Die Wahlen zum Senat der Vereinigten Staaten 1794 und 1795 zum 4. Kongress der Vereinigten Staaten fanden zu verschiedenen Zeitpunkten statt.Es waren die Halbzeitwahlen (engl. midterm election) in der Mitte von George Washingtons zweier Amtszeit. Vor der Verabschiedung des 17. Zusatzartikels wurden die Senatoren nicht direkt gewählt, sondern von den Parlamenten der Bundesstaaten bestimmt.
Zur Wahl standen die acht Sitze der Senatoren der Klasse III, die 1788 und 1789 für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt worden waren, sowie die beiden Sitze der Klasse III der 1790 und 1792 neu aufgenommenen Staaten Vermont und Kentucky. Außerdem fanden in Delaware, Pennsylvania und Virginia Nachwahlen für vier Sitze statt. Bei den Nachwahlen konnten die Regierungsgegner zwei Sitze halten, ein Sitz ging an die Unterstützer der Regierung verloren, diese gewannen auch den vakanten Sitz in Delaware. Fünf der regulär zur Wahl stehenden Senatoren waren Unterstützer der Regierung George Washingtons, die sich jetzt als Föderalistische Partei formierten, fünf waren Gegner der Regierung Anti-Administration Party, die zur Republikanischen Partei wurde, heute meist Demokratisch-Republikanische Partei genannt. Beide waren keine Parteien im modernen Sinne, aber deutlich stärker organisiert als die informellen Fraktionen vorher.
Am Ende des dritten Kongresses lag die Mehrheit der Föderalisten im Senat bei 17 zu 13. Drei föderalistische und ein republikanischer Senator wurden wiedergewählt, drei Sitze konnten die Föderalisten halten, einen die Republikaner. Zwei Sitze, die vorher von Republikanern gehalten wurden, konnten von Föderalisten gewonnen werden. Dadurch erhöhte sich deren Mehrheit auf 20 zu 10.
Ergebnisse
Wahlen während des 3. Kongresses
Die Gewinner dieser Wahlen wurden vor dem 4. März 1795 in den Senat aufgenommen, also während des 3. Kongresses.
Staat Amtierender Senator Partei Nachwahl Datum Ergebnis Neuer Senator Delaware vakant Klasse I Zugewinn Föderalisten Pennsylvania Gegner der Regierung Klasse I Zugewinn Föderalisten Virginia Gegner der Regierung Klasse I Zugewinn Republikaner Virginia Gegner der Regierung Klasse II Zugewinn Republikaner Republikaner bezeichnet Angehörige der heute meist als Demokratisch-Republikanische Partei oder Jeffersonian Republicans bezeichneten Partei
Wahlen zum 4. Kongress
Die Gewinner dieser Wahlen wurden am 4. März 1795 in den Senat aufgenommen, also bei Zusammentritt des 4. Kongresses. Alle Sitze dieser Senatoren gehören zur Klasse III.
Staat Amtierender Senator Partei Datum Ergebnis Neuer Senator Connecticut Unterstützer der Regierung oder 1795 Zugewinn Föderalisten Georgia Gegner der Regierung als Föderalist wiedergewählt Kentucky Gegner der Regierung Zugewinn Föderalisten Maryland Unterstützer der Regierung als Föderalist wiedergewählt New Hampshire Gegner der Regierung oder 1795 als Republikaner wiedergewählt New York Unterstützer der Regierung als Föderalist wiedergewählt North Carolina Gegner der Regierung Zugewinn Republikaner Pennsylvania Unterstützer der Regierung Zugewinn Föderalisten South Carolina Unterstützer der Regierung Zugewinn Föderalisten Vermont Gegner der Regierung Zugewinn Föderalisten Republikaner bezeichnet Angehörige der heute meist als Demokratisch-Republikanische Partei oder Jeffersonian Republicans bezeichneten Partei wiedergewählt: ein gewählter Amtsinhaber wurde wiedergewählt
Wahlen während des 4. Kongresses
Nach dem Zusammentritt des 4. Kongresses gab es 1795 keine Senatswahlen.
