Die Neue Münchner Künstlergenossenschaft (NM) wurde 1946 durch Eduard Aigner und Carl Theodor Protzen als Nachfolger der seit 1868 bestehenden Münchner Künstlergenossenschaft (MKG) gegründet und trägt seit einer Gerichtsentscheidung aus dem Jahr 1951 ihren jetzigen Namen.

Vereinsziele und -aufgaben Die Neue Münchner Künstlergenossenschaft e.V. (NM) ist ein Münchner Verein bildender Künstle mit derzeit über 80 Mitgliedern aus der Metropolregion München und dem gesamten deutschsprachigen Raum. Sie arbeiten in den verschiedensten Kunstdisziplinen und vertreten eine Vielfalt künstlerischer Positionen. Zu den vorrangigen Aufgaben der NM zählen - heute wie zur Zeit ihrer Gründung - die gemeinschaftliche Vertretung der Interessen ihrer Mitglieder, die gegenseitige Unterstützung der Mitglieder sowie die Förderung und Organisation von Ausstellungen.

Geschichte

Vorgeschichte

Ziel war es, den Mitgliedern eine breite Ausstellungstätigkeit nicht nur in München zu ermöglichen. Die stilistische Richtung wurde als Münchner Schule weltbekannt. Anfang der 1890er Jahre hatte die Genossenschaft über 900 Mitglieder,Georg Jacob Wolf: Sechzig Jahre Münchner Künstlergenossenschaft. In: Das Bayerland. XXXIX, 2. Mai-Heft (1928), S. 300. doch 1892 traten knapp hundert Mitglieder aus, darunter Franz von Stuck, Lovis Corinth und Max Liebermann. Sie gründeten den Verein bildender Künstler München, Secession. Am 3. Juli 1893 fand die Grundsteinlegung zum Münchner Künstlerhaus statt. 1896 wurde Franz von Lenbach Präsident der MKG und verhalf ihr dadurch aus einer Krise, die fast zum Bruch innerhalb der MKG geführt hatte. 1900 war die feierliche Einweihung des Münchner Künstlerhauses, in dem die MKG bereits ihre Büroräume bezogen hatte.

Ab 1901 war Hans von Petersen Präsident der Künstlergenossenschaft. 1915 wurde Karl Marr und 1926 Fritz Behn Präsident der MKG. 1927 übernahm Eugen Hönig dieses Amt. Am 6. Juni 1931 brannte der Münchner Glaspalast nieder. Bis 1933 fanden deshalb die Jahresausstellungen im Deutschen Museum statt, ab 1933 unter dem MKG-Präsidenten Walter von Ruckteschell in der Neuen Pinakothek. Die finanziellen Verluste durch den Glaspalastbrand waren für die MKG enorm; sie wandte sich daher an Hitler persönlich und bat um Unterstützung. Hitler bewilligte bis zum November 1934 eine Zuwendung von 33.000 RM, angeblich aus seinem Privatvermögen.Bundesarchiv BArch R/43 II/1249, diverse Schreiben.

Die Ausstellung Münchner Künstler in Berlin und Berliner Künstler in München sorgte 1935 für einen Skandal, da sich Ruckteschell weigerte, zahlreiche Arbeiten, die als „entartet“ gelten, abzuhängen. Dafür wurde er von der Reichskammer der Bildenden Künste des Amtes enthoben und Paul Rosner neuer Präsident. 1939 wurde die MKG aufgelöst und in die Reichskunstkammer integriert; dabei wurden Grundbesitz, Barvermögen und eine wertvolle Grafiksammlung beschlagnahmt.

Wiedergründung und Streit um die „wahre MKG“ Im Juni 1946 genehmigte die amerikanische Militärregierung mehreren Münchner Malern um Eduard Aigner und Carl Theodor Protzen die Neugründung der MKG. Eine Gruppe um Constantin Gerhardinger ließ den Verein im Oktober 1948 jedoch erneut eintragen. Das Bayerische Kultusministerium machte nach Vermittlungsversuchen darauf aufmerksam, dass der Streit um die „wahre MKG“ nur durch einen Zivilprozess beendet werden könne.

Erst durch den Zivilprozess wurde im Januar 1951 entschieden, dass Gerhardingers Verein den alten Namen Münchener Künstlergenossenschaft königlich privilegiert 1868 tragen durfte. In der Folge stellten Gerhardingers nun wieder etablierte MKG und die „Neue Münchner Künstlergenossenschaft“ von Aigner/Protzen weiterhin nacheinander statt miteinander im umbenannten Haus der Kunst in München aus.

Die „Neue Münchner Künstlergenossenschaft“ Die Gruppe um Aigner und Protzen fungiert seit dem Gerichtsentscheid unter dem Namen Neue Münchner Künstlergenossenschaft (NM); sie hatte bereits 1947 eine Ausstellung in den Räumen der Städtischen Galerie im Lenbachhaus abgehalten. Neue Münchner Künstlergenossenschaft, abgerufen am 15. November 2019. 1949 waren Aigner und Protzen Mitbegründer der Ausstellungsleitung des Hauses der Kunst, der auch Vertreter der wiedergegründeten Münchener Secession und der Neuen Gruppe angehörten. Die NM zeigte sich seinerzeit offen für alle modernen, damals zeitgenössischen Bereiche der Bildenden Kunst, insbesondere für alle Kunstströmungen, die während der NS-Zeit unterdrückt und verfolgt worden waren.

Die Mitglieder der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft (NM) engagierten sich von 1949 bis 2011 in der Ausstellungsleitung der GKA (heute Künstlerverbund) für die jährlich stattfindende „Große Kunstausstellung“ im Haus der Kunst.

Unter anderem konzipierte und realisierte die NM die Große Kunstausstellung 2006 mit dem Titel „through the looking glass“ und 2009 die Große Kunstausstellung „was uns antreibt“.

Eine Jubiläumsausstellung der NM fand 2019 im Künstlerhaus am Lenbachplatz in München statt.

Bekannte Mitglieder der NM

Eduard Aigner Carl Theodor Protzen Henny Protzen-Kundmüller Eva Ruhland Charlotte Dietrich Klaus von Gaffron Martin Mayer Franz Ferdinand Wörle Manfred Mayerle Andreas Kühne

Literatur

Andrea Grösslein: Die internationalen Kunstausstellungen der Münchner Künstlergenossenschaft im Glaspalast in München von 1869 bis 1888. (= Miscellanea Bavarica Monacensia. Band 137). Uni-Dr., München 1987, ISBN 3-87821-221-6 (Zugleich: Dissertation, Universität Würzburg 1986). Charlotte Mosebach: Geschichte Münchener Künstlergenossenschaft königlich privilegiert 1868. MKG1868, München 2014, ISBN 978-3-00-044941-3.

Weblinks

Website Neue Münchner Künstlergenossenschaft Die Münchner Künstlergenossenschaft in der Nachkriegszeit., in: Weblog des Deutschen Historischen Museums.

Einzelnachweise

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