mini|Operation Swesda; Stoßrichtungen der beteiligten sowjetischen Armeen zwischen dem 10. und 14. Februar 1943 Operation Swesda (, übersetzt Operation „Stern“) war eine Offensivoperation der Roten Armee während des Zweiten Weltkrieges an der Ostfront, die am 2. Februar 1943 startete. Die Offensive war Teil der Woronesch-Charkiwer Operation, die von der Woronescher Front unter dem Kommando von Filipp Golikow durchgeführt wurde. An der Operation beteiligt waren die 40. Armee, 69. Armee und die 3. Panzerarmee.
Im Norden befreite die 40. Armee am 5. Februar die Stadt Stary Oskol, am 7. Februar Korotscha und am 9. Februar Belgorod. Die 3. Panzerarmee kämpfte am 10. Februar die Stadt Tschugujew frei. Die 69. Armee befreite an 9. Februar die Stadt Woltschansk und gemeinsam mit der aus dem Süden nach Norden eindrehenden 3. Panzerarmee am 16. Februar das Hauptziel der Operation, die Stadt Charkow. Die Truppen der 40. Armee befreiten nacheinander am 17. Februar Bogoduchow, am 23. Februar Ljubotyn und Achtyrka und am 26. Februar Gadjatsch.
Planungen Nach Abschluss der Operation Ostrogoschsk-Rossosch begannen die Truppen der Woronesch-Front mit den Vorbereitungen für die Offensive nach Charkow. Ziel war es, den Rückzug der deutschen Heeresgruppe B (15 Infanterie- und Panzerdivisionen der 2. Armee und der Gruppe Cramer, später Armeeabteilung Lanz) nach Westen zu verfolgen und das Charkower Industriegebiet zu befreien.
Am 23. Januar billigte Stalin den von der Stawka vorgelegten Angriffsplan für die Woronesch-Front, die Operation Swesda sollte am 28. Januar beginnen. Nach der Ausschaltung der deutschen Rossoscher Gruppe hatten die sowjetischen Truppen am 25. Januar die Linie Nowy Oskol – Walujki – Pokrowskoje erreicht. Nach dem Abschluss der Woronesch-Kastornoje-Operation hatte sich auch der rechte Flügel der Woronescher-Front (die 60. und 40. Armee) bereitzustellen, um ab 30. Januar an der Offensive teilzunehmen. Die Truppen der 38. und 60. Armee sollten die Nordflanke der Operation durch einen Angriff auf Kursk abschirmen. Der Hauptschlag sollte über den Oskol-Abschnitt in Richtung auf Belgorod und Charkow geführt werden, nach den Erwartungen sollte die Angriffsverbände am 9. und 10. Angriffstag bereits den nordwestlichen Stadtrand von Charkow erreicht haben. Das unabhängig operierende 18. Schützenkorps (Generalmajor P. M. Sykow) sollte über Wolokonowka auf Woltschansk vorgehen und den Hauptstoß auf Charkow unterstützen. Die mobile Gruppe des rechten Flügels der Woronesch-Front, das 4. Panzerkorps unter General A. G. Krawtschenko sollte mit drei Panzer- und drei Ski-Brigaden aus dem Raum Stary Oskol über Bobrowo-Dworskoje auf Belgorod vorrücken und dann gegen den nordwestlichen und westlichen Stadtrand von Charkow einschwenken.
Die Vorstoß-Tiefe für die Operation Swesda wurde auf 210 bis 240 km festgelegt, wobei die Truppen die Linie von Rakitnoje, Graiworon, Bogoduchow, Ljubotin und Merefa erreichten sollten. Für die erste Phase war vorgesehen, mit der 40. Armee die deutsche Verteidigung entlang der Eisenbahnlinie Stary Oskol-Walujki zu durchdringen und die Linie Belgorod, Woltschansk, Petschenegi bis zum Sewerski Donez zu erreichen. Für die zweiten Phase war geplant, die 3. Panzerarmee aus dem Süden her, die 40. Armee und die aus der Stawka-Reserve herangebrachte 69. Armee aus dem Nordosten und Norden zur Eroberung von Charkow anzusetzen. Die 3. Panzerarmee unter Generaloberst Pawel Rybalko zählte neben dem 12. und 15. Panzerkorps auch mehrere Schützen-Divisionen mit zusammen 57.600 Mann, 1223 Geschütze und 588 Mörser, dazu 223 Panzer. Der Armee wurde angewiesen aus dem Raum Kosinki und Kupjansk in die Offensive überzugehen und in Zusammenarbeit mit dem rechten Nachbarn (selbständiges 18. Schützenkorps und 40. Armee) die Kontrolle über Charkow spätestens am 5. und 6. Angriffstag zu übernehmen.
