Die Liste von Zwischenfällen mit der De Havilland Canada DHC-6 Twin Otter zeigt eine Übersicht über Zwischenfälle mit Todesfolge oder Totalschaden von Flugzeugen des Typs de Havilland Canada DHC-6.
Vom Erstflug im Jahr 1965 bis Juli 2023 wurden insgesamt 286 DHC-6 Twin Otter bei Zwischenfällen zerstört oder irreparabel beschädigt. Bei 191 dieser Totalschäden kamen 1523 Menschen ums Leben.Unfallstatistik DHC-6 Twin Otter, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 31. Juli 2023. Beispiele:
1960er-Jahre Am 11. März 1967 wurde eine DHC-6-100 Twin Otter der italienischen Aeralpi (Luftfahrzeugkennzeichen I-CLAI) auf dem Flug von Venedig zu ihrem Heimatflugplatz Cortina d’Ampezzo in einen Berg geflogen. Während des Ausweichflugs zum Flugplatz Belluno, der nach Sichtflugregeln, aber in dichtem Nebel weitergeführt wurde, kollidierte die Maschine in einem Tal nahe dem Fadalto-Pass mit dem 1763 Meter hohen Berg Col Visentin. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden 5 der 6 Insassen getötet, beide Piloten und 2 der 3 Passagiere. Dies war der erste tödliche Unfall mit einer DHC-6 Twin Otter und auch der erste Totalschaden.Unfallbericht DHC-6 I-CLAI, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. Januar 2023.
Am 23. November 1968 wurde eine DHC-6-200 der US-amerikanischen Cable Commuter (N7666) bei nebligem Wetter im Anflug auf den Flughafen Santa Ana-Orange County (Kalifornien, USA) 2,9 Kilometer nördlich davon gegen einen 9 Meter hohen Stahllichtmast geflogen und stürzte ab. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 9 Insassen getötet, beide Piloten und 7 Passagiere.
Am 15. Juli 1969 verunglückte eine De Havilland Canada DHC-6-200 Twin Otter der New York Airways (N558MA) unmittelbar nach dem Start vom John F. Kennedy International Airport. Die Maschine war in die Wirbelschleppe eines zuvor gestarteten Verkehrsflugzeugs des Typs Boeing 707 geraten. Drei der 14 Insassen kamen ums Leben (siehe auch New-York-Airways-Flug 901).
1970er-Jahre Am 10. Februar 1970 kam es mit einer DHC-6-100 der US-amerikanischen Pilgrim Airlines (Luftfahrzeugkennzeichen N124PM) nahe Waterford (Connecticut) (USA) zu einer Notwasserung. Nach mehrfachem Ausweichen von verschiedenen Flugplätzen wegen schlechten Wetters war der gesamte Treibstoff verbraucht. Alle 5 Insassen, beide Piloten und 3 Passagiere, wurden getötet. Als Unfallursache stand im Untersuchungsbericht: Treibstoffmangel infolge unzureichender Flugvorbereitung und falscher Entscheidungen des verantwortlichen Piloten während des Fluges (siehe auch Pilgrim-Airlines-Flug 203).
Am 28. April 1970 wurde eine de Havilland Canada DHC-6-100 Twin Otter der Trans Australia Airlines (VH-TGR) auf dem Weg von Goroka (Papua-Neuguinea) ins 40 Kilometer entfernte Kainantu bei schlechten Wetterbedingungen in einen Bergkamm geflogen. Trotz des zeitweisen Fluges in Wolken setzte der Kapitän den Flug nach Sichtflugregeln fort. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden 8 der 11 Insassen getötet, beide Piloten und 6 Passagiere.
Am 5. Dezember 1971 wurde eine de Havilland Canada DHC-6-300 Twin Otter der Pakistan International Airlines (AP-AWH) auf dem Flughafen Dhaka-Tejgaon (Bangladesch) durch einen Luftangriff einer Mikojan-Gurewitsch MiG-21 der indischen Streitkräfte zerstört. Über Personenschäden ist nichts bekannt.
Am 27. Mai 1972 verunglückte in Deutschland eine DHC-6-100 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen D-IDHC beim Start vom Flugplatz Helgoland-Düne. Von den 13 Insassen kamen 8 ums Leben (siehe auch General-Air-Flug 005).Unfallbericht DHC-6 D-IDHC, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Juni 2016.