Einzelstaaten
In allen Staaten wurden die Senatoren durch die Parlamente gewählt, wie durch die Verfassung der Vereinigten Staaten vor der Verabschiedung des 17. Zusatzartikels vorgesehen. Das Wahlverfahren bestimmten die Staaten selbst, war daher von Staat zu Staat unterschiedlich. Teilweise ergibt sich aus den Quellen nur, wer gewählt wurde, aber nicht wie.
Connecticut
Stephen Mix Mitchell, Senator für Connecticut seit 1793, trat nicht zur Wiederwahl an. Sein Nachfolger wurde Jonathan Trumbull, wie Mitchell Föderalist.Jonathan, Jr. (1740–1809). In: Biographical Directory of the United States Congress; abgerufen am 27. November 2019.
Delaware George Read, Senator für Delaware seit 1789, war am 18. September 1793 zurückgetreten, um Oberster Richter am Delaware Supreme Court werden zu können, sein Sitz war seitdem vakant. Am 7. Februar 1795 wählte das Parlament des Staates den Föderalisten Henry Latimer zu seinem Nachfolger.Henry (1752–1819). In: Biographical Directory of the United States Congress; abgerufen am 27. November 2019. Latimer erhielt 15 Stimmen, sein Gegenkandidat John Dickinson, ehemaliger Präsident von Pennsylvania vor Verabschiedung der Verfassung und Republikaner, erhielt 14.A New Nation Votes, Delaware 1795 U.S. Senate, Special, 11. Januar 2012, abgerufen am 27. November 2019.
Georgia James Gunn, Senator für Georgia seit 1789, wurde am 13. November 1794 wiedergewählt.James (1753–1801). In: Biographical Directory of the United States Congress; abgerufen am 27. November 2019. Gunn erhielt 36 Stimmen, Edward Telfair, ehemaliger Gouverneur von Georgia, erhielt 12 Stimmen, der ehemalige Senator William Few 3.A New Nation Votes, Georgia 1794 U.S. Senate, 11. Januar 2012, abgerufen am 27. November 2019.
Kentucky John Edwards, Senator für Kentucky seit der Aufnahme des Staates in die Union 1792, wurde 1794 nicht wiedergewählt. Die Mehrheit im zweiten Wahlgang erreichte der Föderalist Humphrey MarshallHumphrey (1760–1841). In: Biographical Directory of the United States Congress; abgerufen am 27. November 2019. mit 28 Stimmen, der Republikaner John Breckinridge, später selbst Senator, erhielt 22 Stimmen.A New Nation Votes, Kentucky 1794 U.S. Senate, Ballot 2, 11. Januar 2012, abgerufen am 27. November 2019. Im ersten Wahlgang hatte Marshall 18 Stimmen erhalten, Breckinridge 16, acht Stimmen gingen an John Fowler, sieben an den bisherigen Senator Edwards.A New Nation Votes, Kentucky 1794 U.S. Senate, 11. Januar 2012, abgerufen am 27. November 2019.
Maryland John Henry, Senator für Maryland seit 1789, wurde 1795 wiedergewählt.John (1750–1798). In: Biographical Directory of the United States Congress; abgerufen am 27. November 2019.
New Hampshire John Langdon, Senator für New Hampshire seit 1789, wurde 1794 oder 1795 wiedergewählt. Ursprünglich ein Unterstützer der Regierung, schloss sich Langdon seit etwa 1793 der sich bildenden Republikanischen Partei an.John (1741–1819). In: Biographical Directory of the United States Congress; abgerufen am 18. November 2019.
New York Rufus King, Senator für New York seit 1789, wurde am 27. Januar 1795 wiedergewählt.Rufus (1755–1827). In: Biographical Directory of the United States Congress; abgerufen am 27. November 2019. Im Senat, wo er der einzige Kandidat war, erhielt er 12 Ja- und 11 Neinstimmen. Im Repräsentantenhaus, wo zwei Gegenkandidaten antraten, erhielt er 35 Stimmen, Thomas Tillotson erhielt 30 Stimmen, John Lawrence eine.A New Nation Votes, New York 1795 U.S. Senate, 11. Januar 2012, abgerufen am 27. November 2019.
