Hermsdorf (bis zum 1. Januar 2002 Hermsdorf bei Ruhland; Lubušow – Niedersorbische Orts- und Flurnamen, 1911–1928, Arnošt Muka, Walter Wenzel: Oberlausitzer Ortsnamenbuch (2008), ISBN 978-3-7420-2067-3 ) ist eine Gemeinde im Landkreis Oberspreewald-Lausitz im Süden des Landes Brandenburg und Teil des Amtes Ruhland.

Geografie mini|links|Ortsansicht von Hermsdorf mini|links|Dorfteich Die Gemeinde liegt in der Oberlausitz im Süden von Brandenburg an der Grenze zu Sachsen. Die Stadt Senftenberg ist rund 15 Kilometer Luftlinie entfernt. Hermsdorf grenzt im Nordosten an Guteborn, im Osten an Grünewald, im Südosten an Schwepnitz, im Südwesten an Königsbrück, im Westen an Kroppen und im Nordwesten an Ruhland.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde gehören der Ortsteil Jannowitz sowie der bewohnte Gemeindeteil Lipsa.Gemeinde Hermsdorf. Serviceportal der Landesverwaltung Brandenburg, abgerufen am 16. März 2026.

Geschichte mini|Hermsdorf in einer Karte aus dem Jahr 1757 Der Ort wurde im Jahre 1489 das erste Mal schriftlich erwähnt.

Ab 1816 gehörte Hermsdorf zum Spremberg-Hoyerswerdaer Kreis in der preußischen Provinz Brandenburg. Dieser wurde 1825 aufgeteilt, seitdem gehörte die Gemeinde zum Kreis Hoyerswerda, der in die Provinz Schlesien umgegliedert wurde. 1939 wurde der Kreis in Landkreis Hoyerswerda umbenannt. Da dieser westlich der Oder-Neiße-Linie lag, wurde er 1945 Teil der sowjetischen Besatzungszone und in das Land Sachsen eingegliedert. Im Jahr 1952 kamen die Orte zum neu gegründeten Kreis Senftenberg im DDR-Bezirk Cottbus. Seit der Wiedervereinigung gehört Hermsdorf zum Land Brandenburg. 1993 ging der Landkreis Senftenberg im neuen Landkreis Oberspreewald-Lausitz auf.

Bis zum 1. Januar 2002 trug die Gemeinde offiziell den Namen Hermsdorf bei Ruhland. Der Zusatz „bei Ruhland“ diente früher zur Unterscheidung der ebenfalls im Landkreis Hoyerswerda gelegenen Gemeinde Hermsdorf/Spree. Da beide Gemeinden seit 1952 in unterschiedlichen Landkreisen liegen wurde der Zusatz nicht mehr benötigt und später gestrichen.

Eingemeindungen Jannowitz wurde am 31. Dezember 2001 in die Gemeinde Hermsdorf eingegliedert.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 200 1890 200 1910 250 1925 286 1933 273 1939 533 Jahr Einwohner 1946 751 1950 832 1964 892 1971 864 1981 755 1985 720 Jahr Einwohner 1990 725 1995 695 2000 702 2005 924 2010 839 2015 794 Jahr Einwohner 2020 764 2021 763 2022 735 2023 719 2024 733 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberspreewald-Lausitz. S. 18–21Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Hermsdorf besteht aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 79,6 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Unabhängige Wählervereinigung Hermsdorf 41,8 % 4 Freie Wählergemeinschaft Jannowitz 36,5 % 4 Unabhängige Wählervereinigung Lipsa 21,7 % 2

Bürgermeister 1998–2003: Horst Schober 2003–2024: Klaus-Peter MüllerKommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Potsdam 2004, S. 27. Abgerufen am 24. Juli 2024. seit 2024: Matthias Trentzsch

Trentzsch wurde bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 mit 64,0 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf JahrenBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1) gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024

Sehenswürdigkeiten mini|links|Dorfkirche Hermsdorf mini|Gefallenendenkmal Hermsdorf In der Liste der Baudenkmale in Hermsdorf (bei Ruhland) und in der Liste der Bodendenkmale in Hermsdorf (bei Ruhland) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmäler.

mini|Schloss Lipsa Im Hermsdorfer Gemeindeteil Lipsa befindet sich das Schloss Lipsa, das als Altenpflegeheim genutzt wird, mit dem dazugehörenden Schlosspark.

Im 15. Jahrhundert erbaute man die jetzige Dorfkirche auf dem Hermsdorfer Friedhof. Um 1736 erfolgte ein barockisierender Umbau. Der Kirchturm wurde im Jahre 1987 wegen Einsturzgefahr abgerissen. Im Jahr 2012 baute die Gemeinde den Kirchturm wieder auf.Glocken in Hermsdorf läuten wieder. In: Lausitzer Rundschau, 6. September 2012 Die jetzige Kirche geht auf einen Vorgängerbau aus dem Jahre 1530 zurück.Artikel in der Lausitzer Rundschau vom 11. September 2008 Vor der Kirche befindet sich ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.

Verkehr Hermsdorf liegt an der Kreisstraße K 6603 zwischen Ruhland und Lipsa, der Ortsteil Jannowitz an der Landesstraße L 55 zwischen Ruhland und Ortrand. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Ruhland an der A 13 Berlin–Dresden.

Im nahe gelegenen Schwarzheide befindet sich ein Verkehrslandeflugplatz der Kategorie II.

Persönlichkeiten Franziska Bennemann (1905–1986), Politikerin (SPD), 1953–1961 MdB, in Hermsdorf geboren

Fußnoten Eingliederung der Gemeinde Jannowitz in die Gemeinde Hermsdorf. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 2. November 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 47, Potsdam, den 21. November 2001, S. 786 PDF

Weblinks

Darstellung von Hermsdorf auf der Homepage des Amtes Ruhland

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