mini|Haus der Bayerischen Geschichte: Museum, Regensburg, 2019 mini|Elblandklinikum Meißen, 1998, Haupteingang mini|Zentrum für Frauen- und Kindermedizin, Universitaetsklinikum Leipzig, 2009 mini|Sana Klinikum Offenbach, 2010 mini|Wörner Traxler Richter: Typologien von Krankenhäusern mini|Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren, Saarbrücken, 2014 mini|Herzogin Garten, Dresden 2019

Wörner Traxler Richter (Eigenschreibweise wörner traxler richter) ist ein deutsches Architekturbüro mit Niederlassungen in Frankfurt am Main, Dresden, München sowie Basel. Die Architektengemeinschaft ist eines der führenden Planungsbüros im Gesundheitsbereich in Deutschland und in den deutschsprachigen Nachbarländern. Das Büro plant darüber hinaus Forschungs- und Schulbauten, Wohn- und Hotelprojekte sowie Museums- und Kulturbauten.

Geschichte und Profil Das Büro wurde am 1. April 1971 als Wörner + Partner von Hans-Georg Frick, Heinrich O. Wörner und Eckart Zeller in Frankfurt am Main gegründet.Wörner + Partner: 25 Jahre. Frankfurt 1996 (Eigenverlag).Wörner Traxler Richter: Jubiläum, 1. April 2021, abgerufen am 1. April 2021. Im Jahr 1981 erfolgte gemeinsam mit Günter Mühleisen die Gründung des Standorts Hamburg. In den 1990er Jahren wurden Petra Wörner, Stefan Traxler und Martin Richter sowie später Petra Cleven als bürointern sogenannte „zweite Generation“ zu Partnern und gründeten die Standorte in Dresden (1991), München (2011) und Basel (2020).woernerundpartner (Hrsg.): einfach architektur. Niggli-Verlag, Sulgen/Zürich, 2011, ISBN 978-3-7212-0810-8.wörner traxler richter: Jahrbuch zweitausenddreizehn. Frankfurt 2014 (Eigenverlag). Das Büro wurde 2006 in woernerundpartner umbenannt.

Seit 2013 firmiert das Büro unter dem Namen Wörner Traxler Richter. Die aktuellen Partner sind Martin Richter, Petra Cleven sowie als Angehörige einer „dritten Generation“ Christian Strauss, Björn Bischoff, Sebastian Pfau, Sven Nebgen, Ralf Löw und Christian Xyländer. Seit 2022 bzw. 2024 ergänzen Claudia Drahotta, Christopher Diebold und Hendrick Sachse die Geschäftsführung. Ehemalige Partner sind Heidi Tiedemann (1998–2008), Peter Kuhl (2006–2012), Lutz Steuernagel (2016–2020), Stefan Traxler (1998–2018) und Petra Wörner (1994–2026).

Petra Wörner war von 2015 bis 2017 Vorsitzende des Gestaltungsbeirates der Stadt Linz.Kammer der Ziviltechnikerinnen, Architektinnen und Ingenieurinnen, Oberösterreich und Salzburg: Arch-Info, Linz, Heft 5, 2017, abgerufen am 23. März 2021. Von Ende 2017 an war sie Mitglied des Städtebaubeirates der Stadt Frankfurt am Main.BDA Gruppe Frankfurt: BDA Gruppe Frankfurt wählt Vertreter für den Städtebaubeirat, Pressemitteilung, 2. Dezember 2019, abgerufen am 23. März 2021. 2021 schied sie aus dem Gremium aus, seitdem ist Björn Bischoff als Vertreter des BDA stellvertretendes Mitglied des Städtebaubeirates.BDA Gruppe Frankfurt: BDA Frankfurt wählt Vertreter*innen für den Städtebaubeirat, Pressemitteilung, 7. Dezember 2021, abgerufen am 15. März 2025. Sebastian Pfau ist seit Ende 2020 im Vorstand der BDA-Gruppe Frankfurt.BDA Gruppe Frankfurt: Vorstandswahl der BDA Gruppe Frankfurt, Pressemitteilung, 22. Dezember 2020, abgerufen am 23. März 2021. Petra Wörner, Martin Richter und die Vertreter der Geschäftsführung sind bei Wettbewerbsjurys als Preisrichter sowie als Vortragende, als Teilnehmer bei einschlägigen Podiumsdiskussionen und Kuratoren tätig.wörner traxler richter: Aktuelles, abgerufen am 18. Juli 2025. Die Mitglieder der Geschäftsführung gehören dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA und dem Verein „Architekten für Krankenhausbau und Gesundheitswesen (AKG)“ an.Architekten für Krankenhausbau und Gesundheitswesen e.V. (AKG): Homepage, abgerufen am 23. März 2021.Architektur für Krankenhausbau und Gesundheitswesen im Bund Deutscher Architekten e.V.: 35 Jahre AKG 1972–2007, Verlag Murken-Altrogge, Herzogenrath 2007, ISBN 978-3-935791-26-7.