North Carolina Benjamin Hawkins, Senator für North Carolina seit 1789, trat 1795 zur Wiederwahl vermutlich nicht an. Gewählt wurde Timothy BloodworthTimothy (1736–1814). In: Biographical Directory of the United States Congress; abgerufen am 27. November 2019. im fünften Wahlgang, weitere Kandidaten, die Stimmen erhielten, waren John Leigh, Alfred Moore, Nathaniel Macon, John Skinner, Charles Johnson und William Lenoir.A New Nation Votes, North Carolina 1795 U.S. Senate, 11. Januar 2012, abgerufen am 27. November 2019.
Pennsylvania Robert Morris, Senator für Pennsylvania seit 1789, trat zur Wahl am 26. Februar 1795 nicht an. Gewählt wurde der Föderalist William Bingham.William (1752–1804). In: Biographical Directory of the United States Congress; abgerufen am 27. November 2019. Er erhielt 42 Stimmen im Repräsentantenhaus des Staates, 16 im Senat, sein republikanischer Gegenkandidat Peter Muhlenberg erhielt 31 bzw. 4 Stimmen.A New Nation Votes, Pennsylvania 1795 U.S. Senate, 11. Januar 2012, abgerufen am 27. November 2019.
Albert Gallatin war 1793 als Klasse-I-Senator gewählt worden, die Wahl war aber am 28. Februar 1794 für ungültig erklärt worden, da Gallatin noch nicht die von der Verfassung der Vereinigten Staaten geforderten neun Jahre Bürger der Vereinigten Staaten gewesen war. Zu seinem Nachfolger wurde am 31. März 1794 James Ross gewählt, anders als Gallatin ein Unterstützer der Regierung.James (1762–1847). In: Biographical Directory of the United States Congress; abgerufen am 27. November 2019. Ross erhielt 36 Stimmen im Repräsentantenhaus des Staates, neun im Senat, Robert Coleman erhielt 28 bzw. sieben Stimmen, ein Senator stimmte für Samuel Sitgreaves, fünf Abgeordnete und ein Senator stimmten nicht ab. Auch Coleman und Sitgreaves waren Föderalisten.A New Nation Votes, Pennsylvania 1794 U.S. Senate, Special, 11. Januar 2012, abgerufen am 27. November 2019.
South Carolina
Ralph Izard, Senator für South Carolina seit 1789, trat zur Wahl 1794 nicht an. Gewählt wurde der Föderalist Jacob ReadJacob (1752–1816). In: Biographical Directory of the United States Congress; abgerufen am 27. November 2019. im zweiten Wahlgang mit unbekannter Stimmenzahl.A New Nation Votes, South Carolina 1794 U.S. Senate, Ballot 2, 11. Januar 2012, abgerufen am 27. November 2019. Im ersten Wahlgang hatte er 51 Stimmen erhalten, John Hunter, der 1796 erfolgreich für den anderen Senatssitz kandidierte, erhielt 49, David Ramsay, der seine Kandidatur anschließend zurückzog, erhielt 45 Stimmen.A New Nation Votes, South Carolina 1794 U.S. Senate, 11. Januar 2012, abgerufen am 27. November 2019.
Vermont
Der Republikaner Stephen R. Bradley, Senator für Vermont seit der Aufnahme des Staates in die Union 1791, wurde 1794 durch den Föderalisten Elijah Paine abgelöst.Elijah (1757–1842). In: Biographical Directory of the United States Congress; abgerufen am 27. November 2019.
Virginia
James Monroe, späterer Präsident und seit 1790 Klasse-I-Senator für Virginia, trat am 27. März 1794 zurück, um Botschafter in Frankreich zu werden. John Taylor of Caroline, sein Klasse-II-Kollege, trat am 11. April ebenfalls zurück. Am 18. November 1794 wählte das Parlament des Staates Stevens Thomson Mason als Nachfolger für MonroeStevens Thomson (1760–1803). In: Biographical Directory of the United States Congress; abgerufen am 27. November 2019. und Henry Tazewell als Nachfolger für Taylor. Beide waren wie ihre Vorgänger Republikaner.Henry (1753–1799). In: Biographical Directory of the United States Congress; abgerufen am 27. November 2019.
Quellen
A Chronological Listing of U.S. Senators, US-Senat, PDF (ca. 578 kB) Biographical Directory of the United States Congress Party Division, US-Senat
Einzelnachweise
#1794 Vereinigte Staaten #Senat Vereinigte Staaten #Senat Kategorie:Geschichte der Vereinigten Staaten (1789–1849)