Osteophloeum platyspermum ist die einzige Art der Pflanzengattung Osteophloeum innerhalb der Familie der Muskatnussgewächse (Myristicaceae). Sie kommt im nordwestlichen Südamerika bis Mittelamerika vor.

Beschreibung Vegetative Merkmale Osteophloeum platyspermum wächst als meist immergrüner Baum und erreicht Wuchshöhen von 35–45 Meter und Stammdurchmesser von 50–85 Zentimeter. Die raue Borke ist braun mit abblätternden Platten.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der dickliche und rostig behaarte Blattstiel ist 1,5–3 Zentimeter lang und leicht rinnig. Die einfache, ledrige, kahle, dickliche, ganzrandige Blattspreite ist bei einer Länge von 8–20 Zentimeter sowie einer Breite von 3–6,5 Zentimeter lanzettlich bis verkehrt-eiförmig bis -eilanzettlich mit gerundetem bis rundspitzigem, spitzem, seltener eingebuchtetem oberen Ende. Der Blattrand ist leicht umgebogen. Die Blattunterseite ist schwach punktiert und etwas wachsig, „bereift“. Die jungen Laubblätter sind unterseits etwas behaart.

Generative Merkmale Osteophloeum platyspermum ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die gestielten Blüten sind achselständigen, kleinen, rostig behaarten, später verkahlenden und traubigen bis rispigen Blütenstände angeordnet. Unter den Blüten befinden sich kleine, abfallende Tragblättern und ein Vorblatt.

Die eingeschlechtigen Blüten sind länglich krugförmig mit einfacher Blütenhülle und dreizählig. Das etwa 4 Millimeter lange, dreiteilige und fleischige Perianth ist innen grün, kahl und außen rostig behaart. Die kurzen Staubblätter (12–14), mit großen Staubbeuteln, der männlichen Blüten, sind in einem Synandrium verwachsen. Der Fruchtknoten der etwas größeren weiblichen Blüten ist oberständig mit einer sitzenden Narbe.

Die ledrige Frucht ist zweiklappig, -teilig und bei einer Größe von 2,5–3,3 Zentimeter rundlich, grün-bräunlich und kahl. Es ist ein festes, fleischiges Perikarp vorhanden. Der skulptierte, etwa 2 Zentimeter große Samen mit dicker Samenschale ist von einem roten, glatten und elastischen, zerschlitzten Arillus umhüllt.

Vorkommen Osteophloum platyspermum hat ursprüngliche Vorkommen in Panama, Kolumbien, Venezuela, Guayana, Französisch-Guayana, Ecuador, Peru, Bolivien und im nördlichen Brasilien.

Systematik Die Erstbeschreibung unter dem Namen (Basionym) Myristica platysperma erfolgte 1857 durch Alphonse Louis Pierre Pyrame de Candolle in A. P. de Candolle: Prodromus Systematis Naturalis Regni Vegetabilis ..., Band 14, Seite 695–696.eingescannt auf biodiversitylibrary.org. Alphonse de Candolle übernahm den Namen von Richard Spruce. Die Neukombination zu Osteophloeum platyspermum erfolgte 1897 durch Otto Warburg in Nova acta Academiae Caesareae Leopoldino-Carolinae Germanicae Naturae Curiosorum, Band 68, Seite 119, 127, 162.eingescannt auf biodiversitylibrary.org. Weitere Synonyme für Osteophloeum platyspermum sind: Iryanthera krukovii , Palala platysperma .

Je nach Autor gibt es etwa zwei Varietäten: Osteophloeum platyspermum var. platyspermum Osteophloeum platyspermum var. sulcatum : Sie kommt in Kolumbien und Ecuador vor.

Verwendung Das mittelschwere Holz wird für einige Anwendungen genutzt.

Die Rindenstücke vermischt mit dem Baumexsudat werden gekocht und das Gebräu wird als Halluzinogen verwendet. Der Baumsaft und der Blattrauch werden medizinisch verwendet.David W. Group: Encyclopedia of Mind Enhancing Foods, Drugs and Nutritional Substances. Second Edition, McFarland, 2015, ISBN 978-0-7864-4142-6.James A. Duke, Rodolfo V. Martinez: Amazonian Ethnobotanical Dictionary. CRC Press, 1994, ISBN 0-8493-3664-3, S. 127.

Literatur R. L. Camacho, M. I. Montero González: Manual de identificación de especies forestales con manejo certificable por comunidades. Instituto Amazónico de Investigaciones Científicas SINCHI, 2005, ISBN 958-97597-4-2, S. 45 f. ISTA, Forest Tree and Shrub Seed Committee 2010–2013, online (PDF; 3,6 MB). William A. Rodrigues, Paul E. Berry, Gerardo A. Aymard C.: Myristicaceae. In: Flora of Venezuelan Guayana. Missouri Botanical Garden, Vol. 6, 2001, S. 734–747, online auf researchgate.net. William T. Simpson, John A. Sagoe: Relative Drying Times of 650 Tropical Woods: Estimation by Green Moisture. General Technical Report FPL-GTR 71, USDA, 1991, S. 19.

Weblinks Osteophloeum platyspermum bei NYBG. O. platyspermum Herbario – Universidad de Panamá (Bilder).

Einzelnachweise

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