mini|Mg-Bunker «Julia» mini|Lmg-Stand Obere Ruschenbach A 4072 Die Sperrstelle Gebenstorf war eine im Zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1940 errichtete Sperre der Schweizer Armee, um einen gegnerischen Vorstoss in das Reusstal Richtung Gotthard zu verhindern.
Gebenstorf war nach der Sperrstelle Urdorf die wichtigste Sperrstelle («passage obligé» der Reusstalachse) der Limmatstellung. Gebenstorf-Nord gilt als Sperrstelle von nationaler Bedeutung und Gebenstorf-Ost von regionaler Bedeutung.Silvio Keller, Maurice Lovisa, Patrick Geiger: Militärhistorische Denkmäler im Kanton Aargau. VBS 2006 (PDF; 7,9 MB).
Geschichte Einen Monat nach Beginn des Zweiten Weltkriegs befahl General Guisan mit dem «Operationsbefehl Nr. 2» am 4. Oktober 1939 den Armeeaufmarsch aus der Bereitschaftsstellung in die Limmatstellung. Mit der Verbindung Sargans – Walensee – Zürichsee – Limmat – Bözberg – Hauenstein wurde sie zur ersten Verteidigungslinie der Schweizer Armee bei einem Angriff aus dem Norden. Diese wurde ab 27. September 1939 inklusive der Sperrstelle Gebenstorf befestigt.
Das Engnis am nördlichen Dorfrand von Gebenstorf zwischen Reussinsel und dem Gebenstorfer Horn galt als schwacher Flügel des 3. Armeekorps. Einheiten der 8. Division befestigten das Engnis von 1939 bis 1940 mit einer Tanksperre und einer Bunkerlinie. Das südliche Aare- und Reussufer wurde mit fünf Bunkern sowie Sprengobjekten in den Eisenbahn- und Strassenbrücken über beiden Flüsse gesichert. Die Sperre Gebenstorf-Nord schloss sich an die Befestigungsanlagen im Raum Gebenstorfer Horn (Sperre Gebenstorf-Ost) an.
Nach dem Fall Frankreichs Ende Juni 1940 befahl die Armeeleitung die Einstellung fast aller Befestigungsarbeiten, da die Limmatstellung ihre Bedeutung vorerst verloren und der General den Rückzug des Gros der Armee ins Reduit beschlossen hatte.
Vom Herbst 1940 bis 1943 waren in Gebenstorf 250 polnische Soldaten interniert, die beim Westfeldzug in die Schweiz abgedrängt wurden. Sie wurden beim Strassenbau und der Anbauschlacht beschäftigt. Vom einstigen Polenlager sind nur noch das Arrestlokal Steigstrasse und Grabmäler auf dem Friedhof übrig geblieben.Jacqueline Keller: «Aus der Geschichte der Gemeinde Gebenstorf». Dorf- und Vereinsblatt 3/2011 Seite 29 (Docplayer)
Während des Kalten Krieges wurde die Sperrstelle verstärkt und modernisiert. Sie gehörte zum Einsatzraum der Felddivision 5.Festung Oberland: Sperrstelle Gebenstorf
Sperrstelle Gebenstorf Infanteriebunker Vogelsang A 4076 Infanteriebunker Vogelsangstrasse A 4077 Infanteriebunker Reussinsel-Nord A 4078 Infanteriebunker Reuss-Insel Süd 1 A 4079 Mg, Beobachter, runde GewehrgalerieFestung Oberland: Grundriss Infanteriebunker Reussinsel-Süd Infanteriebunker Reuss-Insel Süd 2 A 4080 Ik, Mg, Beobachter Mg-Bunker «Julia» Sand Mg-Bunker Sand A 4085 Infanteriebunker Schächlistrasse Handgranaten-Wurfstand Winterhalde A 4092 Infanteriebunker/Beobachter «Bobbi» Unter dem Horn A 4093 Gitterturm Artilleriebeobachter A 4094 mit Unterstand, Hornebni Unterkunftskaverne A 4097 für 120 Mann
Infanteriebunker Rieden-Nord A 4101, Ik, Beobachter, 12 Mann Infanteriebunker Rieden-Süd A 4102 Infanteriebunker Birchmatten A 4103 Ik, Mg, Beobachter Unterstand Birchhölzli A 4104 Beobachter Birchmatten A 4105 (Sch Mot Kan Bttr 116) Pak-Garage Brunnacker A 4110 Unterstand Steig A 4111 Pak-Garage Steig/Eichhözli A 4112 Pak-Garage Eichhölzli A 4114 Birmenstorf Unterstand Stettberg A 4115 Birmenstorf Unterstand Bolleren A 4117 Kommandoposten Gebirgsinfanterieregiment 19 Eichhölzli Artilleriebeobachter Erli Tanksperre GPH Gebenstorf-Nord 1940, Verstärkung 1944 Tanksperre 1944 mit zwei Unterständen Max Rudolf, Andreas Steigmeier: Führer zur Limmatstellung aus dem Zweiten Weltkrieg. Baden-Verlag, Baden 1998, ISBN 3-85545-114-1
Sperrstelle Baden Die Sperrstelle im Raum Baden war Teil der Hauptverteidigungslinie der Limmatstellung. Die Teilsperren im mittleren Abschnitt der 8. Division hatten den Auftrag einen Vorstoss und Aufstieg auf das Plateau des Gebenstorfer Horns verhindern.
