Franz Friedrich Rudorff, seit 1872 von Rudorff, (* 12. April 1825 in Hildesheim; † 7. November 1898 in DresdenStadtarchiv Dresden, Standesamt Dresden I, Sterbe-Nebenregister 1898, Nr. 2153.) war ein sächsischer General der Infanterie und Generaladjutant von König Albert.

Leben Franz war Sohn des hannoverschen Oberstleutnants Georg Rudorff († 1837) und der Justina, geborene Reinhardt († 1840). Er trat am 1. Juni 1841 als Kadett in die Artilleriebrigade der Hannoverschen Armee ein. Am 17. August 1842 avancierte er zum Sekondeleutnant und wurde im Herbst 1846 zum Generalstab kommandiert. In dieser Stellung nahm er 1849 am Krieg gegen Dänemark teil. Im Jahr 1852 erhielt er seine ordentliche Versetzung in den Generalstab. Seiner Beförderung 1855 zum Hauptmann folgte 1865 die zum Major. Bei Ausbruch des Deutschen Krieges stieg er zum Oberstleutnant auf und nahm an der Schlacht bei Langensalza teil. Mit Ausnahme der Jahre 1857/59, während deren er Batteriechef war, gehörte er bis zur Auflösung der Armee nach dem verlorenen Krieg und der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen dem Generalstab an. Für sein Wirken hatte ihn König Georg V. mit dem Kommandeurkreuz II. Klasse des Guelphen-Ordens ausgezeichnet.

Im April 1867 trat Rudorff als Kommandant des III. Bataillons in das 2. Grenadier-Regiment Nr. 101 der Sächsischen Armee in Dresden ein. Er avancierte 1869 zum Oberst und Kommandeur des 3. Infanterie-Regiments „Kronprinz“ Nr. 102. Dieses führte er 1870/71 während des Krieges gegen Frankreich in den Kämpfen bei Gravelotte, Beaumont, Sedan sowie der Einschließung und Belagerung von Paris. König Johann zeichnete ihn mit dem Ritterkreuz mit Kriegsdekoration seines Verdienstordens aus. Außerdem erhielt er die Erlaubnis zur Annahme beider Klassen des Eisernen Kreuzes und des Komturkreuzes des Bayerischen Militärverdienstordens mit Schwertern.

Nach Kriegsende wurde Rudorff am 8. November 1872 in den erblichen sächsischen Adelstand erhoben. Mit seiner Beförderung zum Generalmajor 1874 wurde er Kommandeur der 4. Infanterie-Brigade Nr. 48 in Leipzig, wechselte aber 1875 in gleicher Stellung zur 1. Infanterie-Brigade Nr. 45 in Dresden. Seinem Aufstieg zum Generalleutnant und General à la suite des Königs im Jahre 1882 folgte die Ernennung zum Kommandeur der 1. Division Nr. 23 in Dresden 1883. In dieser Eigenschaft erhielt er im April 1887 das Großkreuz des Albrechts-Ordens. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde Rudorff am 1. Februar 1889 mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt und unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Infanterie zum Generaladjutanten von König Albert ernannt.

Rudorff blieb unvermählt und verbrachte seinen Lebensabend in Dresden in der Johann-Georgen-Allee 23 (Parterre),Adreßbuch für Dresden und seine Vororte. 1898, 1. Teil, S. 479. nachdem er vorher bis Ende der Dienstzeit in der Pirnaischen Straße 31 (2. Stock) gewohnt hatte.Adreßbuch für Dresden und seine Vororte. 1890, 1. Teil, S. 504. Rudorff wurde auf dem Trinitatisfriedhof beerdigt.

Schriften Das Mißlingen des Zuges der Hannoverschen Armee nach dem Süden im Juni 1866. In: 9. Beiheft zum Militär-Wochenblatt, Berlin 1904.

Auszeichnungen Laut Adressbuch seines letzten Wohnsitzes waren Rudorff folgende weitere Ehrungen zuerkannt worden: Titel Exzellenz Großkreuz des Franz-Joseph-Ordens Großkreuz des Ordens Philipps des Großmütigen Großkreuz des Hausordens vom Weißen Falken Preußischer Kronen-Orden 1. Klasse Russischer Orden der Heiligen Anna 1. Klasse Ritter des Ordens Heinrichs des Löwen

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1915. Neunter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1914, S. 789. (Digitalisat)

Einzelnachweise

Kategorie:General der Infanterie (Sachsen) Kategorie:Militärperson (Hannover) Kategorie:Artillerist (Hannover) Kategorie:Person in der Schleswig-Holsteinischen Erhebung (Deutscher Bund) Kategorie:Person im Deutschen Krieg Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Träger des Albrechts-Ordens (Großkreuz) Kategorie:Träger des Franz-Joseph-Ordens (Großkreuz) Kategorie:Träger des Verdienstordens Philipps des Großmütigen (Großkreuz) Kategorie:Träger des Hausordens vom Weißen Falken (Großkreuz) Kategorie:Träger des Bayerischen Militärverdienstordens (Komtur) Kategorie:Ritter I. Klasse des Sächsischen Zivilverdienstordens Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 1. Klasse Kategorie:Kommandeur II. Klasse des Guelphen-Ordens Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 1. Klasse Kategorie:Träger des Ordens der Heiligen Anna Kategorie:Ritter des Ordens Heinrichs des Löwen Kategorie:Militärschriftsteller Kategorie:Nobilitierter (Sachsen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1825 Kategorie:Gestorben 1898 Kategorie:Mann