977: Galerie im Kreiskulturhaus "Friedrich Wolf", Eisenhüttenstadt 1978: Potsdam (mit Gerhard Wienckowski) 1978: Galerie des VEB Umweltgestaltung und Bildende Kunst, Potsdam-Babelsberg, Brandenburg/Havel 1979: Akademie der Künste der DDR, Berlin 1979: Kleine Galerie im Stadtcafé, Wriezen 1980: Galerie Junge Kunst, Frankfurt (Oder) 1982: Galerie Comenius, Dresden 1982: Galerie Carl Blechen, Cottbus 1988: „Wort und Werk“, Leipzig 1989: „Kunst der Zeit“, Dresden (mit Günther Torges) 1992: Galerie „Inselstraße 13“, Berlin (mit Ingrid Goltzsche-Schwarz und Christine Wahl) 2024: Alte Mädchenschule Mügeln

Ausstellungsbeteiligungen

In der Zeit der DDR

1972/1973, 1977/1978, 1987/1988: Dresden, VII., VIII. und X. Kunstausstellung der DDR 1974/1975: Frankfurt/Oder, Galerie Junge Kunst („Junge Künstler '74. 1. Ausstellung junger bildender Künstler der DDR“) 1975: Wanderausstellung „Kleinplastik und Grafik“ 1975: Berlin, Altes Museum („Der Torso in der Plastik der DDR“) 1975: Berlin, Ausstellungsräume am Fernsehturm („Die Frau und die Gesellschaft“) 1976: Zielona Góra ("Plastyka okręgu Frankfurt (Oder)") 1979: Berlin, Altes Museum („Jugend in der Kunst“) 1979/1980: Dresden, Albertinum („Junge Bildhauerkunst der DDR“) 1981: Dresden, Ausstellungszentrum am Fučík-Platz („25 Jahre NVA“) 1983: Magdeburg, Museum Kloster Unser Lieben Frauen („Junge Bildhauerkunst der DDR“) 1984: Berlin, Altes Museum („Alltag und Epoche“) 1986: Paris („Künstlerinnen der DDR“) 1986: Warschau („Bildhauer der DDR“) 1987: Dresden, Galerie Rähnitzgasse („Wirklichkeit und Bildhauerzeichnung“) 1987/1988: Bonn, Rheinisches Landesmuseum; München, Staatsgalerie Moderne Kunst; Mannheim, Kunsthalle Mannheim („Bildhauerkunst aus der Deutschen Demokratischen Republik“) 1988: Berlin, Ausstellungszentrum am Fernsehturm („America latina. Lateinamerika in der bildenden Kunst der DDR“)

Seit der deutschen Wiedervereinigung 1991: Ernst-Rietschel-Kulturring e. V. Pulsnitz 2017: Bildhauerinnen! Ausstellungszentrum der Burg Beeskow 2025: Berlin, Schloss Biesdorf ("Worin unsere Stärke besteht - to be continued")

Auszeichnungen 1979: Will-Lammert-Preis

Literatur (chronologisch)

Manfred Tschirner: Die Arbeit einer Bildhauerin. Gedanken über Regina Fleck. In: Kulturspiegel Eisenhüttenstadt. 1978, H. 1, Abb. S. 25. Hans Liebau: Bildhauerzeichnungen von 15 Künstlern der DDR (= Insel-Bücherei. Nr. 1026). Insel Verlag, Leipzig 1979, S. 57 ff. Manfred Tschirner: Laudatio für Regina Fleck. In: Mitteilungen der Akademie der Künste. Berlin 1979, H. 3. Brigitte Jähner: Regina Fleck: Weiblicher Torso. In: Bildende Kunst. Heft 6/1985, Henschelverlag, Berlin, S. 237. Zentrum für Kunstausstellungen der DDR (Hrsg.): Bildhauerkunst aus der Deutschen Demokratischen Republik. Elefanten Press. Berlin 1987 ISBN 3-88520-243-3 Saur. Allgemeines Künstlerlexikon. Band 41, 2004, S. 127/128 Fleck, Regina. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, S. 207–208.

Weblinks

Werk Regina Flecks im Bestand der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Porträt der Künstlerin von Manfred Neumann von 1977 im Bestand der Städtischen Galerie Eisenhüttenstadt Regina Fleck bei Bildindex der Kunst & Architektur

Einzelnachweise

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