Truppen der 8. Division bauten 1939/40 entlang des bewaldeten Abhangs oberhalb der Limmat (Kappelerhof) und im Eichtal (Münzlishausen) Waffenstände, Beobachter, einen Mannschaftsunterstand und eine Tanksperre. 1941 befestigten sie das Engnis der Hauptstrasse Brugg–Baden westlich des Kappelerhofs mit einem Geländepanzerhindernis.
Die Sperrstelle Baden-Münzlishausen gilt als Sperrstelle von nationaler Bedeutung.Festung Oberland: Sperrstelle BadenStefan Michel: Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg: über das reichhaltige militärhistorische Erbe in unserer Region. Badener Neujahrsblätter, Band 92, Baden 2017 Teilsperre Flueholz Infanteriebunker Martinsberg Ost A 4065 Infanteriebunker Martinsberg West Österliwald A 4066 Infanteriewerk/Artilleriebeobachter/Bat KP Flueholz A 4068: West Infanteriewerk/Artilleriebeobachter/Bat KP Flueholz A 4068: Süd Infanteriewerk/Artilleriebeobachter/Bat KP Flueholz A 4068: Ost Unterstand Hägelerstrasse A 4070 Lmg-Stand A 4071 Lmg-Stand Obere Ruschenbach A 4072 Feldstellung Ost bei A 4072 Feldstellung West bei A 4072 Feldstellung ohne A-Nummer Lmg-Stand Obere Ruschenbach A 4073 Infanteriebunker Im Schlipf A 4074 Lmg-Stand Unterrauschenbach A 4075
Teilsperre Eichtal Pak-Garage Eichtal A 4060 Infanteriebunker Eichtal A 4061 Infanteriebunker Eichtal A 4062 Pak-Garage Eichtal A 4064 Beobachter Eichtal/Allmend A 4063 zwei Kuppeln
Teilsperre Meierhof Infanteriebunker Hertenstein A 4019 (1990 abgebrochen) Infanteriebunker Hertenstein A 4020 (1990 abgebrochen) GPH Hertenstein Ik-Garage Meierhof A 4033 Unterstand Meierhof A 4034 Unterstand Ziegelhütte A 4035 Beobachter Meierhof (Kehlstrasse) A 4038 zwei Kuppeln Beobachter Rotholz A 4042 drei Kuppeln Pak-Garage Weiherhau A 4043 Unterstand Weiherhau A 4044 Unterstand Kreuzliberg A 4045 Sperrstelle Dättwil Neuenhof Das Zürcher Gebirgsinfanterieregiment 37 hatte im rechten Abschnitt der 8. Division die Übergänge (inklusive befahrbare Waldwege) vom Limmattal ins Reusstal zwischen Baden und Oberrohrdorf zu sperren. Am südlich der Limmat liegenden Vorderhang wurden verbunkerte Waffenstände für Maschinengewehre und Infanteriekanonen sowie ein durchgehendes Drahthindernis erstellt. Infanteriebunker Spittelau Ik, Mg, Beob, 18 Mann, 8 Infanteriebunker Spittelau 9 Infanteriebunker Spittelau Dättwil: zwei Mg, 12 Mann, 10 Infanteriebunker Spittelau 11 Betonschild Infanteriewaffen Spittelau 12 Infanteriebunker Spittelau 13 Infanteriebunker Spittelau 14 Infanteriebunker Spittelau 15 Betonunterstand Spittelau 16 Infanteriebunker Spittelau zwei Mg 17 Infanteriebunker Spittelau 18 Infanteriebunker Stockrain Neuenhof 2 Infanteriebunker Stockrain Neuenhof 3 Infanteriebunker Stockrain Neuenhof 4 Infanteriebunker Stockrain Neuenhof 5 Infanteriebunker Stockrain Neuenhof 6 Infanteriebunker Stockrain Neuenhof 7 Beobachter Rüsler Neuenhof
Literatur Walter Lüem u. a.: Die Limmatstellung im Zweiten Weltkrieg, Baden-Verlag, Baden 1997, ISBN 3-85545-105-2. Max Rudolf, Andreas Steigmeier: Führer zur Limmatstellung aus dem Zweiten Weltkrieg. Baden-Verlag, Baden 1998, ISBN 3-85545-114-1. Stefan Michel: Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg: über das reichhaltige militärhistorische Erbe in unserer Region. Badener Neujahrsblätter, Band 92, Baden 2017.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Befestigungsanlage im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Befestigungsanlage im Kanton Aargau Kategorie:Geschichte (Kanton Aargau) Kategorie:Gebenstorf