Johannes Dale-Skjevdal (* 23. Mai 1997 in Lørenskog, Akershus als Johannes Dale) ist ein norwegischer Biathlet. Seit seinem Debüt im Weltcup 2018 erreichte er dort mehrere Podiumsergebnisse und feierte im Dezember 2020 seinen ersten Sieg in einem Einzelrennen. Bei den Weltmeisterschaften 2020 und 2021 gewann er insgesamt drei Medaillen. Nach schwächeren Leistungen im Winter 2021/22 wurde Dale zwischenzeitlich in den norwegischen B-Kader herabgestuft, etablierte sich aber in der Folgesaison wieder in der ersten Mannschaft. Bei den Olympischen Spielen 2026 gewann er die Goldmedaille im Massenstart.

Werdegang Anfänge und Aufstieg in den Weltcup (bis 2019) Johannes Dale-Skjevdal ist der Sohn von Jo Dale, der bei den Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften 1991 zwei Bronzemedaillen gewann.Øivind Eriksen: – Nå er det din tur! auf indre.no. 4. Februar 2017. Abgerufen am 10. Juli 2021. In einem späteren Interview sagte Dale-Skjevdal, die Medaillensammlung seines Vaters habe ihn davon überzeugt, ebenfalls Biathlet zu werden, vgl. Claus Dieterle: Johannes II. bleibt nicht bescheiden auf faz.net. 15. Februar 2020. Abgerufen am 10. Juli 2021. Unter der Anleitung seines Vaters begann Dale-Skjevdal im Alter von zehn Jahren selbst mit dem Biathlontraining beim lokalen, in Fetsund angesiedelten Fet SSK. Mit 16 Jahren zog er nach Geilo und besuchte die dortige Elitesportschule (Norges Toppidrettsgymnas, NTG Geilo). Nach dem Schulabschluss wurde er in die von Arild Askestad betreute Junioren-Nationalmannschaft aufgenommen.Gunn Marit Høistad: auf fetskisklubb.no. 14. Februar 2020. Abgerufen am 10. Juli 2021. Seine ersten internationalen Rennen bestritt er 2017 bei den Juniorenweltmeisterschaften in der Slowakei. Gemeinsam mit Dag Sander Bjørndalen, Aleksander Fjeld Andersen und Sindre Pettersen gewann er im Staffelrennen die Silbermedaille. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2018 folgte – gemeinsam mit Sivert Guttorm Bakken, Endre Strømsheim und Sturla Holm Lægreid – erneut Silber im Staffelrennen sowie die Bronzemedaille im Verfolgungsrennen.

Am Ende seiner Juniorenlaufbahn wurde Dale-Skjevdal in das norwegische Entwicklungsteam, den zweiten Kader, aufgenommen und trainierte bei Anders Hennum. Nachdem er im Dezember 2018 beide Einzelrennen des IBU-Cups in Ridnaun gewonnen hatte, verstärkte er in Nové Město na Moravě erstmals die norwegische Weltcup-Mannschaft und erreichte mit einem 15. Platz im Sprint und einem 28. Platz in der Verfolgung in seinen ersten Rennen auf Anhieb die Punkteränge. Nach mehreren Einsätzen im zweitklassigen IBU-Cup mit vier Podiumsplatzierungen nahm er im Februar 2019 an den Weltcuprennen in Übersee teil, wo er in Soldier Hollow mit einem zehnten Platz im Sprint zum ersten Mal eine Top-10-Platzierung erreichte. Im folgenden Verfolgungsrennen wurde er Elfter. Bei weiteren Starts im IBU-Cup gewann er unter anderem einen Monat später in Martell zum dritten Mal einen Wettkampf dieser Serie. Als besten Weltcupdebütanten des Jahres zeichnete die Internationale Biathlon-Union (IBU) Dale-Skjevdal zum Abschluss der Saison 2018/19 als Rookie of the Year aus.Mariya Osolodkina: Entscheidend ist der Glaube an sich selbst. In: Biathlonworld, Nr. 51/2019, S. 118–123. Als verfügbar.

WM-Medaillen und Rückstufung aus dem A-Kader (2019 bis 2022) mini|links| Dale-Skjevdal beim Biathlon-Weltcup 2020 in Oberhof Dale-Skjevdal gehörte in der Saison 2019/20 erstmals durchgängig zum norwegischen Weltcupaufgebot. Im Laufe des Winters stand er als jüngstes Teammitglied regelmäßig mit der Männerstaffel auf dem Podium: Das Quartett entschied vier Weltcuprennen für sich und gewann bei den Weltmeisterschaften 2020 in Antholz die Silbermedaille. In den Einzelwettkämpfen des Winters platzierte sich Dale-Skjevdal mehrmals unter den besten Zehn und war als Neunter des Gesamtweltcups – hinter den Brüdern Johannes Thingnes und Tarjei Bø – der drittbeste Norweger in dieser Wertung.