Am 29. Juni 1972 kollidierte eine Convair CV-580 der US-amerikanischen North Central Airlines (N90858) mit einer DHC-6 Twin Otter der Air Wisconsin (N4043B). Beide Maschinen stürzten in den Lake Winnebago 8 Kilometer südlich von Appleton (Wisconsin), fünf Kilometer östlich von Neenah. Alle fünf Insassen der Convair (drei Besatzungsmitglieder und zwei Passagiere) sowie alle acht Insassen der Twin Otter (zwei Besatzungsmitglieder und sechs Passagiere) kamen bei dem Unfall ums Leben. Die Kollision ereignete sich in einer Höhe von 2500 Fuß an einem meist klaren, aber diesigen Spätvormittag, als sich die CV-580 aus Green Bay kommend dem Wittman Regional Airport näherte. Das Air-Wisconsin-Flugzeug befand sich auf dem Weg von Sheboygan nach Appleton und beide Maschinen flogen nach Sichtflugregeln.
Am 11. Juli 1972 wurde eine DHC-6-100 der Norwegischen Luftstreitkräfte (67-056), mit der ein inländischer Flug vom Flughafen Bardufoss zum Flughafen Bodø mit einem Zwischenstopp auf dem Flughafen Stokmarknes, Skagen durchgeführt werden sollte, gegen einen Berg auf der Insel Grytøya geflogen. Unter den 14 Passagieren und drei Besatzungsmitgliedern gab es keine Überlebenden. Die Unfalluntersuchungen ergaben, dass der Kapitän der Maschine zum Unfallzeitpunkt stark alkoholisiert gewesen war und dass sein Alkoholproblem innerhalb der Norwegischen Luftstreitkräfte schon seit langem bekannt war (siehe auch Flugunfall von Grytøya)
Am 21. Dezember 1972 verunglückte eine DHC-6-300 der französischen Air Guadeloupe (F-OGFE) bei einem nächtlichen, im Auftrag von Air France durchgeführten Flug im Anflug auf den Flughafen Princess Juliana International (Niederlande, Sint Maarten, Antillen). Alle 13 Insassen, beide Besatzungsmitglieder und 11 Passagiere, kamen ums Leben.
Am 5. Februar 1973 kam es zu einem Unfall einer DHC-6-200 der finnischen Karair (OH-KOA) bei Pudasjärvi (Finnland). Bei der auf dem Flughafen Oulu gestarteten Maschine kam es auf dem Weg nach Kuusamo zu einem plötzlichen Ausfall des Triebwerks Nr. 2 (rechts). Aufgrund der im Sinkflug angetroffenen schweren Vereisungsbedingungen war es mit nur einem Triebwerk nicht möglich, die Höhe zu halten. Während der Kapitän versuchte, einen Landeplatz zu finden und Schwierigkeiten hatte, das Flugzeug zu steuern, prallte das Flugzeug in einem sumpfigen, waldarmen Gebiet 5 km nördlich von Iinattijarvi (90 Kilometer nordöstlich vom Startflughafen) gegen Bäume und schlug auf dem Boden auf. Alle 18 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 15 Passagiere, überlebten den Totalschaden.
Am 28. Februar 1973 verunglückte eine DHC-6-100 der indonesischen Merpati Nusantara Airlines (PK-NUC) 45 Kilometer östlich des Flughafens Nabire (Indonesien), von dem sie gestartet war. Alle 13 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 10 Passagiere, kamen ums Leben. Das Wrack wurde erst am 4. März gefunden.
Am 28. Januar 1974 wurde eine DHC-6-300 der kanadischen Bradley Air Services (CF-DIJ) bei einem Hangarbrand auf dem Flughafen Ottawa/Carp (Ontario, Kanada) zerstört. Es befanden sich keine Personen an Bord. Ebenfalls durch den Brand zerstört wurde die Douglas DC-3/C-47B CF-TVK derselben Gesellschaft.
Am 9. September 1974 wurde eine DHC-6-100 der Luftstreitkräfte Chiles (FACh 941) im Anflug auf den Flughafen Puerto Montt El Tepual (Chile) bei schlechter Sicht gegen Bäume geflogen und stürzte ab. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden von den 6 Insassen 5 getötet, zwei Besatzungsmitglieder und alle 3 Passagiere.
Am 5. Januar 1975 wurde eine DHC-6-200 des Argentinischen Heeres (AE-259) in einer Höhe von etwa 2000 Metern nahe La Angostura bei widrigem Wetter gegen eine Bergflanke geflogen. Die Maschine war auf einem Aufklärungsflug vom und zum Flugplatz Tucuman (Argentinien), um Erkenntnisse über Rebellen zu gewinnen. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 13 Insassen getötet, drei Besatzungsmitglieder und 10 Passagiere.
