Bronkow [] () ist eine Gemeinde im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg und Teil des Amtes Altdöbern.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde zählen die Ortsteile Lipten () und Lug (Ług) sowie die bewohnten Gemeindeteile Rutzkau (Cernjow) und Saadow (Žadow) und die Wohnplätze Amandusdorf und Forsthaus Lipten.Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Bronkow
Geschichte Ortsgeschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Bronkow erfolgte am 24. Januar 1495 als Proncko. Im Oktober 1527 tauchen die Ortsbezeichnungen Brancko und Brangko auf. Der aus dem Sorbischen stammende Ortsname wird als Siedlung eines Mannes mit dem Namen Bronek gedeutet. Bronkow wurde ursprünglich als Sackgassendorf angelegt.
Bronkow war bis mindestens 1531 im Besitz der Herren von Kalckreuth und später der Herren von Loeben. 1635 kamen das Markgraftum Niederlausitz und mit ihm das Dorf Bronkow an das Kurfürstentum Sachsen. Ab 1637 waren die Herren von Klitzing Besitzer von Bronkow. Im Jahr 1708 lebten im Ort ein Bauer, acht Kossäten und ein Büdner. 1710 kam das Dorfpatronat kurzzeitig wieder an die Herren von Loeben und danach an die Adelsfamilie von Britzke, die knapp über 100 Jahre lang im Besitz des Ortes blieben. 1723 lebten in Bronkow ein Bauer, acht Kossäten und fünf Büdner; im Jahr 1755 hatte das Dorf 210 Einwohner.Rudolf Lehmann (Hrsg.): Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz. Band 1: Die Kreise Luckau, Lübben und Calau. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2013, ISBN 978-3-941919-89-1, S. 257. Die bereits im 14. Jahrhundert errichtete Dorfkirche war eine Tochterkirche von Calau. Das Kurfürstentum Sachsen wurde 1806 zum Königreich erhoben.
Durch die Bestimmungen des Wiener Kongresses kam Bronkow zur Provinz Brandenburg im Königreich Preußen. Bei der Gebietsreform 1816 wurde der Ort dem Landkreis Calau im Regierungsbezirk Frankfurt zugeordnet. Etwa um 1828 kam Bronkow in den Besitz einer Familie Schütz, die den Ort bald an die Familie von Normann weiter veräußerte. 1846 hatte Bronkow 222 Einwohner, bei der Volkszählung am 1. Dezember 1871 wurden 240 Einwohner gezählt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Landgemeinde Bronkow 145 und der Gutsbezirk 104 Einwohner. Im Jahr 1928 wurden die Landgemeinde und der Gutsbezirk zusammengeschlossen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Bronkow Teil der Sowjetischen Besatzungszone, wo die Gemeinde zum Land Brandenburg gehörte. Am 1. Juli 1950 wurde der Landkreis Calau neu zugeschnitten und in Landkreis Senftenberg umbenannt. Bei der DDR-Kreisreform am 25. Juli 1952 wurde Bronkow dem neu gebildeten Kreis Calau zugeordnet. Nach der Wiedervereinigung lag Bronkow zunächst im Landkreis Calau in Brandenburg, wo sie sich im Jahr 1992 mit mehreren Gemeinden der Landkreise Calau und Senftenberg zum Amt Altdöbern zusammenschloss. Seit der Kreisreform in Brandenburg am 6. Dezember 1993 gehört Bronkow zum Landkreis Oberspreewald-Lausitz.
