Die norwegische Fußballnationalmannschaft () ist die Männernationalmannschaft des Königreichs Norwegen. Nationaltrainer ist seit Dezember 2020 Ståle Solbakken. Im Dezember 2024 belegte Norwegen in der FIFA-Weltrangliste Platz 43. Durch acht Siege in der Qualifikation für die WM 2026, die die erste Teilnahme am Großevent seit 1998 bedeuten, stieg Norwegen im November 2025 auf Platz 29. 395px|mini|Norwegische Fußballnationalmannschaft, 3. September 2015

Geschichte Bis 1992 Der norwegische Fußballverband NFF wurde 1902 gegründet und trat im Jahr 1908 der FIFA und 1954 der UEFA bei. Bis in die 1990er-Jahre hinein hatte der norwegische Fußball eher eine Mitläuferrolle im internationalen Wettbewerb. Größter Erfolg war die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin, wobei im Viertelfinale Gastgeber Deutschland besiegt werden konnte.

1992 bis 2000: WM-Achtelfinale 1998 in Frankreich Erst in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1994 machte die norwegische Nationalmannschaft erstmals auf sich aufmerksam. Obwohl die Mannschaft in einer Qualifikationsgruppe mit England und den Niederlanden war, konnte sie sich völlig überraschend vorzeitig für die Endrunde qualifizieren. Aufgrund der guten Ergebnisse stand Norwegen vom 22. Oktober bis 19. November 1993 punktgleich mit Spitzenreiter Brasilien und dem Dritten Italien auf Platz zwei und vom 15. März bis 19. April 1994 punktgleich mit dem Zweiten Brasilien auf Platz drei der FIFA-Fußballweltrangliste. Bei der WM-Endrunde in den USA scheiterte Norwegen nur aufgrund der weniger erzielten Tore in der Vorrunde.

Auch für die WM 1998 konnten sich die Norweger ungeschlagen qualifizieren. Diesmal erreichte die Mannschaft dank eines 2:1-Sieges gegen Titelverteidiger Brasilien das Achtelfinale, wo gegen Italien dann Schluss war.

Nach zwei Siegen 1997 und 1998 gehört Norwegen (zusammen mit Ungarn und den Niederlanden) zu den wenigen Ländern, die gegen die brasilianische Nationalmannschaft eine positive Länderspielbilanz aufweisen (zwei Unentschieden, zwei Siege von Norwegen).

Im Jahr 2000 war Norwegen auch zum ersten Mal bei einer EM-Endrunde dabei. Aber trotz eines Auftaktsieges gegen Spanien schied die Mannschaft in der Vorrunde aus.

2000 bis 2016: Niedergang Sowohl in der Qualifikation zur EM 2004 als auch in der Qualifikation zur WM 2006 erreichte Norwegen jeweils den zweiten Platz in seiner Gruppe und verlor beide Male in den Play-offs. Auch in der Qualifikation zur WM 2010 standen die Norweger auf dem zweiten Platz in der Gruppe 9. Als schlechtester Tabellenzweiter aller Gruppen verpasste man jedoch die Play-off-Spiele.

Die Skandinavier gewannen 2008 kein einziges Spiel. Das Jahr 2009 begann hingegen mit einem überraschenden 1:0-Sieg in Düsseldorf gegen den amtierenden Vizeeuropameister Deutschland.

Im August 2010 siegte Norwegen mit 2:1 gegen Frankreich; doppelter Torschütze war Erik Huseklepp. In der Qualifikation zur EM 2012 belegte Norwegen jedoch nur den dritten Platz.

Auch die Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien wurde verpasst. Nach acht Spieltagen, als eine erfolgreiche Qualifikation nach einer 0:2-Niederlage gegen die Schweiz als unwahrscheinlich erschien, trennte man sich von Trainer Egil Olsen.

In der Folge wurde Per-Mathias Høgmo als neuer Cheftrainer verpflichtet. Im Freundschaftsspiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate am 27. August 2014 feierte Martin Ødegaard im Alter von 15 Jahren sein Debüt in der norwegischen A-Nationalmannschaft und wurde damit zum jüngsten Nationalspieler Norwegens.

In der Qualifikation zur EM 2016 in Frankreich erreichte die „Fotballandslaget“ mit zahlreichen Bundesliga-Profis den zum Play-off berechtigten dritten Platz. Jedoch gingen beide Spiele gegen Ungarn verloren und die Elf verpasste die zweite Teilnahme an einer EM-Endrunde.

