mini|Flagge des Freien Segler-Verbandes ab 1926 Der Freie Segler-Verband (FSV) war seit seiner Gründung 1901 im Deutschen Kaiserreich für die Arbeiter-Seglervereine in Berlin und seit 1924 in ganz Deutschland der Verband für Arbeitersportvereine für das Segeln zuständig. 1933 erfolgte im Rahmen der Machtergreifung durch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei die Gleichschaltung der deutschen Segelverbände mit der Zwangsauflösung des Freien Segler-Verbands. Neben dem Deutschen Segler-Verband und dem Deutschen Segler-Bund war er einer der drei großen Seglerverbände nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland.
Geschichte Vorgeschichte: Berliner Wettsegel-Verband 1889–1892 Segelvereinen, die Personen aus einfachen Verhältnissen aufnahmen, und Arbeiter-Segelvereinen, war im Deutschen Kaiserreich die Mitgliedschaft und Teilnahme an Wettbewerben in einem „bürgerlichen“ Segelverband wie dem 1888 gegründeten Deutschen Segler-Verband verwehrt. Damit ergaben sich Probleme beim Erstellen von Regeln und der notwendigen Vermessung beim Regattasegeln.
Bereits 1889 gründete der proletarisch-kleinbürgerliche Verein Berliner Segler (VBS) zusammen mit dem bürgerlichen Berliner Yacht-Club (BYC) und dem ebenfalls bürgerlichen Zeuthener Segel-Verein (ZSV) den Berliner Wettsegel-Verband (BWV). Der BYC war hierzu aus dem erst 1888 gegründeten Deutschen Segler-Verband (DSV) ausgetreten. 1892 löste sich der Berliner Wettsegel-Verband wieder auf; der BYC fand zurück zum DSV.
Neugründung des Berliner Wettsegel-Verbandes 1901 1901 erfolgte die Neugründung des Berliner Wettsegel-Verbandes durch die Freie Vereinigung der Tourensegler Grünau (heute TSG 1898 und SC Brise) und den Segelclub Fraternitas. Ziel war es, einen regionalen Verband für die Organisationen von Segelregatten unter den Arbeitervereinen zu haben.
Erweiterung und Umbenennung in Freier Segler-Verband 1924 1924 wurde diese Aufgabe auf überregionale Vereine ausgedehnt und es erfolgte zu Beginn des Jahres eine Umbenennung in Freier Wettsegel-Verband, um wiederum am Ende des Jahres in Freier Segler-Verband umbenannt zu werden. Ab 1925 wurden Vereine aus ganz Deutschland aufgenommen und man wurde Mitglied der Zentralkommission für Sport und Körperpflege, eine Mitgliedschaft im Arbeiter-Turn- und Sportbund (ATSB) wurde aber abgelehnt.
Als Mitteilungsblatt gab der Freie Segler-Verband ab 1925 den Freien Segler heraus.
1931 gehörten zum FSV 42 Vereine als Mitglied mit 2663 Mitgliedern und 1465 Booten.
Auflösung 1933 Mit der Machtergreifung durch die NSDAP wurde im Jahre 1933 der Freie Segler-Verband zwangsweise aufgelöst. Die Mitgliedsvereine, teilweise unter Änderung des Namens, mussten Mitglied im Deutschen Segler-Verband oder Deutschen Segler-Bund werden. Damit gab es Anfang der 1930er-Jahre in Deutschland drei große Segelverbände. Neben dem Freien Segler-Verband und dem Deutschen Segler-Verband war es der ebenfalls 1934 durch die Nationalsozialisten aufgelöste Deutsche Segler-Bund. Der Deutsche Segler-Verband ist seitdem der einzige Dachverband für Segler in Deutschland.
Flagge mini|Flagge des Freien Segler-Verbandes bis 1926 Der FSV führte zunächst einen roten Ball auf weißem Grund als Verbandsflagge. Nachdem erste Yachten im FSV sich anschickten, die deutschen Hoheitsgewässer in Nord- und Ostsee zu verlassen, beschloss der 2. Seglertag 1926 die Verbandsflagge zur besseren Unterscheidbarkeit von der japanischen Handelsflagge dahingehend zu ändern, dass die Verbandsflagge nun einen roten Ball in einer weißen Raute vor rotem Hintergrund zeigte.
