miniatur|Matthias von Inden; Kupferstich von Wolfgang Philipp Kilian, 1721 (nach älterer Vorlage)|200px Matthias Adolph von Inden (Mathis Indenius; * um 1565 in Düren; † 1626 oder 1627Harald Goder: Die Kartause zum Vogelsang bei Jülich, Bd. II. Institut für Anglistik und Amerikanistik, Salzburg 2013, S. 263 (+ Anm. 24) und S. 360f nach dem „Wohltäterbuch“ der Kartause. Das in älterer Literatur angegebene Todesjahr 1643 ist unrichtig. in Jülich) war Professor für Rechtswissenschaften und Rektor der Akademie Altdorf, jülich-bergischer Rat und Bürgermeister von Jülich.

Leben Matthias von Inden war ein Sohn des Schöffen und Bürgermeisters (1571) von Düren Thomas von Inden (* um 1530; † 1608) und seiner Frau Cordula Harper (= Codonaeus).Humanistenname „Codonaeus“ nach dem „Haus zur Klocken“ (Glocke = griechisch κώδων kṓdōn) der Familie Harper in Jülich. Der Aachener Bürgermeister Peter III. von Inden (1458–1539), 1512 Teilnehmer am Reichstag zu Trier und Köln,Romischer keyserlicher Maiestat vnd gemeiner Stende des Reichs vfsatzung vnnd ordnung vff dem Reichstag zu Collen. Anno. XVC.XII. vffgericht. o. O. [Schöffer, Mainz] 1512 (Google-Books). war sein Urgroßvater.Familie von Inden. In: Der deutsche Herold 4,3 (1873), S. 45f. Die adelige Patrizier-Familie nannte sich nach dem zwischen Düren und Jülich gelegenen Hof Inden.

Studium und Hochschullehrer in Altdorf „Matthias ab Inden, Marcoduranus“ immatrikulierte sich im Spätsommer 1585 unter dem Rektorat von Edo Hildericus an der Akademie der Reichsstadt Nürnberg in Altdorf. 1586 wurde er Lizenziat der Rechtswissenschaften. Es sind zwei Reihen von Disputations-Thesen erhalten, die er 1586 und 1588 unter dem Vorsitz von Obertus Giphanius verteidigte.

Im Mai 1588 wurde er auf Vorschlag von Giphanius zum außerordentlichen Professor der Rechtswissenschaften berufenWolfgang Mährle: Academia Norica. Wissenschaft und Bildung an der Nürnberger Hohen Schule in Altdorf (1575-1623). (Contubernium. Tübinger Beiträge zur Universitats- und Wissenschaftsgeschichte 54). Franz Steiner, Stuttgart 2000, S. 437. und hielt Vorlesungen in Altdorf.Johann Jakob Drach: De Origine et iure patriciorum. Genath, Basel 1627, S. 93f (Google-Books) zum Jahr 1589. In den „Hundstags-Ferien“ (ferias caniculares) 1589 immatrikulierte sich „Mathias Indenius Marcoduranus“ mit Genehmigung der Scholarchen der Altdorfer Akademie an der Universität Basel, um den Doktorgrad zu erwerben, der von der Semi-Universitas Altdorf nicht verliehen werden konnte. Am 7. August 1589 verteidigte er in Basel Thesen über die Rückgängigmachung des Verkaufs (de rescindenda venditione). Der Basler Professor für Rechtswissenschaften Johannes Gut (1555–1629) aus Ötlingen lud zum 21. August 1589 ein zur gemeinsamen Doktor-Promotion von Matthias Indenius aus Düren, Johann Georg Flosculus (Blumlin) (1565–1609)1583 immatrikuliert in Tübingen, 1588 in Heidelberg, 1589 in Basel, 1590 pfalz-neuburgischer Rat, 1591 Reichskammergerichts-Advokat. aus Worms und Johann Robert Tuschelin (1564–1628)Sohn des Rates Gallus Tuschlin (1531–1601), Landesschule Hornbach, 1584 in Straßburg, 1586 immatrikuliert in Orléans, 1588 in Heidelberg, 1589 in Basel, markgräflich badischer Rat in Durlach. aus Zweibrücken.Johann Gut: Quod Foelix Favstv́mqve Sit. Quoniam ex Almae Basiliensis Academiae Amplissimi I. C. Ordinis decreto, Viris infrà scriptis … Supremos in vtroque illo Iure Honores siue Titulos collaturus est Ioannes Gvt Designator ritè electus: Quocirca omnes … vt solenni isti Inaugurationi adesse … non dedignentur … inuitat, rogat atque prouocat … Peragentur haec 21. Augusti Anno 1589. Oporinus, Basel 1589. Am 16. November 1589 bestätigten die Scholarchen Matthias’ von Inden Berufung auf eine ordentliche Altdorfer Professur.