Insbesondere läuferisch zählte Dale-Skjevdal bereits in den ersten Jahren seiner Weltcupkarriere zu den stärksten Athleten im Feld. im IBU Biathlon Guide 2020/21, S. 352. Beobachter schrieben ihm dafür eine „jugendlich-draufgängerische[…] Alles-oder-nichts-Mentalität“ und Ungeduld am Schießstand zu.Claus Dieterle: Johannes II. bleibt nicht bescheiden auf faz.net. 15. Februar 2020. Abgerufen am 10. Juli 2021. Dieterle zitiert den Schießtrainer des norwegischen Teams Siegfried Mazet mit der Aussage, Dale sei „noch zu ungeduldig, weil er spürt, was in ihm steckt“. Am 11. Dezember 2020 feierte Dale-Skjevdal beim Sprint in Hochfilzen seinen ersten Weltcupsieg: Nach einem Wettkampf ohne Schießfehler hatte er 17,1 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Quentin Fillon Maillet.Johannes Dale schafft Sprintsieg in Hochfilzen auf biathlonworld.com. 11. Dezember 2020. Abgerufen am 10. Juli 2021. Im späteren Saisonverlauf stand er bei fünf weiteren Einzelwettbewerben auf dem Podest, darunter bei zwei WM-Rennen 2021 auf der Pokljuka. Dort gewann er nach der Bronzemedaille im 20-Kilometer-Wettkampf zum Abschluss der Weltmeisterschaften Silber im Massenstart. Beide Rennen entschied sein etwa gleichaltriger Teamkollege Sturla Holm Lægreid für sich, mit dem Dale-Skjevdal eine langjährige Trainingsgemeinschaft verband und gegen den er seit Beginn seiner Biathlonlaufbahn in Wettkämpfen antrat.Kurt B. M. Haugli: Norsk VM-gull på normaldistansen: – Denne gutten er et fenomen auf aftenposten.no. 17. Februar 2020. Abgerufen am 10. Juli 2021; Benedicte Andersen Bakken: Barndomskameratene om VM-bragden: - Det er egentlig uhørt auf tv2.no. 18. Februar 2021. Abgerufen am 10. Juli 2021. Beide Sportler wohnten zum Zeitpunkt der WM als Nachbarn in der gleichen Straße in Lillehammer. Hinter den Bø-Brüdern, Lægreid und Fillon Maillet beendete Dale-Skjevdal die Weltcupsaison 2020/21 auf Rang fünf des Gesamtklassements.

Im Winter 2021/22 knüpfte Dale-Skjevdal bei den ersten Saisonrennen in Östersund nicht an seine Vorjahresleistungen an und verpasste Platzierungen unter den ersten Zehn. Als Folge wurde er aus dem ersten norwegischen Team herabgestuft.Tobias Feige: Johannes Dale muss Olympia wohl abschreiben: Norwegens Biathlon-Shootingstar im Weltcup aussortiert auf eurosport.de. 10. Dezember 2021. Abgerufen am 18. April 2022. An seiner Stelle erhielten Filip Fjeld Andersen und Sivert Guttorm Bakken im weiteren Saisonverlauf regelmäßige Weltcupeinsätze, während Dale-Skjevdal im IBU-Cup antrat und dort mehrmals auf dem Podium stand. Bei den Europameisterschaften 2022 gewann er neben Erlend Bjøntegaard, Jenny Enodd und Ragnhild Femsteinevik den Titel in der Mixed-Staffel. Im Frühjahr 2022 ordnete das norwegische Trainerteam um Per Arne Botnan Dale-Skjevdal für die Saisonvorbereitung 2022/23 dem B-Kader zu.Pascal Steinmann: Biathlon-Star Johannes Dale nach Degradierung in Norwegen am Boden: "Wie nach einer Trennung" auf eurosport.de. 1. April 2022. Abgerufen am 18. April 2022.