Zu den Auftraggebern zählen öffentliche und private Krankenhausträger, Bund, Länder und Kommunen, Universitäten und Forschungsinstitute sowie private Bauherren und Investoren in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Seit Gründung erhält das Büro viele Aufträge über gewonnene Architekturwettbewerbe. Wörner Traxler Richter wurden mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet – darunter auch für die bereits seit 2012 im Büro eingeführte Planungsmethode Building Information Modeling.Christine Ryll: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit, in: DBZ – Deutsche Bauzeitschrift, Heft 4, 2016, abgerufen am 23. März 2021. Das Büro ist darüber hinaus Mitinhaber der Ingenieurgesellschaft „mtp Planungsgesellschaft für Medizintechnik mbh“.

Werk und Architekturverständnis

Optimale Verzahnung verschiedener Funktionsbereiche

Laut Wörner Traxler Richter ist die Planungsaufgabe Krankenhausbau geprägt von einem komplexen Zusammenspiel unterschiedlichster Funktionen und abhängig von medizinischen und pflegerischen Arbeitsabläufen, der Forschung, dem Stand der Gerätetechnik sowie von den Vorgaben der Gesundheitspolitik.Martin Richter: Ein Haus zum Gesundwerden, in: Wieland Kiess, Holger Till, Kai von Klitzing, Michael Höckel (Hrsg.): Innovation und Tradition: Das Zentrum für Frauen- und Kindermedizin der Universitätsklinik Leipzig. S. Karger Verlag, Freiburg 2007, S. 53–66, ISBN 978-3-8055-8363-3 Krankenhausplanung müsse auf den stetigen Kostendruck im Gesundheitswesen reagieren und gleichzeitig dem Gesundwerden dienen.Burkhard Fröhlich: Krankenhausbau. Ein Gespräch über Bauherren, über Qualität und Funktionalität, Interview mit Petra Wörner, Stefan Traxler, Martin Richter und Iphigenie Traxler, in: Deutsche Bauzeitschrift DBZ, Heft 04, 2014, abgerufen am 23. März 2021. Wörner Traxler Richter: Architekt und Krankenhaus, in: Deutsche Bauzeitschrift DBZ, Heft 04, 2014, abgerufen am 23. März 2021. Das Spannungsfeld zwischen dem Primat betriebswirtschaftlicher Überlegungen und einer dem Menschen – Patienten wie Personal – dienenden Architektur sah bereits Heinrich O. Wörner nicht als Widerspruch, sondern als Herausforderung.Heinrich O. Wörner: Innovativer Krankenhausbau, in: Deutsche Bauzeitschrift DBZ, Heft 02, 2001, S. 16–22. In seinem Erläuterungsbericht zum Kruppkrankenhaus schrieb er: „Das Krankenhaus ist zuerst ein Haus für kranke Menschen.“Heinrich O. Wörner: Neubau Alfried Krupp Krankenhaus Essen, in: Das Krankenhaus, Nr. 11, November 1981, S. 454–464. An zweiter Stelle komme bereits die „Kommunikation“, worunter Wörner die immer wieder zu optimierende Verzahnung verschiedener Funktionsbereiche verstand. Beides zusammen seien die „wesentliche Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit und das ‚Klima‘ eines Krankenhauses“. Effiziente Arbeitsabläufe, die zweckgerechte Zuordnung der Abteilungen und logistische Konzepte bestimmen laut Wörner die Planungen für den Krankenhausbau.Heinrich O. Wörner; Schacht, Hubert P.: Das Nachrichtensystem im modernen Krankenhaus, in: Das Krankenhaus, Nr. 10, Oktober 1975, S. 386–392. Ebenso rationelle Bauverfahren mit normierten und typisierten Bauteilen, die Flexibilität garantieren, um medizinische Abteilungen stets auf dem aktuellen Stand der Technik halten zu können. Besondere Aufmerksamkeit widmete Wörner den kurzen Wegen für das Personal sowie den verschiedenen Verkehrsströmen, wobei er in seinen Planungen den externen Besucher- vom internen (Patienten-)Verkehr zu trennen versuchte.Heinrich O. Wörner: Entwicklungstendenzen bei der Planung und dem Entwurf von allgemeinen Krankenhäusern, in: Haus der Technik – Vortragsveröffentlichungen, Heft 173, Technik im Krankenhaus, Vulkan-Verlag, Essen 1970, S. 20–30.