Als Professor der Institutionen leitete Indenius 1590 Disputationen von Johann Rudolph Wickh († 1635)Sohn von Veit Wickh d. Ä. († 1595), 1589 immatrikuliert in Altdorf, 1592 in Tübingen, wurde 1605 Ratskonsulent und Gesandter der Stadt Ulm bei den schwäbischen Kreistagen. aus Ulm, Heinrich Reiser (1566–1629)1588 immatrikuliert in Altdorf. aus Lübeck (4. Mai), Cosmas Vakius († 1619)Sohn des Flensburger Ratsverwandten Harder Vake (* um 1528; † 1599) aus Stade, 1585 in Straßburg, 1586 immatrikuliert in Tübingen, 1590 immatrikuliert in Altdorf, 1592 in Ingolstadt, 1598 und 1601 in Padua, erbtruchsessischer Rat und Oberamtmann der Waldburg zu Scheer, bayerischer Hofrat unter Herzog Maximilian, Kanzler in Burghausen, Schöpfer einiger auf 1598 datierten Gelegenheitskompositionen.Bernhard Engelke: Bartholomäus Stockmann, ein Flensburger Musiker des 16. Jahrhunderts. In: Nordelbingen 5,1 (1926), S. 567–583. aus Flensburg (30. Mai) und Jakob Killinger (1571–1646)1587 immatrikuliert in Tübingen, 1589 Magister, 1590 immatrikuliert in Altdorf, 1592 Promotion in Jena, seit 1610 Ratsadvokat in Nördlingen; Daniel Eberhardt Beyschlag: Beyträge zur Nördlingischen Geschlechtshistorie, Bd. II/1. Beck, Nördlingen 1803, S. 253f (Google-Books). aus Dinkelsbühl (28. Juni). Als einer der ersten Rechtsprofessoren in Deutschland las er über Handelsrecht, Seehandelsrecht und Merkantilwesen. Am 29. Juni 1590 wurde Matthias Indenius in der Sakristei der Stadtkirche St. LaurentiusGeorg Andreas Will: Geschichte und Beschreibung der Nürnbergischen Universität Altdorf. Kußler, Altdorf 1795, S. 35f; vgl. S. 37 (Google-Books). als Nachfolger von Edo Hildericus zum Rektor für das Studienjahr 1590/91 gewählt. Er war jedoch unzufrieden mit seiner Besoldung (salarium), von der er in den beiden letzten Jahren nicht habe leben können, und kehrte von einem Urlaub in seiner Heimat, den er kurz danach antrat, nicht nach Altdorf zurück. Die längste Zeit seines Rektorats vertrat ihn entsprechend den Akademie-Statuten der Prorektor Hildericus.

Jülich-bergischer Rat in Jülich Am 26. Juli 1590 schrieb Matthias von Inden aus Düren einen Brief an seine Kollegen in Altdorf, in dem er seine überstürzte Abreise rechtfertigte, die nicht seinem, sondern dem Wunsch der Eltern und Verwandten entspreche, und seinen Rücktritt erklärte.Karl Sebastian Zeidler: Matthias Indenivs. In: Vitae professorum juris, qui in Academia Altdorffina inde ab ejus jactis fundamentis vixerunt. Georg Peter Monath, Nürnberg 1770, S. 103–106, bes. S. 104f Anm. b) (Google-Books). Im Brief werden der Scholarch (Kurator) der Akademie Anton Geuder (1539–1604) zu Heroldsberg und der Professor für Rhetorik Georg Glacian (* um 1549; † 1607) erwähnt. Er trat in den Dienst Herzogs Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg (1516–1592). Vom 6. August 1590 datiert seine Eheberedung mit Katharina von der Kuylen (Kaulen).

Matthias von Inden wurde jülich-bergischer Hofrat am Haupt- und Kriminalgericht Jülich und amtierte 1599–1601 als Bürgermeister von Jülich. Viele Jahre war er Deputierter der Stadt Jülich auf den Landtagen des Herzogtums. Obwohl er auf protestantischen Universitäten studiert hatte, wandte er sich – der konfessionellen Entwicklung in Jülich-Kleve-Berg folgend – „Catholischem Brauch“ zu. Er amtierte als Syndikus der Kartause Vogelsang bei Jülich.Harald Goder: Die Kartause zum Vogelsang bei Jülich, Bd. II. Institut für Anglistik und Amerikanistik, Salzburg 2013, S. 263 und 361.

