mini|„Silberner Turm“ in der Geschäftsstelle des DSB. Alle Sieger bis 1990 sind darauf verewigt. Auf den Zinnen steht DER SILBERNE TURM, auf der Bauchbinde DEUTSCHER SCHACHBUND. Dähne-Pokal ist die offizielle Bezeichnung für die Deutsche Pokal-Einzelmeisterschaft im Schach. Der Gewinner des Dähne-Pokals qualifiziert sich für die Deutsche Einzelmeisterschaft.
Entstehung und Geschichte mini|hochkant=0.6|links|Emil Dähne 1968 mini|„Silberner Turm“ mit Bodenplatte und speziell angefertigte Transportkiste mit der alten Postadresse des DSB. Der Pokalwettbewerb wurde zunächst als „Caissa-Sport-Magazin-Pokal“ am 15. April 1948 von dem Sportjournalisten und Schachmeister Paul Tröger initiiert.Alfred Diel: Schach in Deutschland. Festbuch aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens des Deutschen Schachbundes e. V. 1877–1977. Rau, Düsseldorf 1977, S. 186. ISBN 3-7919-0167-2.
Die Idee, den im Fußball populären Pokalgedanken aufs Schach zu übertragen, geht auf die Augsburger „Arbeitsgemeinschaft“ der Zeitschrift Caissa zurück. Gesucht wurde ein Mittel, den Schachsport stärker zu popularisieren. Daher sollte auch den vielen schwächeren Schachspielern eine sportliche Chance der Teilnahme eingeräumt werden.
Das Turnier wurde von Caissa und dem Nürnberger Sportmagazin veranstaltet, die einen „Deutschen Schachpokal“ aussetzten. Sieger dieses ersten Pokalturniers war Lothar Schmid, der am 4. März 1950 in Wiesbaden die Finalpartie gegen Walter Niephaus gewann.Frank Große: „In Memoriam Dr. Paul Tröger (1913-1992)“, Artikel bei Chessbase, 12. Januar 2009 (mit Bild des damaligen Siegerpokals und der von Emil Joseph Diemer kommentierten Finalpartie)
Mehr als 1800 Spieler beteiligten sich an diesem Wettbewerb, aus dem später der Dähne-Pokal entstand.
Am 7. Oktober 1951 stiftete der Präsident des Deutschen Schachbundes, Emil Dähne, einen Silbernen Turm für den Bundessieger.
Nach Dähnes Tod (1968) wurde das Pokalturnier durch die Mitgliederversammlung des DSB am 1. Mai 1971 in Dähne-Pokal umbenannt.Deutsche Schachzeitung, Juni 1971, S. 181. Seit 1952 wird dem Pokalgewinner die Teilnahme an der Deutschen Einzelmeisterschaft garantiert.
Austragungsmodus Gespielt wird nach dem K.-o.-System. Auf Bundesebene nehmen 32 Spieler teil – die 14 mitgliederstärksten Landesverbände dürfen je zwei Teilnehmer melden, die drei mitgliederschwächsten (2004/05 waren dies Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Bremen) sowie der Blindenschachbund je einen. Die Durchführung der Landeswettbewerbe wird durch die entsprechenden Landesturnierordnungen geregelt. Während es in den kleineren Landesverbänden üblich ist, dass jeder Interessent direkt am Landeswettbewerb teilnehmen darf (außer in den Stadtstaaten ist dies beispielsweise auch in Schleswig-Holstein der Fall), sind in den größeren Landesverbänden zunächst regionale Qualifikationsturniere vorgesehen. So finden in Nordrhein-Westfalen zunächst Wettbewerbe auf Bezirksebene statt, es treten die Bezirkssieger auf Verbandsebene gegeneinander an, dann die Verbandssieger auf Landesebene. Eine Turnierpartie entscheidet über das Weiterkommen, im Remisfalle werden zwei Blitzpartien gespielt (bis 1980 wurde die Turnierpartie mit entgegengesetzten Farben wiederholt), wenn danach der Sieger noch nicht feststeht, werden weitere Blitzpartien gespielt, und es entscheidet die nächste Gewinnpartie.
