Ruski Bór () ist ein kleiner Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Gmina Szczytno (Landgemeinde Ortelsburg) im Powiat Szczycieński (Kreis Ortelsburg).
Geographische Lage Ruski Bór liegt in der südlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren, sieben Kilometer südlich der Kreisstadt Szczytno ().
Geschichte Reußwalde war einst ein Forstamt (Oberförsterei) und gehörte zum gleichnamigen Staatsforst.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Reußwalde Mit Datum vom 7. Mai 1874 wurde erwähnt, dass der Gutsbezirk Reußwalde mit seinem Anteil im Kreis Ortelsburg, Forst in die Landgemeinde Worfengrund () eingegliedert wurde.Rolf Jehke, Amtsbezirk Corpellen/Korpellen
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Reußwalde gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Reußwalde stimmten 28 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreußischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 97
Am 30. September 1929 kam es zum Zusammenschluss zum neuen Gutsbezirk Reußwalde, Anteil Kreis Ortelsburg, Forst, mit Anteilen der Gutsbezirke: Korpellen, Forst im Amtsbezirk Korpellen (polnisch Korpele), Korpellen, Forst im Amtsbezirk Klein Jerutten (Jerutki), Grüneberge, Forst im Amtsbezirk Schiemanen (Szymany), Reußen, Forst im Amtsbezirk Materschobensee (Sasek Wielki), ab etwa 1928 Amtsbezirk Maldanietz (Małdaniec), und Reußen, Forst im Amtsbezirk Wallen (Wały).
Mit dem gesamten südlichen Ostpreußen wurde Reußwalde 1945 in Kriegsfolge an Polen überstellt und erhielt die polnische Namensform „Ruski Bór“. Heute ist der Ort eine Waldsiedlung () innerhalb der Landgemeinde Szczytno (Ortelsburg) im Powiat Szczycieński (Kreis Ortelsburg), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Kirche Bis 1945 war Reußwalde in die evangelische Kirche OrtelsburgWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 469 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die katholische Kirche Ortelsburg im Bistum Ermland eingepfarrt. Heute gehört Ruski Bór kirchlicherseits ebenfalls zur Kreisstadt: zur katholischen Pfarrkirche in Szczytno, jetzt im Erzbistum Ermland gelegen, und zur evangelischen Kirche in Szczytno, nun der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen zugeordnet.
Verkehr Ruski Bór liegt an einer Nebenstraße, die von der Kreisstadt Szczytno über Nowe Gizewo (Gisöwen) bis in die Landgemeinde Wielbark nach Zabiele (Sabiellen, 1938 bis 1945 Hellengrund) führt.
Anschluss an den Bahnverkehr besteht über den Bahnhof in Szczytno an den beiden Bahnstrecken Olsztyn–Ełk () und Chorzele–Szczytno (Chorzele–Ortelsburg).
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Szczytno