mini|Gisela Hochuli während ihrer Performance „In Touch with M.O. – eine Auslese“ fotografiert von Eliane Rutishauser, Performance-Preis Schweiz, Le Commun/MAMCO, Genf (2014) mini|Performance mit dem Titel Being a Being von Gisela Hochuli, Festival Body and Freedom - naked performing in urban space, Biel (CH), 2015, Foto: Regina Jäger Gisela Hochuli (* 1969) ist eine Schweizer Performancekünstlerin und Kuratorin. Sie gewann 2014 den Performancepreis Schweiz und erlangte internationale Bekanntheit durch ihre Teilnahme an Performance-Festivals in Asien, Südamerika, Nordafrika und Europa.

Werdegang Gisela Hochuli hat von 1990 bis 1996 Volkswirtschaft und Soziologie an der Universität Bern und anschließend, von 2001 bis 2005 Bildende Kunst an der Zürcher Hochschule der Künste studiert, wo Monica Klingler zu dieser Zeit Performance unterrichtete. Dort kam sie in Kontakt mit Performancegastdozenten wie Esther Ferrer und Boris Nieslony. Sie lernte mit dem einflussreichen Performancekunst Duo Monika Günther und Ruedi Schill Performancekunst, auch als Kunst der Handlung, erweitert kennen, die ihr auch Auftrittsmöglichkeiten bei dem, damals von diesen Akteuren veranstalteten, International Performance Festival Giswil boten. Sie zeigt seit 2002 ihre Arbeiten an nationalen und internationalen Performance Festivals in Asien, Südamerika, Nordafrika und Europa. Ihr Atelier hat sie im Kulturzentrum Progr in der Stadt Bern, wo sie auch veranstaltet. Sie organisiert und kuratiert Performance-Anlässe, wie die Progr Performance Plattform PPP in Bern, die parallel zum Bone Festival von Norbert Klassen, angeregt wurde, Kunst der Begegnung mit Boris Nieslony, Marianne Papst und Simone Etter in Basel und war 2017 Gastkuratorin bei dem polnischen Performance Festival Interakcje in Piotrków Trybunalski. 2017/18 ist sie als Künstlerin Teil des interinstitutionellen Ausstellungsprojektes Performance Process - 60Jahre Performancekunst in der Schweiz im Museum Tinguely, dem Centre Culturel Suisse in Paris und der Kunsthalle Basel. Ihre Solo-Performances zeigen eine festgelegte Struktur die ihre situativen Arbeiten stützt. Sie spielt mit dem Einbezug des eigenen Körpers, des Raumes, des Publikums sowie ortsspezifischer Materialien und Kontexte. «Für Gisela Hochuli ist die Performance die ideale Kunstform für den öffentlichen Raum. Mit ihrer Aktion «Autobiografie» hat sie sich an ihrem aargauischen Heimatort neu verortet und ihre Spurensuche erlebbar gemacht.» schreibt Magdalena Schindler 2016 in der Kunst-Stafette #60 über Gisela Hochulis Arbeit. Und weiter veröffentlicht sie

Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit sind Improvisationen wie in der Musik übliche Jam-Sessions, mit weiteren Performern und Performerinnen, die Open Sessions oder Open Source Sessions genannt werden. Dort geht es gerade um das ungeplante, momentbezogene Entwickeln von Handlungen, Aktionen und Interventionen. Was geschieht, unterliegt dem Prozess, ist abhängig von jeder/jedem und kommt als Ganzes in Erscheinung. Sie produziert auch Videodokumentationen über Performanceschaffende und zu Performance Art, 2005 Das Wesen der Performance Art, in 2010 erschien die Dokumentation der Performance Landvermessen eine 16-tägige Performancetour in 2010 durch Meiringen, Luzern, Zürich und Basel, und ein Porträt der Performanceformation Black Market international. Sie ist 2012 Mitherausgeberin des Berner Almanach Performance und ein Interview von ihr mit Norbert Klassen erschien 2015 unter dem Titel Warum applaudiert ihr nicht?. Gisela Hochuli kuratierte 2029 eine Reihe von Performance-Anleitungen die es möglich machen per Audiospur eine Performance – inspiriert von den Performance-Anleitungen von Glynis Ackermann, Christine Bänninger, Sandra De los Santos, Simone Etter, Marianne Papst, Pascale Grau, Gisela Hochuli, Manuela Imperatori, Monica Klingler, Dominik Lipp, Valerian Maly, Mirzlekid, Chris Regn, Andrea Saemann, Klara Schilliger, Rolf Schulz und Joëlle Valterio – selbst aufzuführen. Gisela Hochuli hat 2019 Audioguides mit Performance-Anleitungen zusammengestellt. Seit 2021 organisiert sie zusammen mit Pavana Reid und Tabea Lurk together elsewhere, eine monatliche Performance-Reihe, die von PAB – Performance Art Bergen und PANCH – Performance Art Network Switzerland organisiert und von der Mediathek der Hochschule für Gestaltung und Kunst (FHNW), Basel, online live gestreamt wird. Sie ist Mitbegründerin des Schweizer-Performance-Netzwerks PANCH. Sie lebt und arbeitet in Bern und Zürich.

