mini|Benjamin Bernheim (2023) rahmenlos|zentriert|class=notpageimage skin-invert-image|128x128px| Autogramm Benjamin Bernheim französischer Opernsänger Benjamin Bernheim (* 9. Juni 1985 in Paris) ist ein französisch-schweizerischer Opernsänger (lyrischer Tenor).

Leben und Wirken Benjamin Bernheim wuchs in Genf auf und erhielt im Alter von 10 Jahren Gesangsunterricht am Genfer Konservatorium. Er studierte am Conservatoire de Lausanne bei Gary Magby und absolvierte Meisterkurse bei Carlo Bergonzi an der Accademia Verdiana sowie bei Jaume Aragall und Dale Duesing. Nach Studienabschluss wurde er für die Spielzeit 2008/2009 in das Opernstudio des Opernhauses Zürich aufgenommen.

Bernheim wurde 2010 Ensemble-Mitglied des Opernhauses Zürich, wo er u. a. die Rolle des Emmanuele bei der Uraufführung von Marc-André Dalbavies Gesualdo unter der Regie von Moshe Leiser und Patrice Caurier sang. Weitere Rollen in Zürich waren zu Beginn seiner Karriere zum Beispiel Spalanzani in Hoffmanns Erzählungen, Roderigo in Otello, Graf Lerma in Don Carlo, Narraboth in Salome sowie später Rodolfo in La Bohème, Lenski in Eugen Onegin, Des Grieux in Manon, Ismaele in Nabucco und Macduff in Macbeth.

2012 debütierte er bei den Salzburger Festspielen als Agenore in Mozarts Il re pastore in der konzertanten Aufführung der Oper unter der Leitung von William Christie. In den folgenden Jahren trat er in Salzburg mehrfach auf, zum Beispiel als Graf Lerma in Don Carlo, Baroncelli in Rienzi, Nicias in Thaïs, Eginhard in Fierrabras, Edmondo in Manon Lescaut sowie bei den Pfingsfestspielen als Piquillo in La Périchole.Operabase und Opera Online

Bernheim gastierte in großen Tenorpartien an Opernhäusern in Europa und den USA. Am Londoner Royal Opera House debütierte er 2017 als Rodolfo in La Bohème und war dort weiters als Alfredo in La traviata sowie in Verdis Messa da Requiem zu hören. An der Wiener Staatsoper sang er erstmals im Jahr 2018 als Nemorino in L’elisir d’amore, ebenfalls verkörperte er dort Rodolfo, Tamino in Die Zauberflöte, Edgardo in Lucia di Lammermoor und den Herzog von Mantua in Rigoletto. Als Herzog hatte er 2022 sein Debüt an der New Yorker Metropolitan Opera.

Zudem war er zu Gast unter anderem am Teatro alla Scala in Mailand (als Sänger im Rosenkavalier und als Alfredo), an der Lyric Opera of Chicago, an der Dresdner Semperoper, der Staatsoper Berlin und der Deutschen Oper Berlin, der Bayerischen Staatsoper, der Hamburgischen Staatsoper, der Opéra national de Paris und am Théâtre des Champs-Élysées, der Opéra national de Bordeaux, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra national du Rhin und an der Lettischen Nationaloper. Benjamin Bernheim sang bei der Abschlussfeier der Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris Gabriel Faurés Hymne à Apollon. Zur Wiedereröffnung der Kathedrale Notre-Dame de Paris am 7. Dezember 2024 sang er Franz Schuberts Ave Maria.

Zu seinem Konzertrepertoire zählen die Tenorpartien in Händels Messiah, Beethovens Messe in C-Dur, Mozarts Requiem KV 626, Mendelssohns Elias, Verdis Messa da Requiem, Puccinis Messa di Gloria und das Oratorio de Noël von Saint-Saëns. Bei seinen Liederabenden interpretiert er zum Beispiel Schumanns Dichterliebe, Mahlers Des Knaben Wunderhorn oder Chaussons Poème de l'amour et de la mer. In Konzerten sowie Lieder- und Gala-Abenden war er unter anderem am Teatro alla Scala sowie an zahlreichen weiteren Opernhäusern, in der Philharmonie de Paris, bei den Salzburger Festspielen und im Wiener Konzerthaus zu hören.

Benjamin Bernheim ist seit 2025 mit der Sopranistin Sandra Hamaoui verheiratet.

