Golden Globe Race ist der Name von vier Segelwettbewerben für Einhandsegler nonstop um die Welt. Die erste Wettfahrt wurde durch die britische Sunday Times ausgeschrieben. Der Gewinner Robin Knox-Johnston war damit der erste Segler, der allein und ohne Zwischenaufenthalt die Welt umrundete. 2018, zum 50. Jubiläum dieser Wettfahrt, sowie 2022 und 2026 wurden drei weitere Segelregatten unter diesem Namen durchgeführt.

Sunday Times Golden Globe Race mini|Die Route des Golden Globe Race Nach der erfolgreichen Einhand-Weltumsegelung von Sir Francis Chichester von August 1966 bis Mai 1967 mit der Ketsch Gipsy Moth IV versuchte die Londoner Sunday Times, die über Chichesters Reise ausführlich berichtet hatte, die in Großbritannien aufgekommene Begeisterung für die Seefahrt publizistisch zu nutzen. Da Chichester während seiner Fahrt einen Stopp in Australien eingelegt hatte, verblieb die erste Nonstop-Einhand-Weltumsegelung als noch zu erreichendes Ziel. Die Zeitung stiftete am 17. März 1968 eine Trophäe, den Golden Globe, für den Einhandsegler, der zwischen dem 1. Juni und dem 31. Oktober 1968 von einem beliebigen Hafen auf den britischen Inseln zu einer Nonstop-Weltumsegelung starten und als erster zurückkehren würde. Ein weiterer Preis von 5000 Pfund (nach heutiger Kaufkraft etwa Euro) wurde für die schnellste Weltumsegelung ausgesetzt. Das Rennen war für jedermann offen, ein Nachweis seemännischer Kenntnisse wurde nicht gefordert.

Die neun Teilnehmer in der Reihenfolge ihres Starts mit ihren Startorten waren John Ridgway (1. Juni 1968, Inishmore), Chay Blyth (8. Juni 1968, Hamble-le-Rice), Robin Knox-Johnston (14. Juni 1968, Falmouth), Bernard Moitessier (21. August 1968, Plymouth), Loïck Fougeron (21. August 1968, Plymouth), Bill King (24. August 1968, Plymouth) und Nigel Tetley (16. September 1968, Plymouth). Am letztmöglichen Tag, dem 31. Oktober 1968, starteten Alex Carozzo (von Cowes) und Donald Crowhurst, dessen Fahrt in Teignmouth begann. Tetley und Crowhurst segelten mit Trimaranen.

Verlauf des Rennens Ridgway, Blyth, Fougeron, King und Carozzo wurden nach und nach durch Sturmschäden oder Krankheit zum Aufgeben gezwungen und der deutlich in Führung liegende Moitessier entschied sich, nachdem er Kap Hoorn bereits passiert hatte, sich nicht kommerziell vereinnahmen zu lassen, das Rennen abzubrechen und nach Tahiti weiterzusegeln.

Donald Crowhurst wurde im Verlauf der Regatta klar, dass sein Boot viel langsamer als gedacht und nur begrenzt seetüchtig war und er keine Chance haben würde, die weite Strecke zurückzulegen. Er beschloss daher, im Atlantik zu bleiben, zu einem passenden Zeitpunkt Richtung Heimat aufzubrechen und so eine vollständige Weltumrundung vorzutäuschen.

Robin Knox-Johnston traf am 22. April 1969 als erster Teilnehmer wieder in Großbritannien ein. Ihm wurde ein triumphaler Empfang zuteil. Tetley, neben Crowhurst letzter verbliebener Segler, erlitt am 21. Mai 1969 nahe den Azoren mit seinem Trimaran Schiffbruch. Crowhurst, der in der Zwischenzeit fürchten musste, dass seine vorgetäuschte Weltumsegelung entlarvt würde, versank in geistiger Umnachtung und beging vermutlich Suizid. Sein Boot wurde am 10. Juli 1969 von dem britischen Postschiff Picardy im Nordatlantik unbeschädigt, aber leer entdeckt.

Robin Knox-Johnston stiftete den Preis von 5000 Pfund für die schnellste Nonstop-Einhand-Weltumsegelung, der ihm nun ebenfalls zuerkannt wurde, für Crowhursts Witwe und dessen Kinder.