Mitgliedsvereine
Dem FSV gehörten als Mitgliedsvereine an:
Kreis Berlin – Gruppe Ost Segel-Club Aeoulus Freie Segler Krüpelsee Freie Segler Müggelsee (heute Seglergemeinschaft am Müggelsee)1933 in Fahrtensegler Müggelsee umbenannt; 1949 als Sportgemeinschaft Müggelsee neugegründet. Freie Vereinigung der Tourensegler Grünau 1898Ab 1933 Tourensegler Grünau 1898; seit 1990 Freie Vereinigung der Tourensegler Grünau. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Wassersport-Abteilung, Seglergruppe Köpenick Segel-Club 1898 (heute Segel-Club Brise 1898)Ab 1946 Sportgemeinschaft „Brise“. Segel-Club 1919 Stralau Segel-Club Fraternitas Segel-Club „Hansa“ Berlin-Oberschöneweide Segel-Club Wendenschloß (heute Segelgemeinschaft Wendenschloß)1949 neugegründet als Sektion Segeln der Bootswerft Engelbrecht, ab 1950 Betriebssportgemeinschaft Motor Grünau, Sektion Segeln, 1990 als Segelgemeinschaft Wendenschloß neugegründet. Segel-Club „Wiking“ (heute Abteilung des Polizei SV Berlin) Seglerverein Rahnsdorf Segler-Vereinigung Niederschöneweide Tourensegler ZeuthenAb 1933 Segler-Verein Miersdorf. Verein Berliner Jollensegler Wasser-Sport-Club Grünau Wassersport-Vereinigung 1929 Wassersport-Verein 1921 Wassersport-Verein Crossinsee1950 Sportgemeinschaft Crossinsee-Wernsdorf. Wassersport-Verein Welle 1928Ab 1933 Segel-Club Welle 1928. Wassersport-Verein „Ziegenhals“ NiederlehmeAb 1931 Segel-Verein Freiheit.
Kreis Berlin – Gruppe West Heiligenseer Segel-Club Freie Segler Joersfelde (heute Fahrtensegler Joersfelde) Wasser-Sport-Club Saatwinkel Freie Segler SaatwinkelAb 1933 Fahrtensegler Saatwinkel. Freie Segler Tegelort Freie Segler Wannsee (heute Verein Fahrtensegler Wannsee) Freie Turn- und Sportvereinigung von 1894 Nowawes, Wassersport-Abteilung1934 in Nowaweser Sportfreunde umbenannt. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Wassersport-Abteilung, Seglergruppe Tegel Segel-Club Weinmeisterhorn Segel-Club „Wiking“ Tegel Segler-Verein Stößensee Touren-Segler-Vereinigung Tegel Verein Spandauer Jollensegler Wander-Segler Pichelswerder (heute Segel-Club Pichelswerder) Segel-Club Freia Wassersport-Verein „Nordstern“ Spandau (heute Segel-Club Nordstern Spandau) Wassersport-Verein „Waldkater“ Tegel, Segelgruppe
Gruppe Niederelbe Bille-Wassersport-Verein Hamburg 19211934 verboten. Freier Wassersport-Verein „Elbe“ von 1931 Freie Segler Süderelbe Freie Segler Reiherstieg (heute Seglervereinigung Reiherstieg von 1926)1933 selbstaufgelöst, neugegründet als Seglervereinigung Reiherstieg Harburg Wilhelmsburg, inzwischen Seglervereinigung Reiherstieg von 1926. Wassersportverein „Nautilus“ Hamburg
Kreis Osten Freier Segel-Club Aeolus Danzig Freier Segler Verein „Luv“ ElbingAb 1933 Segler Verein „Luv“ Elbing; ab 1936 Segel-Club „Ostland“ Elbing. Freier Segler Verein „Undine“ Königsberg Wassersport-Club „Frei“ StettinAb 1933 Verein Stettiner Fahrtensegler.
Weitere Mitgliedsvereine Dresdner Segel-Verein 1931 Wassersport-Verein Mark Brandenburg–Erkner Freie Segler Brandenburg HavelAb 1933 Seglerverein „Helios“ Brandenburg/Havel. Freie Segler Kiel 1930 (heute Segler-Vereinigung Kiel)Ab 1933 Fahrten Segler Kiel; 1948 als Freie Segler Kiel neugegründet; inzwischen Segler-Vereinigung Kiel. Segel-Club Neue Schleuse Rathenow Freie Segler Rathenow1933 in Fahrtensegler Rathenow umbenannt. Wassersport-Verein Rathenow, Segel- und Motorbootabteilung Segel-Club „Havel“ Rathenow Freier Segel-Club Hemelingen Freier Wassersport Bremen, Segelabteilungen Lesum, Findorff-Woltmarshausen, Weser, Aumund, Ochtum-Delmenhorst und Grohn-Vegesack Segel-Club Nord-West Brandenburg (heute Segler-Club Nord-West 1908) Segler-Club Hansa von 1898 Segler-Verein Wakenitz Wassersport-Verein Verden Wassersport-Club „Sturmvogel“ Magdeburg-Süd-Ost
Darüber hinaus gehörten natürliche Personen dem FSV als Einzelmitglieder an (1930 gab es 78 Einzelmitglieder).
Literatur
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Segelverein aus Berlin Kategorie:Sportverband (Berlin) Kategorie:Ehemaliger Sportverband (Deutschland) Kategorie:Ehemaliger nationaler Sportverband (Deutschland) Kategorie:Seglerverband Segeln Kategorie:Verbandsgründung 1901 Kategorie:Aufgelöst 1933