Das Mumyō zōshi (, auch: , oder ) ist ein bedeutendes Quellenwerk der mittelalterlichen Literaturtheorie und die älteste erhaltene Schrift über die Erzählliteratur der Heian-Zeit.Das Mumyō-zōshi gehört selbst bereits in die Kamakura-Zeit. Als Quelle ist es insbesondere für die Erforschung unwiederbringlich verlorener Erzählungen bedeutsam. Es umfasst ein Maki (Schriftrolle) und entstand um 1200. Der Verfasser ist unbekannt.

Überblick Die Erwähnung des 7. Jahres der Ära Kenkyū einerseits und des Fujiwara no Sadaie mit dem Titel Generalmajor () andererseits lassen den Schluss zu, dass das Mumyō-zōshi zwischen 1196 und 1202Der Forscher Higuchi hat darauf hingewiesen, dass das 1201 fertiggestellte Shinkokinshū nicht im Mumyō zōshi erwähnt wird. entstanden ist. Eine bisher nicht gesicherte Annahme ist, dass die Tochter von Fujiwara no Toshinari (, 1171?–1252) die Autorin des Textes ist. Da das Büchlein ohne Namen als Bericht einer betagten 83 Jahre alten Nonne angelegt ist, die eine regnerische Sommernacht im Tempel Saishōkōin () verbringt und die Gesellschaft junger Damen durch Erzählungen bereichert, hat man auch angenommen, dass Fujiwara no Toshinari selbst der Autor sein könnte. Er war 1176 in den Mönchsstand getreten und 1196 gerade 83 Jahre alt. Das Mumyō-zōshi enthält neben einer kritischen Würdigung des Genji Monogatari, die etwa ein Drittel des Buchumfangs ausmacht, Kritiken von 22 weiteren Erzählungen, Waka und Erzählungen von Dichterinnen.

Nach einer Einleitung vergleicht die Nonne 28 Erzählungen.Bei Bruno Lewin werden 28 Erzählungen genannt, wovon 19 nicht mehr erhalten sind. Die Angabe bei Kotobank nennt hingegen nur 22 Erzählungen, doch ist dort zwischen Monogatari und Katari unterschieden. Die Besprechung des Genji Monogatari befasst sich mit den Hauptfiguren, den tragenden Ideen und wichtigen Szenen des Werks. Die Form der Rahmenerzählung ist vom Ōkagami entlehnt. Insbesondere auch die Dialogform zwischen der Nonne und den anwesenden Damen ist untypisch für die Erzählliteratur und erinnert ebenfalls an die Kagami, die Spiegelliteratur.

Es sind nur wenige Handschriften überliefert. Die älteste ist das Shōkōkanzō-bon (), das auf einen Text aus dem Besitz von Tsumori Kunifuyu von 1335 zurückgeht. Der einzige alte Druck des Textes findet sich in der Sammlung Gunsho Ruijū.

Aufbau Einleitung und Beginn der Rahmenerzählung, in der berichtet wird, dass die alte Nonne den Tempel in Kyoto erreicht und am Abend eine Gesellschaft von Damen unterhält. Besprechung von Erzählungen beginnend mit dem Genji Monogatari. Es folgen Besprechungen der „Tsukuri Monogatari“ (, fiktive Erzählungen), wie das Sagoromo Monogatari (), das Yoru no Nezame (), das Hamamatsu Chūnagon Monogatari (), das Torikaebaya Monogatari (). Es folgen Besprechungen von „Uta Monogatari“ (), einer Mischung aus Poesie und erzählten Sagen, wie das Ise Monogatari, das Yamato Monogatari. Außerdem werden Gedichte aus dem Man’yōshū und aus kaiserlichen und privaten Gedichtsammlungen und Dichterwettstreiten (utaawase) besprochen. Zuletzt wird die Frauenliteratur besprochen. Darunter die Dichtung der Hofdamen Sei Shōnagon, Murasaki Shikibu, Izumi Shikibu, Koshikibu no Naishi und Yamato no Senji. Dann die Dichterinnen Ise, Senshinai-shinnō, Fujiwara no Teishi und Fujiwara no Kanshi.

Anmerkungen

Einzelnachweise

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