Am 9. Januar 1975 kollidierte eine DHC-6-100 der US-amerikanischen Golden West Airlines (N6383) im Anflug auf den Flughafen Los Angeles bei Whittier (Kalifornien, USA) mit einer Cessna 150 der CessnAir Aviation (N11421). Alle 12 Insassen, beide Piloten und 10 Passagiere, kamen ums Leben, ebenso wie die beiden Insassen der Cessna 150.
Am 18. März 1975 stürzte die DHC-6-100 ST-ADB der Sudan Airways bei Singa im Dinder-Nationalpark ab. Ein Passagier überlebte, die anderen fünf Insassen wurden getötet. Die Maschine wurde zerstört.Unfallbericht DHC-6 ST-ADB, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. Juni 2016.
Am 30. September 1975 wurde eine DHC-6-200 Twin Otter der kanadischen Northern Thunderbird Air (CF-MHU) bei Kluatantan (British Columbia, Kanada) gegen einen Bergkamm geflogen und stürzte ab. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 7 Insassen getötet, beide Besatzungsmitglieder und 5 Passagiere.
Am 3. Mai 1976 fiel an einer DHC-6-300 des kanadischen Herstellers de Havilland Canada (C-GDHA) während des Starts vom Flugplatz Monze (Sambia) das Triebwerk Nr. 2 (rechts) aus. Die Maschine sank und schlug 1000 Meter vom Startbahnende im Gelände auf. Sie war zu einem Vorführflug gestartet. Alle 11 Insassen, ein Besatzungsmitglied und 10 Passagiere, kamen ums Leben.
Am 22. September 1976 wurde eine DHC-6-100 der kanadischen Airwest Airlines (C-FAWF) nach dem Start vom Wasserflugplatz Bella Bella/Shearwater (British Columbia, Kanada) beim Steigflugverfahren aus einem engen Tal heraus in eine Baumgruppe geflogen, um einen bevorstehenden Strömungsabriss zu verhindern. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurde von den 19 Insassen 1 Passagier getötet.
Am 14. Januar 1977 wurde eine DHC-6-300 der kanadischen Northern Thunderbird Air (C-GNTB) unterwegs vom Flughafen Prince George im Anflug auf den Flughafen Terrace-Kitimat während eines Schneesturms in einen Hügel geflogen. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 12 Insassen getötet, drei Besatzungsmitglieder und 9 Passagiere.
Am 29. März 1977 befand sich eine DHC-6-300 der indonesischen Merpati Nusantara Airlines (PK-NUP) im Sinkflug von 9000 auf 5000 Fuß, als der Kapitän am Bainaha Valley plötzlich einen Berg direkt vor sich sah. Er gab Vollgas und ging in einen steilen Steigflug über, was jedoch zum Strömungsabriss und Absturz in eine Baumgruppe führte. Die Maschine befand sich auf einem Inlandsflug von Palu nach Tolitoli (Indonesien). Von den 23 Insassen kamen 13 ums Leben, zwei Besatzungsmitglieder und 11 Passagiere.
Am 7. August 1977 wurde eine DHC-6-200 der argentinischen Líneas Aéreas del Estado (LADE) (T-87) 18 Kilometer nordöstlich des Flugplatzes El Bolson (Argentinien) ins Gelände geflogen. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 6 Insassen getötet, vier Besatzungsmitglieder und 2 Passagiere. Das Wrack wurde erst nach vier Tagen gefunden.
Am 6. September 1977 wurde eine DHC-6-200 der US-amerikanischen Alaska Aeronautical Industries (N563MA) in einer Höhe von 7000 Fuß (2130 Metern) gegen die Südwestflanke des Mount Iliamna (Alaska, USA) geflogen, da die Piloten nicht die verfügbaren Navigationshilfen genutzt hatten. Die Kollision erfolgte nach dem Start vom Flughafen Iliamna, als die Piloten unter Instrumentenflugbedingungen weiterflogen. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 13 Insassen getötet, beide Besatzungsmitglieder und 11 Passagiere.
Am 8. September 1977 kollidierte eine DHC-6-300 der Burma Airways (XY-AEH) mit dem Berg Loi Hsam Hsao. Die Maschine befand sich auf dem Flug von Mong Hsat nach Keng Tung. Alle 25 Insassen, 3 Besatzungsmitglieder und 22 Passagiere, wurden getötet.Unfallbericht DHC-6 XY-AEH, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. Oktober 2019.
Am 21. Dezember 1977 stürzte eine DHC-6 Twin Otter 300 der kanadischen Kenn Borek Air (C-FABW) im Landeanflug auf den Flughafen von Nanisivik (Nordwest-Territorien) ab, nachdem die Besatzung die Kontrolle über die Maschine verloren hatte. Alle acht Insassen starben.