mini|Pawel Rybalko, Kommandeur der sowjetischen 3. Panzerarmee
Der Hauptschlag der 3. Panzerarmee sollte auf der linken Flanke in Richtung Tschugujew mit der Kontrolle über die Zugänge nach Ljubotin und Walka geführt werden. In der ersten Staffel der Panzertruppen Rybalkos befanden sich vier Schützendivisionen (48., 62. Garde-, 160. und 111. und die 37. Schützenbrigade). Die zweite Staffel umfasste das 12. und 15. Panzerkorps, das 7. Kavalleriekorps (ab 19. Januar 6. Garde-Kavalleriekorps) sowie die 179. und 201. Panzerbrigade. In der Reserve des Kommandanten befanden sich zudem die 184. Schützen-Division und das 1245. Panzerabwehr-Artillerie-Regiment. An der Südflanke hatte das 6. Garde-Kavalleriekorps unter Generalmajor S. W. Sokolow den Vormarsch durch Vorstöße in Richtung auf Urazowo, Dwurechnaja, Schewtschenkowo, Andrejewka, Alexsejewskoje und Bespalowka zu decken. Die 111. Schützendivision wurde mit der Aufgabe betraut, aus dem Tscherwona-Tal in Richtung Smorodkowka, Arkadjewka in die Offensive überzugehen, die Linie Gusinka – Smorodkowka bis zum Ende des ersten Einsatztages zu erreichen und die Kommunikation mit der 350. Schützendivision der links stehenden 6. Armee (Generalmajor F. M. Charitonow) aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die 3. Panzerarmee vor deutschen Gegenangriffen aus dem Süden und Südwesten zu decken. Das 6. Garde-Kavalleriekorps sollte zu einer weiträumigen Umfassung aus dem Süden ansetzen, um sich mit der 40. Armee zu verbinden, die deutschen Rückzugwege blockieren und die Annäherung der gegnerischen Reserven verhindern. Die der Armee des General Rybalko zugeteilten Schützendivisionen sollten vorausgehen, konnten aber nicht vor dem 29. bis 31. Januar versammelt werden. General Rybalko wandte sich darauf an seinen Oberbefehlshaber, um den Beginn der Offensive auf den 2. Februar zu verschieben, diese Bitte wurde von General Golikow gewährt.
Die Rote Armee verfügte bei der Operation Swesda über etwa 346.000 Soldaten, die deutsche Verteidigung im Raum Charkow zählte zu Beginn der Kämpfe über etwa 90.000 Soldaten. Die Ankunft neuer Truppen ermöglichte es dem deutschen Oberkommando, die Lücke zwischen der Heeresgruppe B (von Weichs) und der Heeresgruppe Don (von Manstein), die durch die Operationen Woronesch-Kastornoje und Ostrogosch-Rossosch entstanden waren, zu schließen. Die Armeeabteilung Lanz wurde Ende Januar 1943 zwischen Belgorod und Lissitschansk aufgestellt, um die Flanken der Heeresgruppen mit vorerst zwei Divisionen zu decken. Die Verteidigung der Armeeabteilung Lanz hatte die Aufgabe, bis zum Eintreffen des II. SS-Korps im Raum Charkow stand zuhalten. Um die Frontlücke nördlich von Charkow zu schließen, wurde die 168. Infanterie-Division zur Heeresgruppe B verlegt, zudem nahm die Division Großdeutschland nordöstlich von Charkow und die 298. Infanterie-Division Positionen im Südosten der Stadt bis Kupjansk ein. Das aus Frankreich herangeführte II. SS-Korps mit den drei Divisionen – „Leibstandarte“, „Reich“ und „Totenkopf“ wurde von General Paul Hausser geführt und sollte im Raum Charkow zu Gegenangriffen antreten. Auch die 320. Infanterie-Division unter Generalmajor Postel traf dort aus dem Westen ein.
