mini|hochkant=2.3| Das Kugelstoßen der Männer bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2006 wurde am 7. August 2006 im Ullevi-Stadion der schwedischen Stadt Göteborg ausgetragen.
Europameister wurde der Deutsche Ralf Bartels, der bei den Europameisterschaften 2002 und den Weltmeisterschaften 2005 jeweils Bronze gewonnen hatte. Er siegte vor dem dänischen Vizeeuropameister von 2002 und dem Olympiazweiten von 2004 Joachim Olsen. Auf den dritten Platz kam der niederländische Vizeweltmeister von 2005 Rutger Smith.
Bestehende Rekorde Weltrekord 23,12 m Los Angeles, USA 20. Mai 1990, sport-record.de (englisch), abgerufen am 28. Januar 2023 Europarekord 23,06 m Chania – Kreta, Griechenland 22. Mai 1988, sport-record.de (englisch), abgerufen am 28. Januar 2023 Meisterschaftsrekord 22,22 m EM Stuttgart, BR Deutschland 28. August 1986 Der bestehende EM-Rekord wurde bei diesen Europameisterschaften nicht erreicht. Die größte Weite erzielte der deutsche Europameister Ralf Bartels im Finale mit 21,13 m, womit er 1,09 m unter dem Rekord blieb. Zum Europarekord fehlten ihm 1,93 m, zum Weltrekord 1,99 m.
Doping In diesem Wettbewerb kam es zu drei Dopingfällen: Wegen immer wieder auftretender Dopingvergehen wurden alle Ergebnisse des Belarussen Andrej Michnewitsch – hier sein zweiter Platz – seit August 2005 annulliert.Andrei Mikhnevich (BLR) – results annulled from August 2005, worldathletics.org 31. Juli 2013 (englisch), abgerufen am 28. Januar 2023 Der Ukrainer Jurij Bilonoh war zunächst Sechster. Er wurde für den Zeitraum 18. August 2004 bis 17. August 2006 gesperrt. Alle Ergebnisse inklusive des Olympiasiegs 2004 und dem EM-Resultat wurden gestrichen.IOC disqualifies four medallists from Athens 2004 following further analysis of stored samples. olympics.com 5. Dezember 2012 (englisch), abgerufen am 28. Januar 2023 Der dritte Dopingsünder war der Finne Ville Tiisanoja, der ursprünglich Rang elf belegt hatte. Er gab die Einnahme von Testosteron zu, wurde für zwei Jahre gesperrt und mit einer Strafe von 50.000 Euro belegt.Ville Tiisanoja gibt Testosteron-Einnahme zu, leichtathletik.de, 31. August 2006, abgerufen am 28. Januar 2023 Im Endresultat rückten die weiteren Teilnehmer um jeweils entsprechende Ränge nach vorn.
Leidtragende dieses dreifachen Dopingbetrugs waren in erster Linie sechs Athleten: Der Niederländer Rutger Smith erhielt seine Bronzemedaille erst, nachdem Michnewitsch sein zweiter Platz aberkannt worden war, und konnte somit nicht an der Siegerehrung der drei Erstplatzierten teilnehmen. Drei Kugelstoßern wurde die Teilnahme am Finale verwehrt, obwohl sie nach der Disqualifikation der Dopingsünder teilnahmeberechtigt gewesen wären: Mikuláš Konopka, Slowakei Milan Jovanović, Serbien Nedžad Mulabegović, Kroatien Zwei Finalisten hätten im Finale der besten Acht gestanden und wären jeweils zu drei weiteren Stößen berechtigt gewesen: Manuel Martínez, Spanien Pawel Lyschyn, Belarus
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: NM keine Weite (no mark) ogV ohne gültigen Versuch DOP wegen Dopingvergehens disqualifiziert – verzichtet x ungültig
Qualifikation 7. August 2006, 10:05 Uhr
32 Wettbewerber traten in zwei Gruppen zur Qualifikationsrunde an. Sieben von ihnen (hellblau unterlegt) übertrafen die Qualifikationsweite für den direkten Finaleinzug von 20,20 m. Damit war die Mindestzahl von zwölf Finalteilnehmern nicht erreicht. Das Finalfeld wurde mit den fünf nächstplatzierten Sportlern (hellgrün unterlegt) auf Kugelstoßer Werfer aufgefüllt. So mussten schließlich 19,46 m für die Finalteilnahme erbracht werden.
