mini|Schlossruine im Jahre 2004. Das Schloss Dieban () ist die Ruine eines Schlosses in Dziewin (deutsch Dieban) in der Stadt- und Landgemeinde Ścinawa der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
Geschichte mini|Schloss Dieban aus der Sammlung Alexander Duncker. Berlin.Notiz zu Original-Aufnahme von Patzelt./Winkelmann & Söhne, Hrsg. Alexander Duncker, Band 3, Selbstverlag, Berlin 1860/61, In: M. A. Becker: Die Sammlungen der vereinten Familien- und Privat-Bibliothek Sr. Majestät des Kaisers. Band 3/1, Adolf Holzhausen, Wien 1882, S. 404. Im Dorf befand sich um 1250 ein befestigter Jagdsitz, der zum Herzogtum Glogau gehörte. 1287 verkaufte Herzog Heinrich III. den Besitz an Otto von Zedlitz. Später gelangte das Gut an die Herren von Talkenberg auf Welkersdorf. In den 1480er Jahren wurde das Jagdschloss geschleift. Letztmals erwähnt wurde es im Jahre 1508.
1558–1566 entstand ein zeitgemäßes Festes Haus mit L-förmigem Grundriss, das später zu einer dreiflügeligen Anlage ausgebaut wurde. Um 1700 erfolgte der Anbau des Ostflügels. Von 1860 bis 1881 wurde das Schloss im Stil der Neorenaissance umgestaltet.
Das zum Herrensitz zugehörige Gut wurde später zum Majorat erklärt. Eigentümer waren über mehrere Generationen die Grafen von Schweinitz und Krain-Freiherren zu Kauder. Der Gutsherr Graf Hans Caspar von Schweinitz und Krain-Freiherren zu Kauder verfügte über eine namhafte Bibliothek.Vgl. Franz Wachter: Scriptores rerum Silesiacarum. Band 12: Geschichtschreiber Schlesiens des XV. Jahrhundert. Hrsg. Verein für Geschichte und Altertum Schlesiens, Josef Max & Comp., Breslau 1883, S. XII-III.Ludwig Schlesinger: Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen. Nebst der literarischen Beilage. XXII. Jahrgang, F. A. Brockhaus-Leipzig und Wien, Selbstverlag, Prag 1884, S. 14. Die Nachfolge trat Landrat Timotheus Graf von Schweinitz (1838–1879) an, der mehrere Güter in verschiedenen Landkreisen besaß, vor allem Hausdorf. Seine Ehefrau war Gräfin Alexandrine von und zu Egloffstein (1844–1920), sie lebte zuletzt in Dresden.
GutsbesitzerGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1942. Jahrgang 115, Justus Perthes, Gotha November 1941, S. 498. war Eberhard Graf von Schweinitz-Hausdorf (1868–1921), Hochzeit auf der Insel Jersey-St. Helier 1913 mit Marie Gavroy aus St. Marie sur Semois stammend. Damals war Dieban ein Familienfideikommiss. Ihm beerbte zum Schluss dessen jüngster Bruder Erich Graf von Schweinitz (1868–1945), der unvermählt blieb.Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1955. Band II, Band 10 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg a. d. Lahn 1955, S. 398 f. Die Witwe Marie von Schweinitz lebte in den 1950er Jahren in Belgien, die anderen Verwandten größtenteils in Großbritannien und in den USA.
Nach Kriegsende 1945 fiel der größte Teil Schlesiens an Polen. Nachfolgend wurde das Schloss geplündert sowie die Inneneinrichtung und die darin befindlichen Sammlungen entwendet bzw. zerstört. Nach der Verstaatlichung wurde es zunächst als Wohnhaus für Arbeiter der PGR genutzt. Nach 1998 war die Schlossruine in privatem Besitz, verfiel aber weiter.Beschreibung auf Polskie Zabytki.
Das erhaltene Hauptportal zeigt(e) die Wappen der von Kanitz, von Niebelschütz, von von Glaubitz und von Kreckwitz.
Literatur Alexander Duncker: Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den Königlichen Familien-, Haus-Fideicommiß- und Schatull-Gütern in naturgetreuen, künstlerisch ausgeführten, farbigen Darstellungen nebst begleitendem Text. Band 3, Selbstverlag. Berlin 1867–1868, Text-Blatt 159. Hans Lutsch: Die Kunstdenkmäler des Reg.-Bezirks Breslau. In: Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Provinz Schlesien. Band II, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1887, S. 636 f. Willi Czajka: Auszugsansicht Der schlesische Landrücken. Eine Landeskunde Nordschlesiens. Priebatsch's Buchhandlung, Breslau 1931/1938. Reprint 1964, S. 54. Romuald Mariusz Łuczyński: Burgen und Schlösser in Niederschlesien. Breslau und Umgebung. Verzeichnis. Oficyna Wydawnicza Politechniki, Wroclaw 1997/98, S. 59. Arne Franke (Hrsg.): Kleine Kulturgeschichte der schlesischen Schlösser. Band 1: Niederschlesien. Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn, Görlitz 2015, S. 298.
Weblinks
Historische und aktuelle Aufnahmen sowie geographische Lage
Einzelnachweise
Dieban Dieban Kategorie:Gmina Ścinawa Dieban Dieban Kategorie:Zedlitz (Adelsgeschlecht) Kategorie:Schweinitz (Adelsgeschlecht) Kategorie:Kanitz (Adelsgeschlecht)