Für die führenden Schachmeister und Titelträger wird die Attraktivität des Pokalwettbewerbs durch den Austragungsmodus eingeschränkt, da für einzelne Partien längere Reisen erforderlich sind.Otto Borik und Joachim Petzold: Meyers Schachlexikon. Meyers Lexikonverlag, Mannheim 1993, S. 210 (Eintrag „Pokalwettbewerb“). ISBN 3-411-08811-7. Das Turnier erstreckt sich in der Regel über den Jahreswechsel hinweg. Seit dem Spieljahr 1972/73 wird in der Siegerliste des Deutschen SchachbundesGravuren/Plaketten (bis 1990) auf dem Pokal (Angaben von Frank Hoppe); Klaus Lindörfer: Schachlexikon. Geschichte. Theorie und Spielpraxis von A-Z, Orbis Verlag, München 1991, S. 350f. ISBN 3-572-02734-9. In der DSB-Festschrift (Alfred Diel, Festbuch aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens des Deutschen Schachbundes e. V. 1877–1977. Rau, Düsseldorf 1977) werden die Gewinner der Spieljahre 1961/62 bis 1971/72 abweichend bereits dem Folgejahr zugeordnet; siehe ferner die aktuelle Aufstellung auf der DSB-Website. das Folgejahr, in dem die Schlussrunden ausgespielt wurden, als Austragungsjahr genannt.
Siegerliste 1953: Werner Stephan 1954: Ludwig Röver 1955: Karl Gilg 1956: Walter Jäger 1957: Georg Hodakowsky 1958: Sigmund Wolk 1959: Jobst Hinne 1960: Sigmund Wolk 1961: Hans-Günter Kestler 1962: Dieter Mohrlok 1963: Karl Gilg 1964: Hans-Joachim Hecht 1965: Olaf Redlich 1966: Jürgen Dueball 1967: Rolf Bernhardt 1968: Rolf Bernhardt 1969: Rainer Oechslein 1970: Herbert Dietzsch 1971: Bodo Schmidt 1972: Uwe Kunsztowicz 1973: Friedebert Seibt 1974: Franz Escher 1975: Bodo Schmidt 1976: Herbert Bastian 1977: Peter Dankert 1978: Stefan Kindermann 1979: Rüdiger Breyther 1980: Herbert Vetter 1981: Werner Reichenbach 1982: Thomas Link 1983: Klaus-Jürgen Schulz 1984: Eckhard Schmittdiel 1985: Volkhard Rührig 1986: Ludger Keitlinghaus 1987: Thomas Martin 1988: Michael Mischustov 1989: Markus Schäfer 1990: Martin Fette 1991: Uwe Kunsztowicz 1992: Wladimir Gostomelski 1993: Hans-Joachim Vatter 1994: Andreas Zach 1995: Martin Molinaroli 1996: Ewgeni Gisbrecht 1997: Hans-Elmar Schwing 1998: Sven Telljohann 1999: Dirk Suhl 2000: Karsten Müller 2001: Karsten Schulz 2002: Hannes Langrock 2003: Thies Heinemann 2004: Joachim Asendorf 2005: Udo Käser 2006: Bernd Kohlweyer 2007: Sven Telljohann 2008: Hans-Joachim Vatter 2009: Thomas Fiebig 2010: Michael Strache 2011: Jens Kotainy mini|Siegerehrung 2016 in Halle (Saale) 2012: Vitali Braun 2013: Hagen Poetsch 2014: Dirk Paulsen 2015: Björn Bente 2016: Sven Telljohann 2017: Hagen Poetsch 2018: Hagen Poetsch 2019: Gordon Andre 2020: Igor Neyman 2021: Jonathan Carlstedt 2022: Thilo Ehmann 2023: Hagen Poetsch 2024: Hagen Poetsch 2025: Thilo Ehmann 2026: Sebastian Boehme
Einzelnachweise
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Kategorie:Schachturnier Kategorie:Schachwettbewerb in Deutschland Kategorie:Erstveranstaltung 1950