Opernrepertoire (Auswahl) Bellini: Tebaldo in I Capuleti e i Montecchi Bellini: Osburgo in La straniera Berlioz: Faust in La damnation de Faust Donizetti: Nemorino in L’elisir d’amore Donizetti: Sir Edgardo in Lucia di Lammermoor Gounod: Titelrolle in Faust Gounod: Roméo in Roméo et Juliette Massenet: Spakos in Cléopâtre Massenet: Des Grieux in Manon Massenet: Titelrolle in Werther Massenet: Nicias in Thaïs Mozart: Tamino in Die Zauberflöte Mozart: Agenore in Il re pastore Offenbach: Titelrolle und Spalanzani in Hoffmanns Erzählungen Offenbach: Piquillo in La Périchole Puccini: Rodolfo in La Bohème Puccini: Edmondo in Manon Lescaut Puccini: Ruggero in La rondine Schubert: Eginhard in Fierrabras Strauss: Narraboth in Salome Strauss: Matteo in Arabella Strauss: Flamand in Capriccio Strauss: Sänger in Der Rosenkavalier Strawinsky: Hirte in Oedipus Rex Thomas: Laërte in Hamlet Tschaikowski: Lenski in Eugene Onegin Verdi: Herzog von Mantua in Rigoletto Verdi: Cassio in Otello Verdi: Alfredo in La traviata Verdi: Ismaele in Nabucco Verdi: Macduff in Macbeth Wagner: Erik in Der fliegende Holländer Wagner: Baroncelli in Rienzi

Diskografie

CD

Giacomo Puccini: Manon Lescaut. Mit u. a. Anna Netrebko, Yusif Eyvazov, Armando Piña, Carlos Chausson, Münchner Rundfunkorchester, Dirigent: Marco Armiliato (Deutsche Grammophon; 2016) Benjamin Bernheim. Arien. Mit Prague Philharmonia, Dirigent: Emmanuel Villaume (Deutsche Grammophon; 2019) Charles Gounod: Faust. Mit u. a. Véronique Gens, Andrew Foster-Williams, Jean-Sébastien Bou, Les talens Lyriques, Dirigent: Christophe Rousset (Palazzetto Bru Zane; 2019) Benjamin Bernheim: Boulevard des Italiens. Arien. Orchestra del Teatro Comunale di Bologna, Dirigent: Frédéric Chaselin (Deutsche Grammophon; 2021) Douce France. Mélodies & Chansons. Mit Carrie-Ann Matheson, Klavier (Deutsche Grammophon; 2024)

Video/DVD (Auswahl)

Igor Strawinsky: Oedipus Rex. Théâtre des Champs-Élysées. Mit u. a. Orchestre national de France, Dirigent: Daniele Gatti (CLC Production; 2014) Franz Schubert: Fierrabras. Salzburger Festspiele. Mit u. a. Georg Zeppenfeld, Julia Kleiter, Markus Werba, Peter Kálmán, Michael Schade, Wiener Philharmoniker, Dirigent: Ingo Metzmacher, Regie: Peter Stein (Unitel Classica; 2014) Vincenzo Bellini: I Capuleti e i Montecchi. Mit u. a. Joyce DiDonato, Olga Kulchynska, Roberto Lorenzi, Philharmonia Zürich, Dirigent: Fabio Luisi, Regie: Christof Loy (Accentus Music; 2016) Giuseppe Verdi: Otello. Salzburger Festspiele. Mit u. a. José Cura, Dorothea Röschmann, Carlos Álvares, Staatskapelle Dresden, Dirigent: Christian Thielemann, Regie: Vincent Boussard, (Unitel Classica/CMajor; 2017) Jacques Offenbach: Les Contes d'Hoffmann. Mit u. a. Olga Peretyatko, Angela Brower, Luca Pisaroni, Andrew Dickinson, Chor und Orchester der Hamburgischen Staatsoper, Dirigent: Kent Nagano (Deutsche Grammophon/Euro Arts; 2021)

Auszeichnungen

2020: Artiste Lyrique de l’Année, Les Victoires de la Musique 2020: Personnalité musicale de l’année, Le Syndicat professionnel de la critique de théâtre, musique et danse 2020: Opus Klassik in der Kategorie „Nachwuchskünstler“ 2020: Choc de Classica 2020: Diapason d’or 2021: Chevalier des Arts et des Lettres 2022: CD des Monats beim Fachmagazin Oper! für das Album Benjamin Bernheim: Boulevard des Italiens. 2024: International Opera Awards 2024 in der Kategorie „Bester männlicher Sänger“ 2025: Opus Klassik in der Kategorie „Sänger des Jahres“

Weblinks

Website von Benjamin Bernheim

Benjamin Bernheim bei Opera Online

Benjamin Bernheim bei Opera on Video

Einzelnachweise

Kategorie:Opernsänger Kategorie:Franzose Kategorie:Schweizer Kategorie:Tenor Kategorie:Geboren 1985 Kategorie:Mann