mini|Ernst Krohn um 1921 Max Richard Ernst Krohn (* 25. Dezember 1868 in Prenzlau; † 4. August 1959 in Berlin) war ein deutscher Kameramann der Stummfilmzeit.

Leben und Wirken Ernst Krohn war ein Sohn des Schuhmachermeisters Rudolf Krohn und seiner Frau Auguste, geb. Hamann.Geburts- und Taufregister der Marienkirche in Prenzlau 1848–1873, Nr. 95/1868 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). Zu seiner frühen Biographie liegen keine Informationen vor; zum Zeitpunkt seiner Heirat mit Margarete Noack 1894 war er Fotograf.Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin X b, Nr. 514/1894 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). 1913 wurde er von Alfred Duskes als Kameramann in sein Literaria-AtelierBerliner Film-Ateliers. Ein kleines Lexikon: UFA-TEMPELHOF, Tempelhof, Oberlandstraße 26–35. Gegründet: 1913, vgl. in Berlin-Tempelhof engagiert.vgl. Zglinicki. Er entwickelte sich zu einem gefragten Kameramann der 1920er-Jahre, fotografierte nicht nur, sondern schrieb bei vier Filmen (Der Jubiläumspreis 1917, Sr. Hoheit Brautfahrt 1918, Mausefalle 1918, Unikum 1919) auch am Drehbuch mit und führte zudem bei den letzteren beiden Filmen Regie.

Krohn stand bei einem Großteil der Filme von Franz Hofer (= FH) an der Kamera, arbeitete aber auch für Regisseure wie Richard Oswald (= RO), Bruno Rahn (= BR), Rolf Randolf (= RR), Walter Schmidthässler (= WS) und Jaap Speyer (= JS). Er fotografierte 1916 das „Phantastische Schauspiel“ Dr. Satansohn von Edmund Edel, 1919 die zweiteDie erste Verfilmung erfolgte 1912 Verfilmung von Felix Hollaenders Roman Der Eid des Stephan Huller, der 1925 Vorlage zu Ewald André Duponts berühmtem Film Varieté werden sollte, und 1921 den später von der Zensur verbotenen Propagandafilm Die schwarze Pest. Verboten wurde 1923 auch der 1919 von ihm fotografierte Film Irrwahn nach dem Buch von Gertrud David, mit dem Hans Werckmeister vor dem Bolschewismus warnen wollte.

Nach 1927 sind keine Filme mehr mit Ernst Krohn nachweislich. Er starb im Alter von 90 Jahren in Berlin-Schöneberg.Landesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Schöneberg von Berlin, Nr. 1671/1959 (vgl. Namensverzeichnis zum Sterberegister 1958–59; PDF; 231 MB).

Weiteres

Der Film- und Operettenkomiker Fred Kronström war sein Sohn.vgl. Zglinicki. Er wirkte als Darsteller in einigen der Filmez. B. 1916 in: „Das Riesenbaby“, 1917 in: „Das Luxusbad“, 1918 in: „Pucky bringt es an den Tag“, „Und wenn der Flieder wieder blüht“, 1919 in: „Meier und Sohn“, „Der Kinoprinz“, 1920 in: „Der Riesenschmuggel“ und 1924 im Orts-Propagandafilm Niederschönhausen, vgl. Thomas Städeli bei cyranos.ch mit, die sein Vater fotografierte. 1926 assistierte er bei Gern hab’ ich die Frauen geküßt der Regie. Seit 1945 war Kronström Mitglied im Ensemble des Metropoltheaters in Berlin. Bei der DEFA und beim DFF übernahm er einige Nebenrollen.

Ernst Krohn ist nicht zu verwechseln mit dem bildenden Künstler gleichen Namens, der am 16. Oktober 1911 im finnischen Helsinki geboren wurde und 1934 gestorben ist. Er hinterließ Aquarelle und Ölbilder von Landschaften und Personen.