Performances und Aktionen (Auswahl) 2005 Drei Stücke, Bekanntmachungen, Kunsthalle Zürich, Schweiz Global Research, IMPEX, Kaskadenkondensator Basel, Schweiz

2006 Das Palmenblatt, 1era Bienal Internacional de Performance, DEFORMES 2006, Santiago de Chile, Chile Drei Stücke, Migma Performance Tage, Luzern, Schweiz

2007 unvorhergesehenes, Kulturpalast Wedding Int., Berlin, Deutschland Import Export, Liste, Kaskadenkondensator Basel, Schweiz Erst April Scherzperformance, Kunstpanorama Luzern (Teil der Kunsthalle) und PPProgr, Bern, Schweiz

2008 A,B,C,... Variations, Flat Performance, Kairo, Ägypten Red Flag, The 6th DaDao Live Art Festival, Rain Gallery, 798 Art Zone, Peking, China Performance, First International Live Art Festival, Chengdu, China, Int. Performance Art Festival, Xi‘An, China Was ist Sport?, Kunstexpander Aarau, Schweiz 4x eine Kerze lang, Int. Performancefestival Giswil, Schweiz Performance, Festival Momentum, Brüssel, Belgien

2009 Zwei in eins, Die Kunst der Begegnung, Performance-Festival mit Schweizer&Indonesischen Performern, öffentlicher Raum und Kaskadenkondensator, Basel, Schweiz Mitperformerin bei ta, te, ti, to, tu von Esther Ferrer, Performance Saga, Basel, Schweiz

2010 a special cooperation mit Barbara Sturm und Boris Nieslony, Volksbühne, Berlin, Deutschland Landvermessen, Meiringen, Luzern, Basel und Zürich, Schweiz

2011 About nothing and red cloth, Making up–tearing down, the 6th edition of TINA B. Prague Contemporary, Art Festival, Prag, Tschechien Art of Encountering/Kunst der Begegnung, Kaskadenkondensator, Basel, Schweiz archiv performativ, Ausstellungsraum Klingenthal, Basel, Schweiz Pasar un Rato, Festival „lo que lleva el viento“, Lanzarote

2012 about nothing, BONE Festival, Bern, Schweiz Snowpiece, New Art Contact, Galleria Augusta, Suomenlinna, Helsinki, Finland

2013 The Alphabet, The cup, Dimanche Rouge, Tallinn, Estland & Helsinki, Finnland white, Performance Reihe Neu-Oerlikon, Schweiz In touch with M.O., act_on Jubiläum, Kaserne Basel, 12th internationale Performance Art, Giswil,omodachi-friends-amis, Biel, Schweiz

2014 Conference, Teatro Out Off, Mailand, Italien Autobiografie II, FWD, Noseland, Schöftland, Schweiz In touch with M.O.,Performance Preis Schweiz, Le Commun/MAMCO, Genf, Schweiz

2015 PerformanceProcess, Centre Culturel Suisse, Paris, Frankreich Being a Being, Body and Freedom Festival, Schweiz Good Morning Zurich, Der längste Tag, Zürich, Schweiz

2016 100 DADA II, Emily Harvey Foundation, New York, USA Autobiographie III, Progr Bern, Schweiz Kollaboration, The Gathering, Bern, Schweiz In touch with M.O.,Piotrkow Trybunalski, Polen

2017 In touch with M.O., Museum Tinguely, Basel, Schweiz Ohne Titel I, BONE 20 Jahr Jubiläum, Schlachthaus Bern, Schweiz Ohne Titel II, Acción!MAD, Madrid, Spanien Ohne Titel I, Interakcje, Piotrkow Trybunalski, Polen About Value, GUYU Performance Art Festival, Xi’an, China Art of Encountering/Kunst der Begegnung, Kaskadenkondensator, Basel, Schweiz

2018 Ohne Titel II und Es wäre möglich, es könnte auch anders sein, mit Marc Schaffroth, la république géniale, Kunstmuseum Bern, Schweiz Das rote Tuch, 8th Konteksty - International Sokolovsko Festival of Ephemeral Art,Polen Performance Fotografie, Kasko, LISTE Art Fair, Basel, Schweiz Grope, Festival Contenedores, Sevilla, Spanien Kollaboration, The Gathering, Neoscope, Kunsthaus Zofingen, Schweiz in touch with M.O., Piotrokow Tribunalski, Polen Doce en Diciembre, Beitrag zum Performanceanlass, PROA 21, Argentinien, Buenos Aires