Eingemeindungen Am 1. Juli 1965 wurde Saadow nach Bronkow eingemeindet, die Eingemeindung von Rutzkau erfolgte am 1. Februar 1972. Im Zuge einer umfangreichen Gemeindegebietsreform im Land Brandenburg schlossen sich Bronkow und die Nachbargemeinden Lipten und Lug am 26. Oktober 2003 zu der neuen Gemeinde Bronkow zusammen.Bildung einer neuen Gemeinde Bronkow. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 26. April 2002. Amtsblatt für Brandenburg, 13. Jahrgang, Nummer 20, 15. Mai 2002, S. 518; brandenburg.de (PDF; 1,0 MB).Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberspreewald-Lausitz. (PDF) S. 34
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 258 1890 228 1910 272 1925 253 1933 254 1939 344 Jahr Einwohner 1946 379 1950 369 1964 270 1971 396 1981 422 1985 400 Jahr Einwohner 1990 414 1995 358 2000 391 2005 692 2010 628 2015 601 Jahr Einwohner 2020 569 2021 562 2022 542 2023 530 2024 527 2025 526
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberspreewald-Lausitz (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember) von 2011 bis 2021 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung der Gemeinde Bronkow besteht aus acht Mitgliedern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Wählergruppe Ergebnis2024 Sitze2024 Ergebnis2019 Sitze2019 Wählergruppe Bronkow 35,0 % 3 40,2 % 3 Wählergruppe Lug 21,5 % 2 20,4 % 2 Wählergruppe „Wir für Lipten!“ 21,4 % 2 15,4 % 1 Wählergruppe Saadow I 13,5 % 1 10,9 % 1 Einzelbewerber Stefan Müller 8,6 % – 9,2 % 1 Einzelbewerber Stefan Thalheim – – 3,9 % – Wahlbeteiligung 78,8 % 67,3 %
In den Ortsteilen Lipten und Lug sind zusätzlich gewählte Ortsbeiräte tätig.
Bürgermeister 1998–2003: Monika Meyer (Wählergruppe Bronkow) 2003–2008: Klaus-Herbert Häßler (Einzelbewerber), S. 27 2008–2014: Frank Albrecht (Wählergruppe Lipten), S. 10 2014–2024: Martina Möller (Wählergruppe Bronkow) seit 2024: Christian Pompsch (Wählergruppe Bronkow)
Pompsch wurde in der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidaten mit 79,5 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf JahrenBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1) gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024. Wahlleiter des Landes Brandenburg, abgerufen am 11. Juni 2024.
Sehenswürdigkeiten und Kultur mini|Dorfkirche Bronkow mini|Gefallenendenkmal In der Liste der Baudenkmale in Bronkow und in der Liste der Bodendenkmale in Bronkow stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmale.
Bei der Bronkower Dorfkirche handelt es sich um einen in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichteten frühgotischen Saalbau aus Back- und Feldsteinen. Ein bemerkenswertes Ausstattungsstück ist ein mit Wappen versehener Taufengel, der inschriftlich aus dem Jahre 1758 stammt. In der Kirche ist eine Orgel zu finden, die um 1885 der Neuzeller Orgelbaumeister Robert Uibe schuf.
Auf dem Dorfanger befindet sich ein Gefallenendenkmal für die im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Dorfbewohner in Form einer Stele. Das Denkmal steht in einer Grünanlage und ist umfriedet. An der Front des Denkmals ist die Inschrift „1914 – 1918 – Im Weltkriege starben den Heldentod:“ eingelassen. Darunter folgen die Namen und Lebensdaten der Gefallenen.
An der unteren Front des Denkmals lehnt eine Tafel zum Gedenken an die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. Unter den Namen der Gefallenen befindet sich die Inschrift: „Sie mahnen zum Frieden!“
Flugplatz Bronkow Der Militärflugplatz Bronkow wurde in den Jahren 1936 und 1937 errichtet. Neben den beiden Pisten wurden Baracken für circa zweihundert Soldaten errichtet. Des Weiteren verfügte der Platz über einen Gleisanschluss der Deutschen Reichsbahn nach Altdöbern.
Gute Hoffnung 1872 meldete der Bankier Ludwig Lehmann zu Halle die Grube „Gute Hoffnung“ an, der zeitweise Betrieb wurde hauptsächlich für die Spirituosenbrennerei und eine benachbarte Ziegelei genutzt.
Verkehr Bronkow liegt an der Landesstraße L 55 zwischen Calau und Wormlage (B 96). Die L 61 nach Lieskau beginnt in der Gemeinde. Durch das Gemeindegebiet führt die A 13 Berlin–Dresden mit der Anschlussstelle Bronkow.
Anmerkungen und Einzelnachweise Denkmalliste des Landes Brandenburg. (PDF; 0,6 MB) Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und archäologisches Landesmuseum; abgerufen am 6. Februar 2023. Die Bronkower Uibe-Orgel. In: Orgel-Datenbank; abgerufen am 27. November 2017. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler abgerufen am 2. Dezember 2017.
Weblinks
Bronkow auf der Homepage des Amtes Altdöbern Beitrag. RBB-Sendung „Landschleicher“, 18. März 2012.
Kategorie:Ort im Landkreis Oberspreewald-Lausitz Kategorie:Ersterwähnung 1495 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)