Lahn ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Werlte im Osten des Landkreises Emsland in Niedersachsen (Deutschland).

Geografie Geografische Lage Lahn liegt im Emsland ein paar Kilometer östlich der Geesthügel des Hümmling. Die Gemeinde befindet sich südwestlich von Werlte zwischen der Nordradde und Mittelradde.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind im Norden und im Osten die Gemeinden Werlte, im Süden die Gemeinde Lähden in der Samtgemeinde Herzlake und im Westen die Gemeinden Hüven und Sögel in der Samtgemeinde Sögel.

Geschichte Von Lahn wird angenommen, dass die erste Besiedelung bereits vor der ersten Jahrtausendwende erfolgte; mehrere Stein- und Hügelgräber weisen auf eine uralte Siedlung hin. Erstmals urkundlich erwähnt wird Lahn in der Freibauernurkunde von 1394. Sie beschreibt die Abtrennung des Hümmlings vom Herrschaftsgebiet der Grafen von Tecklenburg. Wortlaut: „… Ludeke Srappers und Willeken söne to Löhn, …“

In einem Verzeichnis über die lehnshörigen Höfe des Kirchspiels Werlte, das Forscher auf das 11. Jahrhundert datieren, werden dagegen schon drei Höfe genannt, die Lahn zuzuordnen sind. Eine genaue Angabe ist hier also nicht zu machen. Die erste Steuerliste mit den Namen der Bewohner Lahns stammt aus dem Jahre 1498/1499.Register exactionum in Emesland. Staatsarchiv Münster, Bestand Fürstentum Münster, Landesarchiv 487a, Nr. 15.

Lahn bestand aus 13 vollerbigen Höfen, von denen jedoch schon ein Hof im 16. Jahrhundert als verarmt bezeichnet wird. Sieben dieser Höfe betreiben noch heute Landwirtschaft im Vollerwerb und können auf eine bis zu 500-jährige Hofgeschichte zurückblicken.

Lahn besitzt die typische Form eines alten Haufendorfes, wobei diese Struktur auch heute noch weitestgehend erhalten geblieben ist.

Der Lahner Schützenverein e. V. wurde 1883 gegründet und feierte im Jahr 2008 sein 125-jähriges Bestehen.

Sondermunitionslager Lahn Von 1963 bis 1992 bestand auf dem Gemeindegebiet das Sondermunitionslager Lahn für Atomwaffen, allgemein als „Atomwaffenlager Lahn“ bekannt.Geschichte des Sondermunitionslagers Lahn und heutiger Zustand des Geländes, abgerufen am 29. März 2014. Das 170 ha große Gelände lag nördlich des Dorfes Lahn., abgerufen am 29. März 2014. Der Zugang zum Atomwaffenlager Lahn war in den 1980er Jahren mehrfach Schauplatz von Demonstrationen der Friedensbewegung,Geschichte des Sondermunitionslagers Lahn und heutiger Zustand des Geländes, abgerufen am 29. März 2014. insbesondere von Pax Christi.

Namensherkunft Bedeutung des Ortsnamens „Lahn“: niederdeutsch: to de Laen = „zu“ oder „bei den Gehölzen“

Politik Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Lahn besteht aus neun Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 500 und 1.000 Einwohnern., abgerufen am 1. Dezember 2013 Die neun Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die allgemeine Wahlperiode beginnt am 1. November nach der letzten Wahl und endet nach fünf Jahren zum 31. Oktober. §47 NKomVG-Wahlperiode

Die letzte Kommunalwahl vom 13. September 2026 ergab das folgende Ergebnis: CDU – 7 Sitze Einzelbewerber Tim Oldopp – 2 Sitze Der auf Grund der Stimmenzahl des Einzelbewerbers eigentlich zustehende zweite Sitz kann nicht besetzt werden und bleibt frei.

Bürgermeister Ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde ist Bernhard Winkler (CDU). Die stellvertretenden Bürgermeister sind Wilhelm Hüntelmann (CDU) und Hans-Georg Menke., abgerufen am 1. Dezember 2013 Vorheriger Bürgermeister war Joseph Thesing.

Wappen links|100px|Wappen Lahn Über einem roten Schildfuß, mit einem silbernen, aus einem Deckstein und zwei Stützsteinen bestehenden Steingrab, befinden sich drei aus einem Stiel wachsende grüne Eichenblätter auf goldenem Feld.

Das Hünengrab, das auf die vorgeschichtlichen Wurzeln der heutigen Gemeinde Lahn hinweist, befindet sich an der Straße nach Hüven. Die drei Eichenblätter symbolisieren die mögliche Bedeutung des Ortsnamens Lahn. Die Farben Rot und Gold wurden gewählt, um die vielfältigen Verbindungen zur Samtgemeinde Werlte darzustellen. Des Weiteren waren dieses die Farben des alten Klosters Corvey, dem der Hümmling im Mittelalter zehntpflichtig war.

Persönlichkeiten Bernhard Köster (* 20. Oktober 1869, † 23. Juni 1944 in Bad Iburg), deutscher römisch-katholischer Priester und Schriftsteller

Literatur Werner Kaemling: Atlas zur Geschichte Niedersachsens. Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3. Hermann Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung. Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929. Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber): Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4).

Weblinks

Lahn auf www.werlte.de

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Emsland Kategorie:Emsland Kategorie:Ersterwähnung 1394