Das Team von Trainer Høgmo enttäuschte jedoch bei der Qualifikation zur WM 2018: Der einzige Sieg aus den ersten drei Spielen gelang beim 4:1 gegen San Marino, das dabei seinen ersten Auswärtstreffer in einem WM-Qualifikationsspiel seit 15 Jahren erzielte, woraufhin die Stimmung der Anhänger im Land gegen den Teamchef kippte.

Im Oktober 2016 forderte die „Vereinigung Norwegischer Fußballfans“ in Form eines offenen Briefs die Entlassung Høgmos.

Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde die skandinavische Trainerlegende Lars Lagerbäck als möglicher Nachfolger gehandelt. Der Schwede führte Island bei der EM 2016 überraschend ins Viertelfinale und übernahm das Amt der zu diesem Zeitpunkt in der WM-Qualifikation auf dem fünften und vorletzten Platz liegenden Mannschaft am 1. Februar 2017.

Laut dem ehemaligen Bundesligaprofi Per Ciljan Skjelbred (ehemals Hamburger SV und Hertha BSC), der bis zu seinem Rücktritt 2017 zum Kader der norwegischen Nationalmannschaft gehörte, hatte der Niedergang folgende Gründe: man hatte in Norwegen „die Philosophie weiterverfolgt“ und weiter „lange Bälle geschlagen“, während in anderen Ländern die Philosophie verfolgt wurde, „mehr aufs Fußballspielen“ zu konzentrieren.

Seit 2017: Unter Lagerbäck und Solbakken Unter Lars Lagerbäck konnte das Verpassen der WM 2018 in Russland nicht verhindert werden. Dabei gab es 4. September 2017 in Stuttgart eine 0:6-Niederlage gegen den damaligen Weltmeister Deutschland. Im Sommer 2018 wurde die UEFA Nations League eingeführt. Dabei kamen die Norweger in der Liga C in eine Gruppe mit Zypern, Bulgarien und Slowenien. Die Norweger wurden hierbei Gruppensieger. In der folgenden Qualifikation für die europaweit ausgetragene EM 2020 (wegen der COVID-19-Pandemie auf 2021 verlegt) traf Norwegen auf Spanien, den Nachbarn aus Schweden, Rumänien, auf die Färöer-Inseln und Malta. Die norwegische Mannschaft verpasste die direkte Qualifikation für die Endrunde und wurde nur Dritter. Als Gruppensieger in der Liga C in der Nations League hatten sie jedoch die Möglichkeit, über den Play-off-Pfad C in der Nations League sich für die EM zu qualifizieren, jedoch verloren die Norweger mit 1:2 n. V. gegen Serbien.

Lagerbäck wurde entlassen, sein Nachfolger wurde Ståle Solbakken. Auch die Qualifikationen zur WM 2022 sowie zur EM 2024 verpasste das Team jedoch. In der Qualifikation für die WM 2026 traf Norwegen auf Moldawien, Israel, Italien und Estland. Die Norweger gewannen ausnahmslos alle Spiele – dabei wurden die Italiener mit 3:0 im heimischen Ullevaal in Oslo und mit 4:1 im Mailänder San Siro geschlagen – und eroberten sich somit den Gruppensieg, der gleichbedeutend mit der ersten WM-Teilnahme seit 28 Jahren und gleichzeitig der ersten Teilnahme an einem Großereignis seit 26 Jahren ist.

Verantwortlich für diesen Erfolg waren die Investitionen des norwegischen Staates in den 2000er- und 2010er-Jahren in den Fußball. So wurden diverse neue Stadien und Kunstrasenplätze geschaffenInterview im Spiegel vom 11. Februar 2009, abgerufen am 13. Februar 2025 sowie diverse Hallen, so dass im ganzen Jahr Fußball gespielt werden konnten. Des Weiteren wurden „auch im jüngeren Nachwuchs“ hauptamtliche Trainer angestellt. Im Ligabetrieb wurden Talente wie Martin Ødegaard, Erling Haaland oder Kristoffer Ajer früh ins kalte Wasser geworfen, woraufhin sie später ins Ausland gingen.Artikel auf transfermarkt.de, abgerufen am 26. Oktober 2025

Kader Folgende Spieler bilden den Kader für die Weltmeisterschaft 2026.fotball.no:Norges tropp mot Nederland og Sveits