Rückkehr in den Weltcup und Olympiasieg (seit 2022) Dale erhöhte in der Vorbereitung auf die Saison 2022/23 sein Trainingspensum deutlich, wobei er sich nach eigener Angabe am Trainingsplan des schwedischen Eisschnelllaufolympiasiegers Nils van der Poel orientierte. Der für den B-Kader verantwortliche Trainer Anders Øverby lobte Dale-Skjevdals Motivation und seine Bereitschaft, an Details zu arbeiten.Hanne Skjellum & Sindre Lie: Meiner dette NRK-intervjuet var eit teikn på nedturen: – Brutal måte å lære på auf nrk.no. 11. November 2022. Abgerufen am 9. April 2023. Zudem begann der Athlet eine Zusammenarbeit mit dem langjährigen Mentaltrainer Ole Einar Bjørndalens, Øyvind Hammer.Johannes Dale spricht über dunkelste Stunden in seiner Karriere und den Weg zurück an die Weltspitze auf eurosport.de. 30. Dezember 2022. Abgerufen am 9. April 2023. Nach guten Ergebnissen bei Testwettkämpfen wurde Dale-Skjevdal ins siebenköpfige norwegische Team für den Weltcupauftakt in Kontiolahti berufen.Jostein Magnussen: Dale tilbake i verdenscupen: - Har noe der å gjøre auf direkte.vg.no. 14. November 2022. Abgerufen am 9. April 2023. Er behielt seinen Startplatz über den gesamten Winter und feierte beim Massenstart in Le Grand-Bornand am 18. Dezember 2022 seinen zweiten Weltcupsieg in einem Einzelrennen (bei einem norwegischen Dreifacherfolg vor Sturla Holm Lægreid und Johannes Thingnes Bø). Am Ende der Saison belegte er – als fünftbester Norweger – den siebten Rang im Gesamtweltcup. Im Frühjahr 2023 wurde er wieder in den norwegischen Elitekader aufgenommenJohannes Dale med comeback på elitelandslaget auf indre.no. 1. April 2023. Abgerufen am 9. April 2023. Neben Dale-Skjevdal gehörten ab April 2023 auch die Bø-Brüder, Lægreid, Vetle Sjåstad Christiansen, Filip Fjeld Andersen und Sivert Guttorm Bakken der A-Mannschaft an. und startete in der Saison 2023/24 erneut durchgängig im Weltcup. Im Laufe des Winters stand er in insgesamt sechs Weltcup-Einzelrennen auf dem Podest. Er gewann die Verfolgung in Ruhpolding, bei der er sich auf der Schlussrunde von seinen Kontrahenten absetzte und letztlich vor seinen Teamkollegen Christiansen sowie Johannes Thingnes Bø einen norwegischen Dreifachsieg anführte.Her tar han sesongens første verdenscupseier auf langrenn.com. 14. Januar 2024. Abgerufen am 13. April 2024. Im Gesamtweltcup belegte Dale-Skjevdal am Saisonende den dritten Rang hinter beiden Bø-Brüdern.

Zu Beginn der Weltcupsaison 2024/25 verpasste Dale-Skjevdal in Kontiolahti bei den Einzelrennen die ersten 20 Plätze und verlor anschließend als schwächster Norweger seinen Platz im Weltcupteam an Martin Uldal.Katharina Wiedenmann: Dale-Skjevdal nach Enttäuschung in Kontiolahti aus Norwegen-Kader gestrichen - Uldal rückt in Hochfilzen nach auf eurosport.de. 10. Dezember 2024. Abgerufen am 18. Mai 2025. In den folgenden Monaten feierte er sechs Saisonsiege im IBU-Cup. Er wurde nicht für die Weltmeisterschaften 2025 nominiert, erhielt aber in der zweiten Saisonhälfte wieder Weltcupeinsätze und erreichte unter anderem einen dritten Rang beim Sprint in Oslo. Nach drei überlegenen Siegen im IBU-Cup am Saisonbeginn war Dale-Skjevdal ab Mitte Dezember 2025 wieder Teil der Weltcupmannschaft und stieg mit zwei Staffelsiegen und mehreren Top-10-Platzierungen auch dort stark ein. Wie schon zwei Jahre zuvor sicherte er sich in Ruhpolding im Verfolgungsrennen den Sieg; er nahm den Wettkampf mit etwa 53 Sekunden Rückstand auf den Führenden als Zehnter auf, überholte sämtliche vor ihm gestarteten Athleten und überquerte mit 6,9 Sekunden Vorsprung auf Éric Perrot die Ziellinie. Saisonhöhepunkt wurde seine erstmalige Teilnahme an Olympischen Spielen. Bei diesen zählte der Norweger zu den laufstärksten Athleten, verpasste aber in Einzel, Sprint und Verfolgung die Medaillenränge um jeweils wenige Positionen. Im abschließenden Massenstart blieb er als einziger Athlet – und zum ersten Mal bei vier Schießeinlagen in seiner Karriere – ohne Fehlschuss und sicherte sich zehn Sekunden vor Teamkollege Lægreid die Goldmedaille.

Privates Im Sommer 2023 heiratete Johannes Dale seine Lebensgefährtin Kristina Skjevdal. Er führt seitdem den Doppelnamen Dale-Skjevdal. Seit September 2025 hat das Paar einen Sohn.Momente der Freude: Die Biathlonfamilie hat weiteren Grund zu feiern auf biathlonworld.com. 22. Oktober 2025. Abgerufen am 12. September 2026.

Statistiken mini|Dale-Skjevdal im Dezember 2019 in Östersund Weltcupsiege Nr. Datum Ort Disziplin 1. Sprint 2. Massenstart 3. Verfolgung 4. Verfolgung Nr. Datum Ort Disziplin 1. Staffel 2. Staffel 3. Staffel 4. Staffel 5. Staffel 6. Staffel 7. Mixedstaffel 8. Staffel 9. Staffel 10. Staffel

Weltcupplatzierungen

Weltcupwertungen mini|Dale-Skjevdal während des Einzelrennens bei den Weltmeisterschaften 2023 in Oberhof Ergebnisse bei Biathlon-Weltcups (Disziplinen- und Gesamtweltcup) gemäß Punktesystem: