Das FFH-Gebiet Glemswald und Stuttgarter Bucht (Schutzgebietskennung DE-7220-311) entstand 2015 durch die Zusammenlegung der zwei bereits bestehenden FFH-Gebiete Glemswald sowie Stuttgarter Bucht im deutschen Bundesland Baden-Württemberg. Diese ehemaligen Gebiete wurden bereits im Jahr 2005 durch das Regierungspräsidium Stuttgart nach der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) angemeldet. Mit Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung vom 30. Oktober 2018 (in Kraft getreten am 11. Januar 2019), wurde das Schutzgebiet ausgewiesen.

Lage Das 3813,24 Hektar große FFH-Gebiet gehört zu den Naturräumen 104-Schönbuch und Glemswald, 105-Stuttgarter Bucht, 106-Filder, 122-Obere Gäue und 123-Neckarbecken innerhalb der naturräumlichen Haupteinheiten 10-Schwäbisches Keuper-Lias-Land und 12-Neckar- und Tauber-Gäuplatten. Es liegt zwischen Korntal-Münchingen im Norden und Weil im Schönbuch im Süden und erstreckt sich über die Markungen von 12 Städten und Gemeinden.

Stadt Stuttgart: 1945,521 ha = 50 % Landkreis Böblingen: Böblingen: 505,8354 ha = 13 % Holzgerlingen: 155,6416 ha = 4 % Leonberg: 38,9104 ha = 1 % Magstadt: 116,7312 ha = 3 % Schönaich: 116,7312 ha = 3 % Sindelfingen: 505,8354 ha = 13 % Steinenbronn: 38,9104 ha = 1 % Waldenbuch: 77,8208 ha = 2 % Weil im Schönbuch: 311,2833 ha = 8 % Landkreis Esslingen: Leinfelden-Echterdingen: 77,8208 ha = 2 % Landkreis Ludwigsburg: Gerlingen: 38,9104 ha = 1 %

Beschreibung und Schutzzweck Es handelt sich um große, zusammenhängende Waldgebiete im Südwesten von Stuttgart, historische Park- und Hutewälder mit einzigartiger Altbaumdichte und um Wiesentäler mit naturnahen Fließgewässern.

Lebensraumklassen (allgemeine Merkmale des Gebiets) (prozentualer Anteil der Gesamtfläche)

Angaben gemäß Standard-Datenbogen aus dem Amtsblatt der Europäischen Union

Lebensraumtypen Gemäß Anlage 1 der Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung (FFH-Verordnung) vom 30. Oktober 2018 kommen folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie im Gebiet vor:

EUCode Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung Hektar 3140 Oligo-bis mesotrophe, kalkhaltige Gewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen Kalkreiche, nährstoffarme Stillgewässer mit Armleuchteralgen 0,94 3150 Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamion oder Hydrocharition Natürliche nährstoffreiche Seen 6,17 3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 0,29 6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) Kalk-Magerrasen 0,55 6230 Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden Artenreiche Borstgrasrasen 1,83 6410 Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae) Pfeifengraswiesen 2,00 6430 Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe Feuchte Hochstaudenfluren 0,07 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorbaofficinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 251,00 7220 Kalktuffquellen (Cratoneurion) Kalktuffquellen 0,23 9110 Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) Hainsimsen-Buchenwald 845,13 9130 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) Waldmeister-Buchenwald 204,04 9160 Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald 7,40 9170 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (Galio-Carpinetum) Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald 14,88 9190 Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Quercus robur Bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen 1,68 91E0 Auenwälder mit Alnus glutinosaund Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide 64,73

Zusammenhängende Schutzgebiete Das FFH-Gebiet besteht aus zahlreichen Teilgebieten. Es überschneidet sich mit mehreren Landschaftsschutzgebieten.

Innerhalb des Gebiets liegen die Naturschutzgebiete 1163-Büsnauer Wiesental 1121-Greutterwald 1225-Hinteres Sommerhofental 1271-Musberger Eichberg 1118-Neuweiler Viehweide 1167-Oberes Hölzertal 1005-Rotwildpark bei Stuttgart 1276-Siebenmühlental 1030-Waldwiese im Mahdental

Siehe auch Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg

Weblinks

Datenauswertebogen und Karte im Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Glemswald und Stuttgarter Bucht“ Steckbrief des Natura 2000 Gebiets 7220-311 Glemswald und Stuttgarter Bucht (FFH-Gebiet) beim Bundesamt für Naturschutz

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