Die Kulturfabrik Hoyerswerda (kurz: Kufa) ist ein Verein in der sächsischen Stadt Hoyerswerda.KulturFabrik – Kulturna fabrika. Rubrik Stadtleben der Website der Stadt Hoyerswerda. Abgerufen am 27. November 2019.

Geschichte mini|Das Gebäude Braugasse 1, Ecke Schloßstraße, im Mai 2010 vor der Renovierung Der Verein wurde am 24. Oktober 1994 im „Laden“ gegründet, einem ehemaligen Jugendklub. Die Gründungsmitglieder kamen weitgehend aus der „alternativen“ Jugendkulturszene und wollten ein Zentrum für soziokulturelle Arbeit schaffen. Der „Laden“ stellte sich als zu klein heraus, so dass der Verein 1996 in den Kinder- und Jugendtreff in der Braugasse 1 am Markt umzog und dort das Café „Stilbruch“ eröffnete. 1999 zog der Verein wegen geplanter Umbauten und Erweiterungen des Hauses in ein Ausweichquartier um. Die Zeit in diesem ehemaligen Kinder- und Jugendheim in der Alten Berliner Straße sollte ursprünglich zwei bis drei Jahre dauern. Erst 2010 wurde der Umbau des gegenüber dem Alten Rathaus gelegenen, 1885Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen - Denkmaldokument, Obj.-Dok.-Nr. 08975523. erbauten Gesellschaftshauses zu einem Bürgerzentrum genehmigt. Nach 16 Jahren am Stadtrand konnte der Verein im September 2015 wieder in das alte Domizil umziehen.Kulturfabrik Hoyerswerda bereitet den Abschied vor. In: Lausitzer Rundschau, 28. März 2014.Die Geschichte der Braugasse 1 in Hoyerswerda sowie Presseveröffentlichungen auf der Website der Kulturfabrik. Abgerufen am 27. November 2019. In dem denkmalgeschützten Gebäude findet sich Platz für über 40 Initiativen und Vereine, Theater- und Konzertsaal, eine Touristinformation für das Lausitzer Seenland, Werkstätten sowie Medien- und Schulungsräume.Fabian Störkmann: Denkmalgerechte Sanierung eines historischen Ballhauses in Hoyerswerda: Treffpunkt Ballhaus. In: Deutsche Bauzeitung, 7. März 2018. Die Besucherzahlen der Kufa stiegen dadurch auf 40.000 jährlich.Rita Seyfert: 25 Jahre Kulturfabrik Hoyerswerda: Große Kufa-Bürgerparty zum 25. Geburtstag. In: Lausitzer Rundschau, 24. Oktober 2019.

Seit den Anfangsjahren zeigt der Verein Filme, mittlerweile im eigenen Programmkino „Blow-Up“.Chronik 1995 sowie BlowUp Programmkino, abgerufen am 27. November 2019. 1997 rief die Kulturfabrik mit dem Verein Profolk und Unterstützung des Hoyerswerdaer Liedermachers Gerhard Gundermann das deutschlandweite Liedermachertreffen „Hoyschrecke“ ins Leben.„Hoyschrecke“ feiert 20. Geburtstag. In: Welt Online, 25. November 2016. Gundermann spielte in der Kufa noch kurz vor seinem Tod am 21. Juni 1998 mehrere Konzerte. Die Kulturfabrik baut derzeit ein Archiv von Tonträgern, Videos und Erinnerungsstücken an Gerhard Gundermann auf.

Im Jahr 2007 führte die Kulturfabrik mit Jugendlichen ein Theaterstück zu den Ausschreitungen in Hoyerswerda 1991 auf.Simone Rafael: Klimawandel in Hoyerswerda: Wie eine aktive Zivilgesellschaft um die Kinder ihrer Stadt kämpft. Bundeszentrale für politische Bildung, 6. Juli 2007. Im Jahr 2012 wurde das Projekt „Mitwisser gesucht“, das gemeinsam mit dem RAA Hoyerswerda Jugendliche über diese Ausschreitungen aufklärt, für den Sächsischen Förderpreis für Demokratie nominiert.Rupert von Plottnitz: Mutmacher – Kulturfabrik Hoyerswerda und die RAA Hoyerswerda. In: Mut gegen rechte Gewalt, 6. November 2012.

Die Kulturfabrik engagiert sich für die Stadtentwicklung mit besonderer Berücksichtigung der schrumpfenden Einwohnerzahl Hoyerswerdas.Nico Grunze: Ostdeutsche Großwohnsiedlungen: Entwicklung und Perspektiven. Springer, 2017, S. 183ff., ISBN 978-3-6581-8540-4.Felix Ringel: Neue Gegenwärtigkeiten in Hoyerswerda: Zur Anthropologie und Zukunft Ostdeutschlands. In: Sandra Matthäus, Daniel Kubiak (Hrsg.): Der Osten: Neue sozialwissenschaftliche Perspektiven auf einen komplexen Gegenstand jenseits von Verurteilung und Verklärung. Springer VS, Wiesbaden 2015, S. 141–167, ISBN 978-3-658-06401-3, doi:10.1007/978-3-658-06401-3_7. Im Jahr 2008 wurde ihr für das Projekt „Die dritte Stadt – Hoyerswerda rückt zusammen“ der Sächsische Preis für Soziokulturelles Engagement der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen verliehen.. Website des Landesverbands Soziokultur Sachsen e. V., abgerufen am 5. Dezember 2019.Projekte Archiv: 2007 – Die dritte Stadt. Website der Kulturfabrik Hoyerswerda, abgerufen am 5. Dezember 2019. 2019 erhielt die Kulturfabrik den Sächsischen Preis für Kulturelle Bildung, der vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst in Kooperation mit dem Landesverband Soziokultur Sachsen vergeben wird. Ausgezeichnet wurde das sechste Tanztheaterprojekt der KuFa-Tanzkompanie, das Stück „Eine Stadt tanzt: Manifest!“, in dem Einwohner zwischen sieben und siebzig Jahren ein Leitbild einer „solidarischen, selbstbewussten und weltoffenen Heimatstadt“ für das Jahr 2030 auf die Bühne brachten.Sascha Klein: Auszeichnung für Hoyerswerdas Tanzprojekt: Kulturfabrik gewinnt Landes-Preis. In: Lausitzer Rundschau, 13. August 2019.Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst: Medieninformation: „Kultur.LEBT.Demokratie 2019“ – Sächsischer Preis für kulturelle Bildung zum zweiten Mal vergeben. 17. August 2019.

Liedermachertreffen „Hoyschrecke“ mini|Gerhard Gundermann, einer der Initiatoren der „Hoyschrecke“. Das Liedermachertreffen „Hoyschrecke“ (seit 2006 als Liederfest bezeichnet) findet seit 1997 jährlich (abgesehen von 2021) im November in der Kulturfabrik Hoyerswerda statt (Stand: 2025). Kooperationspartner ist der Verein Profolk.. Website der Kulturfabrik Hoyerswerda, abgerufen am 27. November 2019.Hoyschrecke Liederfest Hoyerswerda. Abgerufen am 27. November 2019.Reinhard Ständer, Frank Oehl: Wo die Hoyschrecke startete. In: Sächsische Zeitung, 23. November 2015.

Beim Festival wird die „Hoyschrecke“ (ein metallenes Insekt) an den Gewinner eines Publikums- und eines Jurypreises vergeben. Bis 2005 wurde auch ein Preis für den besten Songtext verliehen. Der Wettbewerb besteht aus einer offenen Vorrunde und einem Finalabend, an dem acht nominierte Musiker sowie der Sieger des Vorrundenabends teilnehmen.

Preisträger Jahr Finaldatum Publikumspreis Jurypreis Textpreis 1997 28. November Martin Sommer Joachim Zawischa Bastian Bandt 1998 28. November Martin Sommer Bastian Bandt Jörg Sieper 1999 27. November Heide Kernchen Geralf Grems Torsten Maxara 2000 25. November Matthias Trommler Wilfried Mengs Heide Kernchen 2001 24. November Martin Sommer Günther Hornberger Frank Oehl 2002 23. November Uwe Felski Manja Präkels Torsten Maxara 2003 22. November Matthias Trommler Matthias Trommler Oliver Ziegler 2004 27. November Judith Rössler Klaus-André Eickhoff Ralph Schüller 2005 26. November Sascha Gutzeit Jan Frisch Jan Frisch 2006 24./25. NovemberZum 10. Jubiläum wurden alle ehemaligen Preisträger eingeladen, es gab statt eines Jurypreises an zwei Abenden jeweils einen Publikumspreis. – Martin Sommer, Michael Günther 2007 24. November Gruppe Hasenscheiße Vanessa Maurischat 2008 29. November Hand in Hand Christoph Weiherer 2009 28. November Schwarze BirneJacob Zschornak (später als Jacke Schwarz) und Johannes Kruscha (später Sänger von Pisse) August Schoyfler 2010 27. November Timon Hoffmann TEEater 2011 26. November Viktor Hoffmann Bastian Bandt 2012 24. November Hisztory Schwarz un Schmitz 2013 23. November Schnaps im Silbersee Tim Köhler 2014 29. November Peter Fischer Alexander Entzminger 2015 28. November Lucie Mackert Duo Stellmäcke 2016 25./26. NovemberZum 20. Jubiläum gab es am ersten Abend einen Wettbewerb mit neuen Teilnehmern, für den zweiten Abend wurden alle ehemaligen Preisträger eingeladen, es gab statt eines Jurypreises an zwei Abenden jeweils einen Publikumspreis. – Heike Mildner, Bastian Bandt 2017 25. November Lari & die Pausenmusik Steinlandpiraten 2018 24. November Tilman Lucke Johanna Moll 2019 23. November Franziska Günther Georg Clementi 2020 28. November (online) Paula Linke Die Nowak 2021 (abgesagt) 2022 26. November Sven Garrecht Maria Schüritz 2023 25. November Gruppe Lind Merle Weißbach 2024 23. November Tobias Dellit Katrin Geelvink 2025 29. November Traumvagabunden Paul Geigerzähler

Weblinks Homepage der Kulturfabrik Homepage des Wettbewerbs Hoyschrecke

Einzelnachweise

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