Der Propstsprengel Eisenach-Erfurt war eine Untergliederung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. In den insgesamt fünf Propstsprengeln, auch Sprengel oder Propsteien genannt, waren mehrere Kirchenkreise zu einem gemeinsamen Aufsichtsbezirk zusammengefasst, dem ein Propst vorstand; es gab aber keine gemeinsame Verwaltung und auch keine Synode wie auf der Ebene der Kirchenkreise.

Gebiet und Gliederung Das Gebiet des Propstsprengels umfasste das westliche und nordwestliche Thüringen. Er bestand aus folgenden Kirchenkreisen: Bad Frankenhausen-Sondershausen Eisenach-Gerstungen Erfurt Gotha Mühlhausen Südharz Waltershausen-Ohrdruf

Bei seiner Gründung umfasste der Propstsprengel auch den Kirchenkreis Sömmerda. Als dieser sich 2010 mit dem Kirchenkreis Eisleben zusammenschloss, der zum Propstsprengel Halle-Wittenberg gehörte, wechselte das Gebiet in jenen Propstsprengel.

Geschichte Der Propstsprengel war einer von zweien der EKM, in denen Kirchenkreise aus beiden Vorgängerkirchen zusammengefasst waren.

Die Vorläufige Kirchenleitung der damals noch zur Evangelischen Kirche der altpreußischen Union gehörenden Kirchenprovinz Sachsen beschloss im Januar 1946, die drei Generalsuperintendenturen als Aufsichtsbezirke durch sieben Propsteien (1947 kam eine achte dazu) zu ersetzen.Carsten Nicolaisen, Ruth Pabst: Handbuch der deutschen evangelischen Kirchen 1918 bis 1949. Organe – Ämter – Verbände – Personen. Band 2: Landes- und Provinzialkirchen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017, ISBN 978-3-647-55794-6, S. 248. Im Regierungsbezirk Erfurt waren dies die Propsteien Erfurt (mit dem Gebiet der heutigen Kirchenkreise Erfurt und Henneberger Land sowie dem Südteil des heutigen Kirchenkreises Eisleben-Sömmerda) und Südharz (mit Sitz in Nordhausen und dem Gebiet der heutigen Kirchenkreise Mühlhausen und Südharz). Die beiden Propsteien wurden 1994 zur Propstei Erfurt-Nordhausen vereint.

Auch in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen wurden 1946 vier Aufsichtsbezirke gebildet, für die Oberkirchenräte aus dem Landeskirchenamt als Visitatoren beauftragt wurden. Es waren die Aufsichtsbezirke Ost (mit Sitz in Gera), Mitte (mit Sitz in Weimar), West (mit Sitz in Gotha) und Süd (mit Sitz in Meiningen). Der Aufsichtsbezirk Mitte wurde 1998 aufgelöst und sein Gebiet auf die drei anderen Aufsichtsbezirke aufgeteilt. Seitdem gehörten zum Aufsichtsbezirk West die Kirchenkreise Apolda-Buttstädt, Bad Frankenhausen-Sondershausen, Eisenach-Gerstungen, Gotha, Waltershausen-Ohrdruf und Weimar.

Der Propstsprengel Eisenach-Erfurt wurde provisorisch zum 1. April 2009 und endgültig zum 1. Januar 2013 durch Zusammenlegung der Propstei Erfurt-Nordhausen mit vier Kirchenkreisen des thüringischen Aufsichtsbezirks West gebildet. Er hatte seinen Sitz in Eisenach. Propst (Regionalbischof) war zuletzt Christian Stawenow.

Zum 1. Januar 2022 wurde der Propstsprengel mit den Propstsprengeln Gera-Weimar und Meiningen-Suhl zum Bischofssprengel Erfurt vereinigt.Bischofssprengel Erfurt auf der Website der EKM.

Pröpste bzw. Visitatoren Erfurt 1946–1948: Gerhard Gloege 1948–1950: Gottfried Hein 1950–1973: Walter Verwiebe 1973–1994: Heino Falcke

Südharz 1946–1956: Fritz Führ 1956–1975: Johannes HoffmannJohannes Hoffmann – NordhausenWiki, abgerufen am 18. März 2023. 1975–1985: Rolf Stubbe 1986–1994: Joachim Jaeger

Erfurt-Nordhausen 1994–2000: Joachim Jaeger 2000–2010: Elfriede Begrich

Aufsichtsbezirk West 1946–1963: Oskar Ziegner 1963–1975: Hans Kühlke 1975–1988: Walter Saft 1988–1998: Burkhard Schröter 1998–2000: Peter Zimmermann (zuvor Visitator des Aufsichtsbezirk Mitte) 2000–2009: Reinhard Werneburg

Eisenach-Erfurt 2010–2013: Reinhard Werneburg 2013–2021: Christian Stawenow

Weblinks Propstsprengel Eisenach-Erfurt

Einzelnachweise

Eisenach-Erfurt Kategorie:Organisation (Eisenach) Kategorie:Christentum in Thüringen EisenachErfurt Kategorie:Aufgelöst 2021