Nachträglich wurden allerdings drei der Finalisten wegen Dopingbetrugs disqualifiziert. Gruppe A Platz Name Nation Bestweite (m) 1. Versuch (m) 2. Versuch (m) 3. Versuch (m) Anmerkung1 Joachim Olsen 20,32 19,79 20,32 – 2 Pawel Sofjin 20,15 x 19,77 20,15 3 Andy Dittmar 19,68 19,43 19,29 19,68 4 Milan Jotanović 19,53 18,68 18,53 19,53 eigentlich für das Finale qualifiziert5 Carl Myerscough 19,52 19,52 x 19,02 6 Milan Haborák 19,38 19,09 18,98 19,38 7 Conny Karlsson 19,18 18,92 x 19,18 8 Raigo Toompuu 19,11 18,95 19,11 x 9 Gheorghe Gușet 19,00 x x 19,00 10 Gaëtan Bucki 18,94 18,85 18,94 x 11 Galin Kostadinow 18,43 18,04 18,43 18,27 12 Jimmy Nordin 18,35 18,26 18,28 18,35 13 Hamza Alić 18,15 x 18,15 x 14 Ion Emilianov 18,04 18,04 17,78 17,65 DOP Andrej Michnewitsch 20,39 x 20,49 – für das Finale zugelassen Jurij Bilonoh 19,78 19,78 x x für das Finale zugelassen
Gruppe B Platz Name Nation Bestweite (m) 1. Versuch (m) 2. Versuch (m) 3. Versuch (m) Anmerkung1 Ralf Bartels 20,58 20,58 – – 2 Rutger Smith 20,39 20,39 – – 3 Manuel Martínez 20,37 19,60 19,84 20,37 4 Anton Ljuboslawski 20,22 18,89 19,09 20,22 5 Tomasz Majewski 19,74 18,80 19,74 19,61 6 Pawel Lyschyn 19,71 x 19,37 19,71 7 Mikuláš Konopka 19,65 19,65 19,40 x eigentlich für das Finale qualifiziert8 Nedžad Mulabegović 19,48 17,59 18,88 19,48 eigentlich für das Finale qualifiziert9 Mika Vasara 18,95 x 18,95 x 10 Yves Niaré 18,70 18,70 x x 11 Taavi Peetre 18,67 18,67 x 18,53 12 Māris Urtāns 18,40 18,40 17,84 x 13 Remigius Machura 18,02 17,90 17,92 18,02 14 Danilo Ristić 15,29 15,29 x x Luka Rujević ogV x x x DOP Ville Tiisanoja 20,34 20,34 – – für das Finale zugelassen
Finale 7. August 2006, 18:55 Uhr Platz Name Nation Resultat (m) 1. Versuch (m) 2. Versuch (m) 3. Versuch (m) 4. Versuch (m) 5. Versuch (m) 6. Versuch (m)1 Ralf Bartels 21,13 20,08 20,45 20,57 20,46 20,23 21,132 Joachim Olsen 21,09 20,06 21,09 20,95 x 20,79 21,043 Rutger Smith 20,90 19,76 20,73 20,90 20,63 x 20,184 Pawel Sofjin 20,55 20,39 20,55 20,22 20,49 x 20,405 Andy Dittmar 19,95 19,62 19,59 19,93 x 19,61 19,956 Tomasz Majewski 19,85 19,52 19,85 x x x x7 Manuel Martínez 19,68 x 19,68 19,18 eigentlich zu drei weiteren Stößen berechtigt8 Pawel Lyschyn 19,51 x 19,51 19,499 Anton Ljuboslawski 19,44 19,44 x x nicht im Finale der besten acht AthletenDOP Andrej Michnewitsch 21,11 20,99 21,11 20,57 21,05 x 20,68 Jurij Bilonoh 20,32 20,32 20,21 x x x x Ville Tiisanoja 19,48 x x 19,48 nicht im Finale der besten acht Athleten Nach einer konstanten Serie, in der alle fünf Versuche gültig und über zwanzig Meter lagen, konnte Ralf Bartels im sechsten Versuch seine bis dahin in diesem Wettbewerb beste Leistung von 20,57 m auf 21,13 m verbessern und sich vom vierten auf den ersten Platz steigern. Die Silbermedaille errang der Däne Joachim Olsen mit einer Weite von 21,09 m. Bronze ging an den Niederländer Rutger Smith.
Weblinks Göteborg European Championships, european-athletics.org, abgerufen am 28. Januar 2023 Men Shot Put European Championship 2006 Göteborg (SWE), todor66.com, abgerufen am 28. Januar 2023 European Championships - Statistics Handbook Athletics, 20th European Athletics, Championships, Göteborg SWE 07–13 AUG 2006, Ullevi Stadium, Men Shot Put, S. 662, englisch (PDF, 30.741 KB), downloads.european-athletics.com, abgerufen am 28. Januar 2023 Track and Field Statistics, XIX European Championship, Göteborg 2006, trackfield.brinkster.net (englisch), abgerufen am 28. Januar 2023
Videolinks 2006 European Championships Men's Shot Put - 1st Ralf Bartels, youtube.com, abgerufen am 28. Januar 2023 Rutger Smith -Goteborg 2006, youtube.com, abgerufen am 28. Januar 2023
Einzelnachweise und Anmerkungen
Kategorie:Wettbewerb der Leichtathletik-Europameisterschaften 2006