Auf dem jülich-bergischen Landtag im September 1608 beschwerten sich die beiden ritterschaftlichen Kurien und die bergischen Städte über die rechtswidrige Zusammensetzung des Hauptgerichts Jülich. Alle dort bestellten Räte seien miteinander verwandt, versippt und verschwägert.Ernst von Oidtman: Einige Erläuterungen zu „Historia rerum Julio-Montensium per nobilem Behr a Lahr“. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 45 (1886), S. 137–148, bes. S. 145 Anm. 1.Hans Goldschmidt: Vetternwirtschaft im alten Herzogtum Jülich. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 32 (1910), S. 377–381, bes. S. 378f und 380f; Olaf Richter: Niederrheinische Lebenswelten in der Frühen Neuzeit. Böhlau, Köln / Weimar 2015, S. 501. Matthias von Inden war ein Schwager des jülich-bergischen Vizekanzlers Bernhard zum Putz (Pütz) († 1626/28). Die erste Schwiegermutter des Rates Petrus Simonius genannt Ritz (1562–1622), eine geborene Katharina Harper (= Codonaeus) aus Düren, war seine Großtante. Auch von Indens Frau Katharina von der Kaulen war mit Simonius verwandt. Der Bürgermeister von Jülich Adam Codonaeus (1569–1636) war ein Bruder ihres verstorbenen ersten Ehemanns Heinrich Codonaeus († 1588). Adam Codonaeus führte zum Beleg seiner angeblichen Überparteilichkeit an, dass er vor der fürstlichen Kanzlei gerade einen Rechtsstreit gegen Matthias von Inden führe.

Der Jura-Student Hermann Tehdering (* um 1599; † 1658) aus DanzigSohn von Berend Tehdering († 1599) aus Oderberg, 1613 immatrikuliert in Altdorf, 1617 in Heidelberg, 1619 in Genf, 1622 in Siena und Promotion in Padua, 1625 geadelt: Thedering; Tehdering von Ringenthal.Reinhard Hildebrandt (Bearb.): Quellen und Regesten zu den Augsburger Handelshäusern Paler und Rehlinger, Bd. II. (Deutsche Handelsakten des Mittelalters und der Neuzeit 19,2). Steiner, Stuttgart 2004, bes. S. 37 und 189. erwähnte den ehemaligen Altdorfer Professor Indenius 1618 in einem Brief an Nicolaus Rittershausen (1597–1670), einen Sohn des Konrad Rittershausen, und erbat sich eventuell vorhandene Dubletten seiner Veröffentlichungen.Brief vom 2. Januar 1618 aus Heidelberg; Ernst Weber (Hrsg.): Virorum clarorum saeculi XVI et XVII epistolae selectae e codicibus manuscriptis Gottingensius. Teubner, Leipzig 1894, Nr. 73, S. 99–102, bes. S. 101 mit S. 184 Anm. 471 (Digitalisat im Internet Archive).

Familie Matthias von Inden heiratete 1590 Katharina von der Kaulen (Kuillen) († nach 1608), die Witwe des Jülicher Generalanwalts Heinrich Codonaeus († 1588), Tochter von Paul von der Kuylen, Keller zu Kaster, und Sybilla von Hösen (Huesen).Eheberedung vom 6. August 1590, ausgestellt in Jülich; Hermann Ariovist von Fürth: Beiträge und Material zur Geschichte der Aachener Patrizier-Familien, Bd. II. P. Hauptmann, Bonn 1882, bes. 1. Anhang, Nr. XXVIII, S. 79f (Google-Books; eingeschränkte Vorschau), (Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf). Der Sohn Johann von Inden (1593–1676),Gabriel de Bruyn, Johannes Tossanus, Johannes Indenius: Assertiones legales ex tt. ff. et c. finivm regvndorvm familiae erciscvndae, et commvni dividvndo desvmptae. Brachel, Köln 1615. Referendarius, pfalz-neuburgischer Rat und Vogt zu Randerath, war Bürgermeister und Schöffe des Hauptgerichts zu Jülich. Er heiratete 1619 Elisabeth Furdt genannt Brewer, Tochter von Wilhelm Furdt genannt Brewer († 1623) aus Jülich und Anna Borcken († 1637),Testamente der Agnes Wolff verwitwete Borcken († 1626) vom 25. Juni 1625 und 2. Juni 1626; Erbteilungs-Verträge vom 12. Februar 1635 und 16. November 1638, ausgestellt in Jülich; Hermann Ariovist von Fürth: Beiträge und Material zur Geschichte der Aachener Patrizier-Familien, Bd. II. P. Hauptmann, Bonn 1882, bes. 2. Anhang, Nr. VI, VII, IX und Nr. XVII, S. 32–41, 42–46, 48–67 und 91f; vgl. S. 18f (Google-Books; eingeschränkte Vorschau), (Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf). und erhielt von seinem Vater als Hochzeitsgabe den Daler Hoff in Gerderhahn (Gierderadter Haen).Eheberedung des Sohnes Johann von Inden vom 17. Januar 1619, ausgestellt in Eschweiler; Hermann Ariovist von Fürth: Beiträge und Material zur Geschichte der Aachener Patrizier-Familien, Bd. II. P. Hauptmann, Bonn 1882, bes. 1. Anhang, Nr. XXIX, S. 82f (Google-Books; eingeschränkte Vorschau), (Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf). Ihre Kinder (Enkel des Matthias von Inden) waren: Johann von Inden († 1655), ⚭ Anna Sibylla vom Putz (sie ⚭ II. nach 1662 Bernhard Diederich Proff († 1687), Vogt zu Geilenkirchen und Jülich),