Die Liste der Substanzen mit Decknamen „Stoff“ umfasst chemische Kampfstoffe, Treib- und Sprengstoffe, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg häufig mit Decknamen bezeichnet wurden. Hierfür wurden unter anderem Abkürzungen von einem oder zwei Buchstaben in Kombination mit dem Wort „Stoff“ (beispielsweise „C-Stoff“) verwendet.

Die exakte Bedeutung ist oft abhängig vom Zeitraum der Begriffsverwendung und muss daher im jeweiligen Zusammenhang interpretiert werden.

Deckname Bedeutung im Ersten Weltkrieg Bedeutung im Zweiten Weltkrieg A-Stoff Chloraceton (Augenkampfstoff, „Weißkreuz“) Flüssiger Sauerstoff (LOX) B-Stoff Bromaceton (Augenkampfstoff, „Weißkreuz“) Hydrazin bzw. Hydrazinhydrat (Katalysator bei Wasserstoffperoxid/Methanol-Reaktionen) 75 % Ethanol / 25 % Wasser (verwendet in der Vergeltungswaffe 2, siehe Aggregat 4) Bn-Stoff Brommethylethylketon, Homomartonit (Tränengas) Br-Stoff Ligroin, gewonnen aus Rohbenzin C-Stoff Gemisch von Mono- und Dichlormethylchlorformiat (Reizgas in Minen) 57 % Methanol, 30 % Hydrazinhydrat, 13 % Wasser und Stabilisator Kaliumtetracyanocuprat(I) (Treibstoffmischung, zusammen mit T-Stoff als Oxidator verwendet)aeroconsystems.com: Hypergolic Propellants From The Ft. Bliss Debriefing Of German Scientists, abgerufen am 24. November 2019. CA-Stoff Brombenzylcyanid (Bromphenylacetonitril, Augenkampfstoff) Ce-Stoff Bromcyanid (Blutkampfstoff) D-Stoff Dimethylsulfat E-Stoff 70 % Diethylzink, 30 % Mineralöl (auch: „Dialin“) F-Stoff Titantetrachlorid (Nebelstoff)walter-thiel.de: Treibstoffoptimierung, abgerufen am 25. November 2019. K-Stoff Monochlormethylchlorformiat oder Gemisch von Mono- und Dichlormethylchlorformiat (Reizgas in Tränengasgranaten) Phenylcarbylaminchlorid allgemeine Abkürzung für Kampfstoff (auch K'Stoff, Kst) Sauerstoffhaltige Kriegsersatztreibstoffe im weiteren Sinne, speziell ein Gemisch aus 20 Vol.-% Aceton und 80 Vol.-% Ethylacetat Kresolseife (1:1-Gemisch aus Kresol-Isomeren und Schmierseife) M-Stoff Methanol N-Stoff Chlortrifluorid (Lungenkampfstoff, „Grünkreuz“)Manfred Funke: Die zweifelhafte Rolle der Wissenschaft - Giftgasproduktion unter dem NS-Regime, 14. November 2005, abgerufen am 25. November 2019. P-Stoff Verdichteter Stickstoff oder Druckluft zur Verwendung im Meillerwagen R-Stoff / Tonka 57 % Xylidin (2,4-XylidinBernd Leitenberger: Die Europa Rakete, abgerufen am 24. November 2019.) und 43 % TriethylaminSchmidt, E. W. & Wucherer, E. J.: Hydrazine(s) vs. Nontoxic Propellants -- Where Do We Stand Now? In: Proceedings of the 2nd International Conference on Green Propellants for Space Propulsion (ESA SP-557). 7-8 June 2004, Chia Laguna (Cagliari), Sardinia, Italy. . S-Stoff 90 % Salpetersäure / 10 % Schwefelsäure oder 96 % Salpetersäure / 4 % Eisen(III)-chlorid (als Katalysator) SV-Stoff / „Salbei“ 94 % Salpetersäure / 6 % Distickstofftetroxid oder 85 % Salpetersäure / 15 % Schwefelsäure T-Stoff Xylylbromid (Reizstoff) 80 % Wasserstoffperoxid / 20 % Wasser / geringe Mengen 8-Hydroxychinolin als Stabilisator (bildet mit C-Stoff ein äußerst aggressives Hypergol) U-Stoff Distickstofftetroxid X-Stoff Tetranitromethan XU-Stoff 70 Gew.-% X-Stoff / 30 Gew.-% U-Stoff Z-Stoff wässrige Lösung von Kaliumpermanganat / Calciumpermanganat / Natriumpermanganat

Siehe auch Liste chemischer Kampfstoffe Visol

Literatur Petra Kopecz: Bestandsaufnahme von Rüstungsaltlastverdachtsstandorten in der Bundesrepublik Deutschland (2., erweiterte Auflage), Band 3: Kampfstofflexikon. Umweltbundesamt (Hrsg.), Berlin, April 1996. PDF

Einzelnachweise

Kategorie:Liste (Chemie) Kategorie:Abkürzung Kategorie:Chemische Waffe Kategorie:Kraftstoff Kategorie:Gaskrieg im Ersten Weltkrieg Kategorie:Militärgeschichte (Zweiter Weltkrieg)