Der Conofeeder 200, aufgrund der Namensgebung der Schiffe teilweise auch als Heere-Klasse bezeichnet, ist ein Mehrzweckfrachtschiffstyp.
Geschichte Der Schiffstyp wurde von Conoship International in Groningen entworfen. Entwickelt wurde der Schiffstyp für den Einsatz als Containerfeederschiff. Er kann aber auch für den Transport anderer Ladungsarten genutzt werden.
Von dem Schiffstyp wurden insgesamt acht Einheiten gebaut. Zunächst waren zwei Schiffe bestellt. Der Auftrag wurde wiederholt um weitere Schiffe ergänzt. Die ersten sechs Einheiten entstanden auf der Werft Tille Scheepsbouw in Kootstertille,Containerschip, Reformatisch Dagblad, 13. September 1997. Abgerufen 21. November 2019. die letzten beiden Einheiten wurden auf der Werft Frisian Shipyard in Harlingen gebaut.Order van 27 miljoen voor FSW Harlingen, Nieuwsblad Transport, 30. Mai 1998. Abgerufen 21. November 2019. Alle Schiffe wurden für die niederländische Reederei Armawa Shipping and Trading gebaut. Zwischen 2003 und 2005 wurden die Schiffe von Armawa Shipping & Trading verkauft.
Beschreibung Die Schiffe werden von einem Viertakt-Sechszylinder-Dieselmotor mit 1800 kW Leistung angetrieben, der über ein Untersetzungsgetriebe auf einen Festpropeller wirkt. Die von Tille Scheepsbouw gebauten Schiffe sind mit einem von Stork gebauten Wärtsilä-Dieselmotor des Typs 6SW28, die von Frisian Shipyard gebauten Schiffe mit einem Wärtsilä-Dieselmotor des Typs 6R32 ausgestattet. Für die Stromversorgung stehen zwei Aggregate zur Verfügung, die jeweils aus einem Scania-Dieselmotor (Typ: DS1169M) mit 230 kW Leistung und einem Stamford-Generator (Typ: HCM-434C) mit 238 kVA Scheinleistung bestehen. Das Notstromaggregat besteht aus einem Valmet-Dieselmotor (Typ: 420DSG) mit 80 kW Leistung, der einen Stamford-Generator (Typ: UCM224G) mit 63 kVA Scheinleistung antreibt. Die Schiffe sind mit einem Bugstrahlruder mit 220 kW Leistung ausgestattet.
Der Laderaum ist 61,88 m lang, 10,80 m breit und 5,99 m hoch. Er ist auf fast der gesamten Länge boxenförmig, lediglich im vorderen Bereich verjüngt er sich etwas., Schiffsplan, Wilson (PDF, 858 kB)., Schiffsplan, Wilson (PDF, 866 kB). Die Schiffe sind zur Unterteilung des Laderaums mit zwei Schotten ausgestattet, die an sechs Positionen errichtet werden können. Der Laderaum ist mit einem aus acht Paneelen bestehenden, hydraulisch betriebenen Faltlukendeckel verschlossen, von denen je vier nach vorne bzw. hinten geöffnet werden können. Die Tankdecke kann mit 12 t/m² belastet werden. Vor dem Laderaum befindet sich ein Wellenbrecher zum Schutz von Decksladung vor überkommendem Wasser.
Die Containerkapazität der Schiffe beträgt 205 TEU. Im Raum finden 72 TEU, an Deck 133 TEU Platz. Im Raum können zwei Lagen übereinander und bis zu fünf Container nebeneinander, an Deck bis zu drei Lagen übereinander und fünf Container nebeneinander geladen werden. Im Raum können neben 20- und 40-Fuß-Containern auch 30-Fuß-Container geladen werden. Das maximale Gewicht pro Stapel beträgt im Raum 50 t für 20- und 30-Fuß-Container und 60 t für 40-Fuß-Container und an Deck 30 t für 20-Fuß-Container bzw. 45 t für 40-Fuß-Container. Für Kühlcontainer stehen 20 Anschlüsse zur Verfügung.
Das Deckshaus mit fünf Decks befindet sich im hinteren Bereich der Schiffe. An Bord ist Platz für acht Besatzungsmitglieder, die in Einzelkabinen untergebracht werden. Die Mindestbesatzungsstärke beträgt sechs Personen.
Der Rumpf der Schiffe ist eisverstärkt (Eisklasse 1D).
Schiffe Conofeeder 200 Bauname Bauwerft/Baunummer IMO-Nummer KiellegungStapellaufAblieferung Umbenennungen und Verbleib Heereborg Tille/308 9118006 Februar 199526. August 199520. November 1995 1995: Bermuda Islander, 1999: Heereborg, 2004: Alette, 2005: Seawheel Venture, 2008: Anne, 2018: Wilson Mistral, 2020: Meric Heereplein Tille/309 9118018 April 199521. Dezember 199524. Februar 1996 1999: Batavier VIII, 2000: Heereplein, 2003: Orion, 2017: Charlotte Heereweg Tille/310 9142655 5. Oktober 199513. April 199625. Mai 1996 1996: Lys Viking, 2000: Heereweg, 2004: Oostvoorne, 2004: Happy Hopper, 2004: Oostvoorne, 2015: Sara Regina Heeresingel Tille/311 9142667 Februar 199630. August 199625. Oktober 1996 1996: Lys Rover, 2000: Heeresingel, 2004: Westvoorne, 2016: Babun Express Heerepoort Tille/314 9163570 21. August 199621. Februar 19975. April 1997 1997: Lys Ranger, 2000: Heeresport, 2004 Umbau zum Zementfrachter: Capo Nero Heerestraat Tille/315 9163582 20. Dezember 199627. Juni 199711. September 1997 2004: Jetstream, 2005: Seawheel Express, 2008: Kristin D, 2018: Wilson Monsoon Heerebrug Frisian/510 9196228 20. Mai 199811. November 19988. Januar 1999 2000: Vento di Garbi, 2003: Heerebrug, 2004: Seawheel Merchant, 2008: Rockanje, 2014: Pepin Express Heeredwinger Frisian/511 9196230 26. Juni 199827. Februar 199926. März 1999 2004: Seawheel Trader, 2005: Habib Express, 2020: Belen Daten: Stichting Maritiem-Historische DatabankStichting Maritiem-Historische Databank. Abgerufen 31. Januar 2022.
Literatur F. Kok: Bermuda Islander – Eerste Conofeeder. In: Schip & Werft de Zee, Januar 1996, S. 25–30, .
Weblinks
GA-Plan (JPG, 120 kB)
Einzelnachweise
Kategorie:Frachtschiffstyp