Ergebnis NameNationalitätBootStartAnkunftErgebnis Robin Knox-Johnston Suhaili, Ketsch 9,8 m 14. Juni 1968Falmouth 22. April 1969Falmouthgewonnen in 312 TageNigel Tetley Victress, Trimaran 6,7 m 16. September 1968Plymouth 21. Mai 1969Nordatlantik gesunken und gerettetDonald Crowhurst Teignmouth Electron Trimaran 12 m 31. Oktober 1968Teignmouth 1. Juli 1969Nordatlantik SuizidBernard Moitessier Joshua Ketsch 12 m 22. August 1968Plymouth 21. Juni 1969Tahiti aufgegebenLoïck Fougeron Captain Browne Gaffelkutter 9,1 m 22. August 1968Plymouth 27. November 1968St. Helena aufgegebenBill King Galway Blazer II Dschunken-Schoner 13 m 24. August 1968Plymouth 22. November 1968Kapstadt aufgegebenAlex Carozzo Gancia Americano Ketch 20 m 31. Oktober 1968Cowes 14. November 1968Porto aufgegebenChay Blyth Dytiscus III Kingfisher Slup 9,1 m 8. Juni 1968Hamble 17. September 1968East London aufgegebenJohn Ridgway English Rose IV Westerly Slup 9,1 m 1. Juni 1968Árainn 21. Juli 1968Recife aufgegeben

2018 Golden Globe Race Zum 50-jährigen Jubiläum des Sunday Times Golden Globe Race wurde ein zweites Rennen durchgeführt, das 2018 Golden Globe Race. Dabei sollte bewusst auf Boote mit moderner Technik verzichtet werden. Solche Ausrüstung konnten die Teilnehmer nur für den Notfall mitführen, z. B. Geräte für die Satellitennavigation. Als Preis wurde eine Summe von 115.000 Pfund Sterling ausgeschrieben, unter der Bedingung, dass der Sieger vor dem 22. April 2019 den Zielhafen erreichte, dem 50-jährigen Jubiläum der Ankunft des Siegers im ersten Rennen. Der Wettbewerb hatte folgende Regeln: Konstruktionsjahr der Boote vor 1988 als Langkieler mit 32 bis 36 Fuß Gesamtlänge Die Skipper mussten als Erfahrung mindestens 8000 Seemeilen Hochseesegeln nachweisen, davon 2000 Seemeilen als Einhandsegler Benutzte jemand nicht erlaubtes Gerät oder musste einen Hafen anlaufen, so konnte er den Preis nicht mehr gewinnen, den Wettbewerb aber in der Chichester Class abschließen.

Ergebnis Am 1. Juli 2018 starteten 17 Teilnehmer von Les Sables-d’Olonne an der französischen Atlantikküste. Jean-Luc Van Den Heede gewann die Hochseeregatta in 212 Tagen. Von den 17 gestarteten Teilnehmern erreichten fünf das Ziel. NameNationalitätBootAnkunftErgebnis Jean-Luc Van Den Heede Matmut, Rustler 36 29. Januar 2019 gewonnenMark Slats Ohpen Maverick, Rustler 36 31. Januar 2019 erfolgreich beendetUku Randmaa One and All, Rustler 36 10. März 2019 erfolgreich beendetIstvan Kopar Puffin, Tradewind 35 21. März 2019 erfolgreich beendetTapio Lehtinen Asteria, Gaia 36 19. Mai 2019 erfolgreich beendetIgor Zaretskiy Esmeralda, Endurance 35 18. Dezember 2018Albany aufgegebenMark John Sinclair Coconut, Lello 34 12. Dezember 2018Adelaide aufgegebenSusie Goodall DHL Starlight, Rustler 36 5. Dezember 2018 Mastbruch und gerettet aus SeenotLoïc Lepage Laaland, Nicholson 32 21. Oktober 2018 aufgegeben nach MastbruchGregor McGuckin Hanley Energy Endurance, Biscay 36 24. September 2018 aufgegeben nach MastbruchAbhilash Tomy Thuriya, Nachbau der Suhaili 24. September 2018 aufgegeben nach MastbruchAre Wiig Olleanna, OE 32 27. August 2018 aufgegeben nach Durchkentern und MastbruchPhilippe Péché PRB, Rustler 36 25. August 2018Kapstadt aufgegebenAntoine Cousot Métier Intérim, Biscay 36 24. August 2018 aufgegebenNabil Amra Liberty II, Biscay 36 17. Juli 2018Teneriffa aufgegebenKevin Farebrother Sagarmatha, Tradwind 35 15. Juli 2018 aufgegebenErtan Beskardes Lazy Otter, Rustler 36 5. Juli 2018A Coruña aufgegebenFrancesco Cappelletti 007, Endurance 35 nicht gestartet

