Die Messe in Es-Dur Cantus Missae (op. 109) (vollständige Bezeichnung Cantus Missae ex octo modulatione vocum concinnatus) ist eine Messvertonung für Doppelchor (SATB/SATB) a cappella von Josef Rheinberger. Er komponierte sie zwischen dem 13. und dem 18. Januar 1878, wobei Credo, Sanctus und Benedictus an einem einzigen Tag entstanden.Siegfried Gmeinwieser: Josef Rheinberger und die Münchner Hofkapelle, in: Josef Rheinberger – Werk und Wirkung. Bericht über das Internationale Symposium anlässlich des 100. Todestages des Komponisten, veranstaltet von der Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte und dem Institut für Musikwissenschaft der Universität München, München, 23.-25.11.2001 (Münchner Veröffentlichungen zur Musikgeschichte, Bd. 62), Hans Schneider Verlag, Tutzing 2004, ISBN 978-3-7952-1175-2, S. 256 Am 20. Februar widmete Rheinberger das Werk dem neu gewählten Papst Leo XIII., J. G. Rheinberger-Archiv, Vaduz Am Neujahrstag 1879 wurde die Messe in der Allerheiligen-Hofkirche in München erstmals aufgeführt, zusammen mit Rheinbergers vierstimmigem Offertorium Tui sunt coeli.Siegfried Gmeinwieser: Josef Rheinberger und die Münchner Hofkapelle, in: Josef Rheinberger – Werk und Wirkung. Bericht über das Internationale Symposium anlässlich des 100. Todestages des Komponisten, veranstaltet von der Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte und dem Institut für Musikwissenschaft der Universität München, München, 23.-25.11.2001 (Münchner Veröffentlichungen zur Musikgeschichte, Bd. 62), Hans Schneider Verlag, Tutzing 2004, ISBN 978-3-7952-1175-2, S. 249 Die Erstausgabe erschien 1879 im Musikverlag Josef Aibl in München.Eintrag in: Musikalisch-literarischer Monatsbericht für das Jahr 1879, Nr. 7 (Juli), Friedrich Hofmeister Musikverlag, Leipzig, S. 215
Aufbau Die Messe Es-Dur op. 109 ist Rheinbergers einzige doppelchörige Messkomposition. Eine vollständige Aufführung dauert etwa 24 Minuten. Die Satzfolge lautet:
Kyrie (Moderato) Gloria (Allegro moderato) Credo (Moderato) Sanctus (Lento) Benedictus (Andantino) Agnus Dei (Lento)
Der Werkaufbau folgt dem Ordinarium, wobei die Worte Gloria in excelsis Deo und Credo in unum Deum auskomponiert sind (erstere für achtstimmigen Chor, letztere für Bass unisono).
Rezeption Rheinbergers Schüler Joseph Renner jun. schrieb über die Messe op. 109, sie sei „wohl die bedeutendste achtstimmige Messe der neueren Zeit“ und bilde „den Höhepunkt unter den a capella geschriebenen Werken Rheinbergers“.
Der Musikhistoriker Otto Ursprung (1879–1960) bezeichnete das Werk als „die schönste reine Vokalmesse des 19. Jahrhunderts“.Otto Ursprung: Die Katholische Kirchenmusik in: Ernst Bücken (Hrsg.): Handbuch der Musikwissenschaft, Potsdam 1931, S. 274
Der Musikwissenschaftler Peter Büssers bescheinigte der Messe „eine stets eingängige und gesangliche, von der Gregorianik herrührende, teils liedhafte Melodik kombiniert mit allen kompositorischen Errungenschaften der Spätromantik“ und meinte, das Ganze erinnere „an einen im 19. Jahrhundert komponierenden Palestrina“.Peter Büssers: Romantische Achtstimmigkeit aus Freiburg auf www.klassik.com, 18. Oktober 2010
Papst Leo XIII. zeichnete Rheinberger im Juli 1879 für seine Komposition mit dem Gregoriusorden aus.
Diskographie (Auswahl) Kammerchor Stuttgart (Leitung: Frieder Bernius), Carus-Verlag, Stuttgart 1989 Choir of Gonville and Caius College, Cambridge (Leitung: Geoffrey Webber), Universal Music, 1997 / 2015 St Albans Cathedral Choir (Leitung: Andrew Lucas), Lammas, 2007 Camerata Vocale Freiburg (Leitung: Winfried Toll), Ars Metalli (Membran), 2012
Literatur Josef Gabriel Rheinberger: Missa in Es - Cantus Missae op. 109, Carus Verlag, Stuttgart 1981, CV 50.109
Weblinks Eintrag bei www.klassika.info
Einzelnachweise
Kategorie:Werk von Josef Gabriel Rheinberger Kategorie:Messe (Musik) Kategorie:Chorwerk aus dem 19. Jahrhundert Kategorie:Musik 1878