Stand: 31. März 2026 (nach dem Spiel gegen die Schweiz) Name Geburtstag Spiele Tore Verein Debüt Letzter Einsatz Torwart Ørjan Nyland 10.09.1990 69 0 2013 31. März 2026 Egil Selvik 30.07.1997 6 0 2023 31. März 2026 Sander Tangvik 29.11.2002 0 0 Abwehr Kristoffer Ajer 17.04.1998 50 2 2018 31. März 2026 Fredrik André Bjørkan 21.08.1998 19 1 2021 31. März 2026 Henrik Falchener08.05.2003 1 0 2026 31. März 2026 Torbjørn Lysaker Heggem 12.01.1999 13 0 2024 31. März 2026 Sondre Klingen Langås 02.02.2001 2 0 2024 17. November 2024 Marcus Holmgren Pedersen 16.07.2000 31 0 2021 31. März 2026 Julian Ryerson 17.11.1997 41 1 2020 31. März 2026 David Møller Wolfe 23.04.2002 20 1 202331. März 2026 Leo Østigård 28.11.1999 36 1 2022 31. März 2026 Mittelfeld Thelonious Aasgaard02.05.2002 6 5 2025 22. März 2025 Fredrik Aursnes 10.12.1995 20 1 2021 19. November 2023 Patrick Berg 24.11.1997 41 0 2021 31. März 2026 Sander Berge 14.02.1998 64 1 2017 31. März 2026 Oscar Bobb 12.07.2003 18 2 2023 31. März 2026 Jens Petter Hauge 12.10.1999 14 1 2020 27. März 2026 Antonio Nusa 17.04.2005 22 7 2023 31. März 2026 Martin Ødegaard 17.12.1998 67 4 2014 25. März 2025 Andreas Schjelderup 01.06.2004 10 1 2024 31. März 2026 Morten Thorsby05.05.1996 30 0 2017 31. März 2026 Kristian Thorstvedt 13.03.1999 35 4 2020 31. März 2026 Sturm Erling Haaland 21.07.2000 49 55 2019 31. März 2026 Jørgen Strand Larsen 06.02.2000 26 4 2020 31. März 2026 Alexander Sørloth 05.12.1995 70 26 2016 31. März 2026

Internationale Wettbewerbe Weltmeisterschaften

Norwegen nahm bisher viermal an den WM-Endrunden teil. Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) TrainerArtikel Bemerkungen und Besonderheiten 1930 Uruguay nicht teilgenommen 1934 Italien nicht teilgenommen 1938 Frankreich Achtelfinale Italien 12. Fußball-Weltmeisterschaft 1938/Norwegen Niederlage in der Verlängerung gegen den später erfolgreichen Titelverteidiger 1950 Brasilien nicht teilgenommen 1954 Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Weltmeister Deutschland gescheitert 1958 Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Vizeweltmeister Ungarn gescheitert 1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation an der UdSSR gescheitert 1966 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich gescheitert 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schweden gescheitert 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden gescheitert 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation erneut an Schweden gescheitert 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Ungarn und England gescheitert 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark und der UdSSR gescheitert 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Jugoslawien und Schottland gescheitert 1994 USA Vorrunde Mexiko, Italien, Irland 17. Fußball-Weltmeisterschaft 1994/NorwegenGruppenletzter bei gleicher Punktzahl und gleicher Tordifferenz wie die drei Gruppengegner, aber der geringeren Anzahl von Toren. 1998 Frankreich Achtelfinale Italien 15. Fußball-Weltmeisterschaft 1998/NorwegenSieg gegen Vizeweltmeister Brasilien in den Gruppenspielen 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation an Polen und der Ukraine gescheitert, die in den Play-offs ebenfalls scheiterte 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Relegationsspielen der Gruppenzweiten an Tschechien gescheitert. 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden gescheitert und als schlechtester Gruppenzweiter ausgeschieden. 2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation nur Gruppenvierter hinter der Schweiz, die sich qualifizieren konnte, Island und Slowenien 2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Weltmeister Deutschland und Nordirland gescheitert. 2022 Katar nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden und der Türkei gescheitert. 2026 Kanada/Mexiko/USA Viertelfinale England Fußball-Weltmeisterschaft 2026/Norwegen Gruppensieger in der Qualifikation vor Italien.

Europameisterschaften