Wehrmacht Armeeabteilung Lanz, General der Gebirgstruppe Hubert Lanz 26. Infanterie-Division, Generalleutnant Friedrich Wiese Teile 88. Infanterie-Division, Generalleutnant Friedrich Gollwitzer 168. Infanterie-Division, Generalleutnant Dietrich Kraiss Division Großdeutschland, Generalmajor Walter Hörnlein 298. Infanterie-Division, Generalmajor Herbert Michaelis
II. SS-Korps, SS-Obergruppenführer Paul Hausser 1. SS-Panzergrenadier-Division Leibstandarte, SS-Oberst-Gruppenführer Sepp Dietrich 2. SS-Panzergrenadier-Division Das Reich, SS-Brigadeführer Herbert-Ernst Vahl 3. SS-Panzergrenadier-Division Totenkopf, SS-General Theodor Eicke 320. Infanterie-Division, Generalmajor Georg-Wilhelm Postel
Woroneschfront 40. Armee, Generalleutnant Kirill Semjonowitsch Moskalenko 100. Schützen-Division, Generalmajor Franz Josifowitsch Perchorowitsch 107. Schützendivision, Generalmajor Pjotr Maximowitsch Beschko 183. Schützen-Division, Oberst Alexander Stepanowitsch Kostitzyn 303. Schützen-Division, Generalmajor Iwan Iwanowitsch Ladygin 18. Schützenkorps, Generalmajor Pjotr Maxsimowitsch Sykow 25. Garde-Schützendivision, Generalmajor Pawel Mendeljewitsch Schafarenko 340. Schützen-Division, Generalmajor Sarkis Sogomonowitsch Martirosjan 309. Schützen-Division, Generalmajor Michail Iwanowitsch Menschikow 8. Artillerie-Division, Oberst Pjotr Michailowitsch Roschanowitsch 2. leichte Artillerie-Brigade, 12. und 28. Haubitzen-Artillerie-Brigade 15. Garde-Mörser-Brigade, Oberstleutnant Pjotr Iwanowitsch Frantschenko
4. Panzerkorps, Generalmajor Andrei Grigorjewitsch Krawtschenko 21. Garde-Panzerbrigade, Oberst Kusma Iwanowitsch Owscharenko 6. Garde-motorisierte Schützenbrigade, Oberst Alexander Michailowitsch Schekal 192. Panzerbrigade, Oberstleutnant Pjotr F. Schewtschenko 116. Panzerbrigade, Oberst Vadim Gawrilowitsch Romanow
69. Armee, Generalleutnant Michail Iljitsch Kasakow 180. Schützen-Division, Oberst Isaak Jakowlewitsch Maloschizki 305. Schützen-Division, Oberst Alexander Fjodorowitsch Wasiljew 161. Schützen-Division, Generalmajor Pjotr Vakulowitsch Tertyschni 270. Schützen-Division, Oberstleutnant Nikolai Dmitrijewitsch Poljatkow 173. Schützen-Division, Generalleutnant Wassili Alexandrowitsch Mischulin
48. Schützenkorps, Generalmajor Zinowi Zacharowitsch Rogoschni 375. Schützen-Division, Oberst Pjotr D. Goworunenko 89. Schützen-Division, Oberst Michail Petrowitsch Serjugin 35. Schützenkorps, Generalleutnant Sergei G. Gorjatschew 93. Schützen-Division, Generalmajor Wladimir Tichomirow 94. Garde-Schützendivision, Oberst Iwan G. Ruski 96. Panzerbrigade, Oberst Andrei Michailowitsch Popow
3. Panzerarmee, General Pawel Rybalko 21. Schützen-Division, Generalmajor Wassili Petrowitsch Kotelnikow 48. Garde-Schützen-Division, Generalmajor Nikolai Matwejewitsch Makowtschuk 62. Garde-Schützen-Division, Generalmajor Georgi Michailowitsch Saitzew 49. Schützenkorps, Generalmajor Juri Nikititsch Terentjew 111. Schützen-Division, Oberst Stepan Pawlowitsch Chotejew 160. Schützen-Division, Oberst Ernest Schanowitsch Sedulin 184. Schützen-Division, Oberst Samuil Trofimowitsch Koida 37. Schützenbrigade, Oberst Boris Wladimirowitsch Guschtschin 15. Panzerkorps, Generalmajor Wassili Alexejewitsch Kopzow (gefallen am 3. März) 88. Panzerbrigade, Oberst Iwan Iwanowitsch Sergejew 113. Panzerbrigade, Oberst Andrei Georgjewitsch Swiridow 195. Panzerbrigade, Oberst Semen Wassiljewitsch Levi 52. motorisierte Schützen-Brigade, Oberst Alexandr Alexejewitsch Golowatschew 179. Panzerbrigade Oberst Filipp Nikitowitsch Rudkin 12. Panzerkorps, Generalmajor Mitrofan Iwanowitsch Sinkowitsch 30. Panzerbrigade, Oberstleutnant Ljudwig Iwanowitsch Kurist 97. Panzerbrigade, Oberst Iwan Timofejewitsch Potapow 106. Panzerbrigade, Oberst Iwan Iwanowitsch Krasnyich 13. motorisierte Schützen-Brigade, Oberstleutnant Nikolai Lawrentjewitsch Michailow 253. Schützen-Brigade, Oberst Alexander Petrowitsch Krutichin 6. Garde-Kavallerie-Korps, Generalleutnant Sergei Wladimirowitsch Sokolow 8. Garde-Kavallerie-Division, Generalmajor Dmitri N. Pawlow 13. Garde-Kavallerie-Division, Oberst Nikolai Wladimirowitsch Gorin 201. separate Panzer-Brigade
Verlauf