Witków () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es gehört zur Gmina Łęczyce im Powiat Wejherowski.

Geographische Lage Das Dorf liegt im Osten Hinterpommerns, etwa 125 km ostnordöstlich von Koszalin, 16 Kilometer nordnordöstlich von Lębork, westlich vom Schwarzen See und 2,5 Kilometer südsüdwestlich des Dorfkerns von Salino.

mini|Ehemaliges Gutshaus Woedtke (2012), Eingangsseite.

Geschichte In Ludwig Wilhelm Brüggemanns Ausführlicher Beschreibung des Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern (1784) ist Woedtke unter den adeligen Gütern des Lauenburg- und Bütowschen Kreises aufgeführt. Damals gab es in Woedtke ein Vorwerk, also den Gutsbetrieb, eine Schmiede und in der Feldmark ein weiteres Vorwerk namens Rexinhof, insgesamt fünf Haushaltungen („Feuerstellen“). Woedtke war zusammen mit dem etwa 10 km entfernten Gnewin ein Majorat der adligen Familie von Rexin; Majoratsherr war damals der königlich polnische Hauptmann Michael Ernst von Rexin.Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. II. Teil, 2. Band. Stettin 1784, S. 1084, Ziff. 102. (Digitalisat)

Woedtke bildete ab dem 19. Jahrhundert einen eigenen politischen Gutsbezirk. Im Jahre 1910 wurden in Woedtke 164 Einwohner gezählt. Für 1914 datieren die Erben des Alexander von Rexin in der Gutsherrschaft des Ortes, die ebenso die Rittergüter in Klein-Wunneschien, Saulin und Saulinke besaßen.Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Pommern. 1914. Verzeichnis. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band I, 4. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 152 ff. Als Kurator war Landrat a. D. Hermann von Somnitz in Goddentow bestellt. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde die 1789 geadelte Familie von Krause Gutseigentümer, zunächst durch Rudolf von Krause und seiner Ehefrau Jenny von Roeder vertreten.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1942. Jahrgang 34, Justus Perthes, Gotha November 1941, S. 285 f. (Digitalisat) Gutsherr bis 1924 war der zuletzt in Berlin-Lankwitz wohnhafte Wilhelm von Krause, seine Witwe lebte bis in die 1940er Jahre in Woedtke. Der große Besitz war ein Familienfideikommiss. Am 1. April 1927 hatte das Gut Woedtke eine Flächengröße von 725 Hektar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 186 Einwohner.Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts. Jahrgang 67, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 398. (Digitalisat) Mit Wirkung vom 1. Januar 1929 wurde der Gutsbezirk Woedtke in die Landgemeinde Saulin eingegliedert.Rolf Jehke-Herdecke (Hrsg.): Amtsbezirk Saulin (Territorial.de.) Am Wohnort Woedtke gab es um 1935 unter anderem einen Gasthof, einen Gemischtwarenladen und eine Tischlerei.Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs. 1935. Band 1 A, Berlin 1935, S. 1180. (Digitalisat)

Um 1939 war der Offizier Wilfried von Krause der Gutsbesitzer, 688 ha Besitz, Verwalter sein Schwager Hans Joachim von Köckritz, als Generalbevollmächtigter. Der Schwester Erika von KrauseVgl. Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler. Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel) 1972. Band X, Band 52 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1972.Vgl. des Weiteren: Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler. Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band VI (J-Kra), Band 91 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1987, S. 474. gehörte das benachbarte Rittergut Saulinke, welches verpachtet wurde.H. Seeliger (Hrsg.): Landwirtschaftliches Adreßbuch der Provinz Pommern. 1939. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band I, 9. Auflage, Selbstverlag von Niekammer's Adreßbüchern G.m.b.H., Leipzig 1939, S. 319.

Bis 1945 bildete Woedtke dann einen Wohnplatz in der Landgemeinde Saulin und gehörte mit dieser zum Landkreis Lauenburg i. Pom. in der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs.Woedtke. Saulin. Kreis Lauenburg.de: Woedtke, im Informationssystem Pommern.

Galerie "Ehemaliger Gutshof Woedtke mit Wirtschaftsgebäuden"

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde Hinterpommern zusammen mit Westpreußen und der südlichen Hälfte Ostpreußens von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. In Woedtke begann danach die Zuwanderung polnischer Zivilisten, von denen die einheimischen Dorfbewohner aus ihren Häusern und Gehöften gedrängt wurden. Woedtke wurde unter der polonisierten Ortsbezeichnung ‚Witków‘ verwaltet. In der darauf folgenden Zeit wurden die einheimischen Dorfbewohner von der polnischen Administration aus Woedtke vertrieben.

Persönlichkeiten Alexander von Rexin (1821–1914), Mitglied des Preußischen Herrenhauses, war Fideikommissherr auf Woedtke und Gnewin

Literatur Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 2: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Verlag H. G. Essenbart, Stettin 1784, S. 1084, Ziff. 102. (Digitalisat) P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche, Band 2: Provinz Pommern, 2. Auflage, Nicolai (Rudolf Stricker), Berlin 1884, S. 48–49. (Digitalisat) Pommersches Güter-Adressbuch. 1892. Friedrich Nagel (Paul-Niekammer-Band I), Stettin 1892, S. 122–123. (Digitalisat) Franz Schultz: Geschichte des Kreises Lauenburg in Pommern. Badengoth, Lauenburg i. Pom. 1912, S. 450–451. (Digitalisat) Woedtke, Rittergut, Kreis Lauenburg Pomm., Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon. (Mit historischer Landkarte der Umgebung von Woedtke). Ausgabe 1912. (Digitalisat) Rg Woedtke, Saulin. In: H. Seeliger (Hrsg.): Landwirtschaftliches Adreßbuch der Provinz Pommern. 1939. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band I, 9. Auflage, Selbstverlag von Niekammer's Adreßbüchern G.m.b.H., Leipzig 1939, S. 319. Fritz Schulz: Chronik von Woedtke/Witków und Saulin/Salino. Hrsg.: MBR (Management Beratung), Dr. Hubertus Rechberg, Pforzheim/Murnau 2012. (WorldCat-Erfassung)

Weblinks

Rolf Jehke-Herdecke (Hrsg.): Amtsbezirk Saulin (Territorial.de) (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011.)

Fußnoten

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