2022 Golden Globe Race Am 4. September 2022 begann erneut ein Golden Globe Race mit ähnlichen Beschränkungen wie bei der Regatta von 2018. Kirsten Neuschafer erreichte nach 235 Tagen das Ziel in Les Sables-d’Olonne und ist damit die erste Frau überhaupt, die eine Solo-Hochseeregatta rund um den Globus gewinnen konnte. Von 15 gestarteten Seglern schafften drei eine Nonstop-Weltumsegelung, weitere zwei umrundeten den Globus mit einem Zwischenstopp.

Ergebnis NameNationalitätBootAnkunftErgebnisKirsten Neuschäfer Minnehaha, Cape George Cutter, CG36 27. April 2023 gewonnenAbhilash Tomy Bayanat, Rustler 36 29. April 2023 erfolgreich beendetMichael Guggenberger Nuri, Biscay 36 12. Mai 2023 erfolgreich beendetSimon Curwen Clara, Biscay 36 27. April 2023 erfolgreich beendet in Chichester-Klasse (nach Reparatur der Windsteueranlage in Puerto Montt)Jeremy Bagshaw Olleanna, OE32 9. Juni 2023 erfolgreich beendet in Chichester-Klasse (nach Befreiung des Rumpfs von Rankenfußkrebsen in Hobart)Ian Herbert-Jones Puffin, Tradewind 35 11. April 2023Südatlantik östlich der Falklandinseln aufgegeben nach Mastbruch und gerettet aus SeenotGuy Waites Sagarmatha, Tradewind 35 10. Februar 2023Hobart beendet nach 287 Tagen, außerhalb der Wertung nach 2 Reparaturen.Elliott Smith Second Wind, GaleForce 34 19. Januar 2023Perth aufgegeben nach BugsprietbruchArnaud Gaist Feï of Shanghaï, Barbican 33 MKII (Langkielversion) 2. Dezember 2022 aufgegebenTapio Lehtinen Asteria, Gaia 36 18. November 2022Südindischer Ozean Asteria gesunken, gerettet von Kirsten NeuschäferErtan Beskardes Lazy Otter, Rustler 36 16. November 2022Kapstadt aufgegebenDamien Guillou PRB, Rustler 36 14. November 2022Kapstadt aufgegebenPat Lawless Green Rebel, Saltram Saga 36 9. November 2022Kapstadt aufgegebenMark Sinclair Coconut, Lello 34 23. September 2022Lanzarote aufgegebenGuy deBoer Spirit, Tashiba 36 18. September 2022 aufgegeben,nördlich Fuerteventura auf Felsen aufgelaufenEdward Walentynowicz Noah's Jest, Rustler 36 nicht gestartet

2026 Golden Globe Race Am 6. September 2026 begann die Neuauflage das McIntyre Golden Globe Race. Von Les Sables d’Olonne aus starteten 16 Boote und ihre Skipper, um in ungefähr sieben Monaten die Welt zu umsegeln.

Startliste NameNationalitätBootAnkunftErgebnisErtan Beskardes Miss Beagle, Rustler 36 Guy deBoer Spirit, Tashiba 36 Guido Cantini Hannah of Cowes, Vancouver 34 Gunnar Christensen Pompoen, Hans Christian 34 Damien Guillou Solarem, Rustler 36 Louis Kerdelhué IE Charge, Biscay 36 Helga Marie (Mara) Løvenskiold Kveseth Showgirl, Saltram Saga 36 Pat Lawless Silvermines Hydro, Saltram Saga 36 Andrea Lodolo BiBi, Rustler 36 Etienne Messikommer Bernard, Etienne Messikommer-69 Pär Nyman Lazy Otter, Rustler 36 Daniel Pinsky Exodus, Baba 35 Isa Rosli Olleanna, OE 32 Matt Woodside Tipi Haere, Cape George 36 Henry Wootton Privateer, Cape George 36 Selim Yalcin Help Disabled Children, Endurance 35

Literatur Sunday Times Golden Globe Race

Weblinks Golden Globe Race (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Segelwettbewerb Kategorie:Weltumseglung Kategorie:Erstveranstaltung 1968