Filmografie 1915: Marionetten 1915: Fürstliches Blut (GECD #22869) 1915: Mädels, 'ran an die Front (GECD #29086) 1915: Die Goldfelder von Jacksonville [RO] 1916: Hoffmanns Erzählungen [RO] 1916: Zirkusblut [RO] 1916: Seine letzte Maske [RO] 1916: Dr. Satansohn. Phantastisches Schauspiel. 1916: Der Ring des Schicksals 1916: Das Riesenbaby [FH] 1916: Heidenröschen [FH] 1916: Dressur zur Ehe [FH] 1916: Der Posaunenengel [FH] 1916: Wir haben’s geschafft [FH] 1916: Der gepumpte Papa [FH] 1916: Tote Gedanken [FH] 1916: Das zweite Ich [FH] 1917: Seltsame Menschen [FH] 1917: Fräulein Pfiffikus [FH] 1917: Die Nottrauung [FH] 1917: Rauschende Akkorde [FH] 1917: Das Luxusbad [FH] 1917: Der Jubiläumspreis (GECD #26448) [Drehbuch] 1917: Moritz Meyer als Gerichtsvollzieher (GECD #30114)Drehbuch, Regie, Produzent, Hauptrolle: Adolf Kühns 1918: Die schleichende Gefahr [FH] 1918: Wenn Frauen lieben und hassen [JS] 1918: Seelen in Ketten [FH] 1918: Stürme des Lebens [FH] 1918: Die Glocke [FH] 1918: Leutnant Mucki [FH] 1918: Die Mausefalle (auch Co-Autor am Drehbuch und Regie) 1918: Und wenn der Flieder wieder blüht (GECD #36267) 1918: Pucky bringt es an den Tag (GECD #31889) 1918: Das Patschuli-Mäuschen [FH] 1918: Der Bettler von Savern [FH] 1918: Sr. Hoheit Brautfahrt (auch Co-Autor am Drehbuch) [FH] 1918: Ein Flammentraum [JS] 1919: Tanzendes Gift (GECD #35105)gibt an: „Atelieraufnahmen: Ernst Krohn“ 1919: Irrwahn (Regie: Hans Werckmeister) 1919: Der Eid des Stephan Huller 1919: Hängezöpfchen [FH] 1919: Meier & Sohn [FH] 1919: Die Angelfreunde [FH] 1919: Die Heimat [FH] 1919: Im Schatten des Geldes 1919: Gewalt gegen Recht 1919: Der Kinoprinz (GECD #27090) 1919: Der Weltverächter (GECD #38108) [RR] 1919: Unikum (auch Drehbuch und Regie) (GECD #36360) 1919: Göttin, Dirne und WeibJörn E. Runge, Olga Desmond: Preussens nackte Venus. Verlag Steffen, 2009, ISBN 978-3-940101-53-2, S. 106: „Daran kann auch das Großaufgebot an Stars nichts ändern, die die Produzentin und Hauptdarstellerin Edda Lindborg dem Kameramann Ernst Krohn und ihrem Regisseur Walter Schmidt-Häßler [sic] für die Dreharbeiten zur Verfügung stellt.“ [WS] 1919: Mysterien der Venus [WS] 1919: Ich kenne in der Vorstadt ein kleines Hotel (GECD #25386) [RR] 1919: Kronprinz Rudolph oder Das Geheimnis von Mayerlingin Österreich auch: Die Tragödie auf Schloss Mayerling (Serientitel: Geöffnete Fürstengräber. I) [RR] 1920: Ferréol. Ein Kampf zwischen Liebe und Pflicht [FH] 1920: Der Fürstenmord, durch den Millionen starbenauch: Der Doppelmord von Sarajewo, in Österreich: Die Schuld am Weltkrieg (Serientitel: Geöffnete Fürstengräber. II) [RR] 1920: Der Riesenschmuggel [FH] 1920: Unter der Dornenkrone. Mexikos Kaisertragödie [RR] 1920: Die Nackttänzerin [WS] 1920: Materia - Club der Toten 1921: Der Mann im Schrank 1921: Der letzte Mensch 1921: Die schwarze Pest (Doku)Von Dr. William Held und der Rheinischen Frauenliga initiierter einaktiger [458 Meter] Propagandafilm gegen die "Rassenvermischung" deutscher Frauen mit farbigen Besatzungssoldaten der Alliierten im Rheinland, vgl. Tobias Nagl: Die unheimliche Maschine. Rasse und Repräsentation im Weimarer Kino. Edition Text + Kritik, 2009, ISBN 978-3-88377-910-2, S. 202: „ ... ausser Kameramann Ernst Krohn und Major Paul Aderholdt als „militärischem Berater“ waren an den Dreharbeiten auch professionelle Schauspieler, „darunter fünf ausgesuchte Neger“ (167) beteiligt, mit denen er die von Held geforderten Spielszenen in Dahlem in drei Anläufen nachdrehte.“ sowie Iris Wigger: The 'Black Horror on the Rhine': Intersections of Race, Nation, Gender and Class in 1920s Germany. Verlag Springer, 2017, ISBN 978-0-230-34361-0, S. 175. Der Film wurde aufgrund der als zu drastisch empfundenen Darstellung (...portrayed sexual atrocities staged by hired black actors...) von der deutschen Filmoberprüfstelle verboten, vgl. filmportal.de 1921: Das Geheimnis der Santa Margherita [RR] 1922: Der alte Gospodarhier spielt Ernst Deutsch in einer Doppelrolle. [RR] 1922: Die Rache des Marquis Dokama 1922: Im Rausche der Milliarden 1923: Der Fechter von Ravenna 1924: Orts-Propagandafilm Niederschönhausen (Doku) 1926: Die schwarze Hanne 1926: Gern hab’ ich die Frau’n geküßt [BR] 1926: Frauen, die den Weg verloren [BR] 1926: Hölle der Liebe [BR] 1927: Vom Leben getötet. Bekenntnisse einer 16jährigen [FH] 1927: Elternlos [FH]

Literatur Friedrich von Zglinicki: Der Weg des Films. Textband (= Der Weg des Films. Band 1). Rembrandt, Berlin 1956 (Neuauflage: Georg Olms Verlag, Hildesheim 1979), S. 348. Kühns Film-Almanach. Praktischer Wegweiser durch die gesamte Kinematographie. Jahrgang 5, Verlag Gustav Kühn, Berlin 1921, , S. 140. Kühns Film-Almanach. Praktischer Wegweiser durch die gesamte Kinematographie. Jahrgang 4, Verlag Gustav Kühn, Berlin 1920, , o. S.

Weblinks

#4098 Ernst Krohn, Kameramann, bei Thomas Städeli

Anmerkungen und Einzelnachweise

Kategorie:Kameramann Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1868 Kategorie:Gestorben 1959 Kategorie:Mann