2019 5–6 Handlungen, Off-Space Satellit, Thun, Schweiz Kollaboration, PAErsche, Strom im Vagus, alte Aufzugsfabrik Ehrenfeld, Köln, Deutschland In touch with R.H., Museum Tinguely, Basel, Schweiz Ein Versuch, 20th Open International Performance Art Festival, Kaskadenkondensator, Basel, Schweiz Kollaboration, The Gathering – Performancereihe Neu-Oerlikon, Oerliker-Park, Schweiz Ohne Titel I, Extra!, Festival Internacional de Performance, Mexiko-Stadt, Mexiko Anleitungen, Eile mit Weile – Zeit für Performance. akku Kunstplattform und (ort), Emmenbrücke, Schweiz 2020 I Feel, partout – Platform for international Performance Art, Arsenic Lausanne und Kaserne Basel, Schweiz Towels, im Park vom Museum Burghalde, Lenzburg, Schweiz Kollaboration, The Gathering, Kunst im Depot, Winterthur, Schweiz Tisch, Holz, Teppich, Must or Not, Kaskadenkondensator, Basel, Schweiz Masked Walk, Rare window 2, unwrap the present, Progr, Bern, Schweiz 2021

Performance In Strange Hands, Performance Conservation: Performance: The Ethics and the Politics of Care — # 1. Mapping the Field, online Konferenz, Bern

2022

Performance In touch with some P’s in der Ausstellung «Im Kreislauf der Kunst» von Dominik Lipp, Kunstraum Aarau, in der Ausstellung Bang, Bang, revolving Histori:es, Museum Tinguely, Basel und bei Unwrap The Present, Progr, Bern, Schweiz Performance, The Gathering, Museum Tinguely, PANCH, Basel, Schweiz Performance Reihe Neu-Oerlikon, kuratiert von Maricruz Peñaloza, Markus Goessi und Gisela Hochuli, Oerliker Park, Neu-Oerlikon, Schweiz Performance Gisela Hochuli und Benjamin Sunarjo, im Rahmen der Ausstellung von Thomas Samuel Jacobi, S11 Künstlerhaus, Solothurn, Schweiz Performance, Equinox, Parco, Valencià, Spanien Performance I feel, Institut Valencià d’Art Modern, Valencià, Spanien Performances Palmenblatt und Ton, Ton, Kunstmuseum Basel, Abend der Donatoren, Basel, Schweiz

2023

Performance Equinox mit Dominik Lipp und Bruno Schlatter, Scherzer Weiher, Birr, Schweiz Performance in touch with some P’s, im Rahmen der Ausstellung von Carola Willbrand, Kunstmuseum Villa Zanders, Bergisch Gladbach, Deutschland Performance, The Gathering, Foyer Public, Theater Basel, Schweiz und Kammgarn, Schaffhausen, Schweiz Performance und Ausstellung, Doce em Diciembre – Brazil Edition, Casa Franca – Brasil, Rio de Janeiro, Brasilien 2024

performative Release Scissor*hood mit Les Reines Prochaines im öffentlichen Raum Basel Performativer Vortrag in strange hands, Festival Conserving Performance, Performing Conservation, Hochschule der Künste Bern (HKB), Dampfzentrale Bern, Bern

2025

Performance LEGS, LEGS, le ventre, alte Synagoge Hegenheim Performance, The Gathering, M54, Basel

Veröffentlichungen 2005: Das Wesen der Performance Art, Regie und Produktion: Gisela Hochuli, Bern, Verlag, Selle Film GmbH 2010: Landvermessen: [a special walk performance-episode]: 3–19 September 2010, Meiringen, Lucerne, Zurich, Basel 2012: Berner Performance Almanach, Gisela Hochuli, Konrad Tobler (Hrsg.), Edition Atelier Bern, ISBN 978-3-9523742-7-6 2013: Black Market International, Video, DVD, liveartwork editions, London 2015: Being a being II: Artransit, Viavai, Teatro San Materno Ascona (CH), von Gisela Hochuli, Schweiz 2015: Warum applaudiert ihr nicht? Interview Gisela Hochuli mit Norbert Klassen, Stämpfli Verlag 2024: Must or Not | Fokus Performance & Photography. herausgegeben von Iris Ganz, Andrea Saemann, Verlag Existenz und Produkt, Basel, 2024, ISBN 978-3-907364-17-8