Kruppsche Krankenanstalten als Gründungs- und Referenzprojekt

Ernst Neuferts Bauentwurfslehre hat früh schon Grundrisse von Krankenhäusern, die Heinrich O. Wörner geplant hatte, als modellhaft publiziert.Ernst Neufert: Bauentwurfslehre. 27. Auflage, Bertelsmann Fachverlag, Gütersloh 1970, S. 412, 416, 424 und 426.Ernst Neufert: Bauentwurfslehre. 30. Auflage, Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1980, S. 464, 472 und 474. Im Kruppkrankenhaus positionierte Wörner beispielsweise auf den Pflegegeschossen im Schnittpunkt des Ypsilons eine ganze Reihe von Fahrstühlen und Spezialaufzügen, die Arzt- und Behandlungszimmer sowie die Lagerräume, um Distanzen möglichst gering zu halten.Neubau der Krupp Krankenanstalten in Essen, in: Bauwelt 23, 1974, S. 840–842. Die so vom Durchgangsverkehr befreiten Pflegestationen werden zu Ruhezonen. Darüber hinaus gestaltete Wörner die Patientenbereiche nach den damaligen Erkenntnissen der Psychologie: Farben, wertige Materialien wie Holz oder Naturstein, stimmige Proportionen und räumliche Großzügigkeit, allgemein eine sympathische Atmosphäre sollen das Wohlbefinden der im Krankenhaus sich aufhaltenden Menschen steigern.Uta Winterhager: In die Jahre gekommen: Alfried Krupp Krankenhaus in Essen, in: Deutsche Bauzeitung, Heft 02, 2012, abgerufen am 23. März 2021.

Wirkungen von Formen, Farben und Materialien auf Patienten

Für die zweite Generation des Büros – Petra Wörner, Stefan Traxler und Martin Richter –, an die Heinrich O. Wörner in den 1990er Jahren nach und nach die Entwurfsarbeit abtrat, wurde der Bau in Essen-Rüttenscheid Referenzobjekt:Bauten und Menschen JUNG im Gespräch mit Petra Wörner, in: JUNG Architecture Talks, Folge 71, 1. April 2021, abgerufen am 1. April 2021. Von Krupp angeregt, rückten Wörner, Traxler und Richter im Krankenhausbau neben der Funktionsaufgabe vermehrt einen „Gestaltungswillen“ in den Fokus, der – wie schon von Heinrich O. Wörner beabsichtigt – auch „die Wirkungen von Formen, Farben und Materialien“ auf die „sensibelsten Teile unserer Gesellschaft, kranke Menschen und deren Angehörige“, berücksichtigt.Petra Wörner: Pre-Use des Neubaus Haus M am Städtischen Klinikum Karlsruhe als Covid-19-Ausweichkrankenhaus, AKG Vortragsveranstaltung im Rahmen der virtual.Medica 2020 und des 43. Deutschen Krankenhaustages, 18. November 2020, zwischen 45:36 und 1:03:18, abgerufen am 23. März 2021. Die Architekten beschäftigen sich mit der Geschichte der Planungsaufgabe Gesundheitsbau, historischen Lösungen wie Pavillons und Blockrandbebauung und erarbeiteten einen ganzen Baukasten hoch funktioneller Krankenhaustypologien.Dieser Katalog von Typologien wurde ebenfalls veröffentlicht. Beispielsweise von: Hermann Stockhorst, Linus Hofrichter, Andreas Franke (Hrsg.): Krankenhausbau. Architektur und Planung, bauliche Umsetzung, Projekt- und Betriebsorganisation. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin 2018, S. 142, ISBN 978-3-95466-388-0.Peter Pawlik: Der Wandel des europäischen Krankenhausbaus seit dem späten 19. Jahrhundert, in: Philipp Meuser (Hrsg.): Krankenhausbauten, Gesundheitsbauten. 2 Bände. DOM, Berlin 2011, ISBN 978-3-86922-134-2, 1. Band, S. 51–63. In diesen baulichen, kompakten und flächensparenden Strukturen werden optimale Ablauforganisationen abgebildet, die wirtschaftliche Sicherheit für Krankenhausbetreiber schaffen. Durch das modulare Konzept stellt der Baukasten Flexibilität für neue Entwicklungen sicher und darüber hinaus eine Reihe von Varianten zur Verfügung, um die großen Baumassen eines Krankenhauses möglichst perfekt in Stadt- oder Landschaftsräume zu integrieren.Petra Wörner: „Wie entwirft man ein funktionierendes, städtebaulich richtiges und architektonisch überzeugendes Krankenhaus?“, Vortrag auf der vom bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit veranstalteten Tagung „Bauen in medizinischen Einrichtungen“, Universitätsklinikum Würzburg, 28. September 2018.

Integration in städtischen Kontext bzw. in die Landschaft